Bayern Münchens Nachwuchstrainer Erik ten Hag hat den Talenten des Rekordmeisters ein positives Zwischenzeugnis ausgestellt und schwärmt vom Potential. Vor allem Mittelfeldmann Rico Strieder und Stürmer Lukas Görtler haben es ihm angetan. Der Niederländer erklärte außerdem seinen bevorstehenden Wechsel zum FC Utrecht und kritisierte den Spielmodus der Regionalliga.
"Strieder und Görtler können es schaffen. Sie sind Vorbilder. Sie zeigen, wie hart und akribisch man arbeiten muss", lobte ten Hag im Gespräch mit Transfermarkt.de. Auch Steeven Ribery, der Bruder von Franck Ribery, habe in diesem Jahr "einen deutlichen Schritt gemacht. Er hat großes Potenzial. Ich denke, er kann mal Profi-Fußball spielen."
Gleichzeitig dürfe man ihn aber "nicht mit Franck vergleichen, das wäre unfair. Franck ist Weltspitze, Steeven muss sich erst eine Perspektive im Profi-Fußball erkämpfen. Wir haben daran gearbeitet, dass er seine eigene Identität entwickelt. Er muss Steeven Ribery sein - nicht der Bruder von Franck Ribery. Er ist auch vom Typ her total anders: sehr groß, kräftig, mit einem starken linken Fuß. Er muss jetzt nur sein Potenzial voll ausschöpfen."
Ten Hag meckert über Aufstiegsmodus
Noch immer hadert ten Hag derweil allerdings mit dem Aufstiegsmodus in der Regionalliga: Als Regionalliga-Meister waren die Münchner im Vorjahr in der Aufstiegs-Relegation in letzter Minute gescheitert, der Niederländer betonte: "Wenn man Meister wird, muss man auch aufsteigen. Sowas wie hier gibt es in keinem Land sonst auf der Welt."
So könnte man "zum Beispiel auf drei Regionalligen reduzieren, dann steigen die Meister direkt auf und man hebt gleichzeitig das Niveau. Es gibt bestimmt Gründe dafür, dass es so ist, wie es ist. Aber ich finde das nicht in Ordnung."
Insgesamt aber wird er seine beiden Jahre beim FC Bayern in guter Erinnerung behalten: "Ich kann nur sagen, dass ich mit viel Spaß und Hingabe gearbeitet habe. Ich habe vieles gelernt und hoffe, nochmal in den deutschen Fußball zurückzukehren."
Eredivisie "sehr interessant für deutsche Talente"
Doch zunächst freut er sich auf die neue Aufgabe in Utrecht: "Erstens, weil das ein ambitionierter Verein ist, der das Potenzial hat, sich in der linken Tabellenhälfte (gemeint: obere, d. Red.) zu etablieren. Zweitens, weil ich die kombinierte Aufgabe als Trainer und Sportdirektor sehr spannend finde. Außerdem ist der Verein sehr lebendig und der Zusammenhalt unter den Fans sehr stark. Das gefällt mir."
Daher betrieb er bereits Werbung in eigener Sache: "Natürlich werden wir auch auf dem deutschen Transfermarkt auftauchen. Es gibt hier in der 2.Bundesliga und 3.Liga, sogar in der Regionalliga, hochinteressante Spieler. Ein junger deutscher Spieler kann über Utrecht den nächsten Schritt gehen. Die Eredivisie ist sehr interessant für deutsche Talente, weil dort noch mehr der Fokus auf junge Spieler und deren Ausbildung gelegt wird."


