Erst die Gerüchte um die Ablösung von Trainer Stefan Böger, dann der Wirbel um eine angebliche Aufstiegsforderung: Dynamo Dresden hat sich in den letzten Tagen selbst viele Probleme bereitet. Hinzu kommt, dass es sportlich nicht mehr so rund läuft. Nun soll ausgerechnet im Ost-Derby am Samstag gegen die wiedererstarkte Elf von Energie Cottbus (14 Uhr) die Rückkehr in die Erfolgsspur gelingen.
Dynamo-Sportdirektor Ralf Minge hatte vor dem Derby alle Hände voll zu tun, die Brandherde der letzten Tage zu löschen. "Den Aufstieg habe ich nie gefordert. Ich habe nur gesagt, dass wir nicht gegen den Abstieg spielen wollen. Und, dass unsere Mannschaft ehrgeizige Ziele verfolgt", sagte der 54-Jährige der Bild-Zeitung.
Angeblich hatte Dynamo seine Saison-Prognose nach oben korrigiert, nachdem man zu Beginn eigentlich nur einen einstelligen Tabellenplatz anvisiert hatte. Der gute Saisonstart ließ beim achtmaligen DDR-Meister offenbar neue Träume blühen, doch der Schuss ging nach hinten los. In den letzten acht Spielen gelang den Sachsen gerade mal ein Sieg. Die Konsequenz: Mittlerweile ist Dynamo Sechster.
Angespannte Lage vor Cottbus-Spiel
Die unnötige Debatte um Böger erschwerte die Lage zusätzlich. Minge musste erneut Stellung beziehen und erklärte, dass es in der Aufsichtsratssitzung "nur um die Analyse der ersten Halbserie und nicht ansatzweise um eine Diskussion über den Trainer" gegangen sei. So oder so, die Lage ist angespannt, eine Niederlage am Samstag gegen Cottbus wäre Gift für die Stimmung, zumal im letzten Spiel vor Weihnachten mit dem VfL Osnabrück ein weiterer Gegner aus dem oberen Tabellendrittel erwartet wird.
"Wir spielen zu Hause, die Bude ist voll: Nach vorne spielen, gewinnen!", lautet das Motto von Vize-Kapitän Marco Hartmann in der Sächsischen Zeitung vor dem Derby. Mit knapp 29.000 Zuschauern ist das Dresdner Stadion ausverkauft. Trainer Böger muss neben Nils Teixeira, der schon seit Wochen wegen eines Virus-Infektes fehlt, auch auf den gelbgesperrten Marvin Stefaniak verzichten.
Energie Cottbus hat sich in den letzten Wochen gesteigert und holte aus den letzten drei Spielen sieben Punkte. Die Mannschaft von Trainer Stefan Krämer arbeitete sich auf den vierten Tabellenplatz vor und will im Derby den guten Lauf bestätigen.
Besonders stark präsentierte sich in den vergangenen Wochen Uwe Möhrle. Der Abwehrchef entdeckte seine Stärken als Torjäger und traf schon viermal für die Lausitzer - zuletzt zum 2:2 gegen den VfL Osnabrück.

