Die Niederlage gegen Tschechien war ein Schock für die DHB-Auswahl, die Qualifikation für die EM 2014 schien in weiter Ferne. Das Team von Martin Heuberger zeigte jedoch eine Reaktion und kam im Rückspiel trotz eines katastophalen Starts zu einem Sieg.
Martin Heuberger atmete einmal tief durch. Nach der geglückten Revanche im "Alles-oder-nichts-Spiel" gegen Tschechien fiel vom Bundestrainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft mit einem Schlag der Druck der vergangenen Tage ab. Mit dem Wissen, die EM-Endrunde in Dänemark im kommenden Jahr (14. bis 26. Januar) ohne Schützenhilfe erreichen zu können, schritt der bisweilen etwas hektisch wirkende Heuberger entspannt und gelöst durch die Katakomben des Stadions in Halle/Westfalen.
"Ich bin einfach nur erleichtert. Wir haben unser Spiel fast über die gesamte Dauer durchgezogen und deshalb verdient gewonnen. Wir waren in vielen Bereichen besser als im Hinspiel", analysierte Heuberger den 28:23 (15:12)-Sieg seiner Mannschaft. Diese hatte sich Minuten zuvor für die bittere Niederlage am Donnerstag (22:24) revanchiert und somit den vorzeitgen K.o. in der "Todesgruppe" (Heuberger) verhindert. "Der Schlüssel zum Erfolg war diesmal die Effektivität aus dem Rückraum", erklärte Heuberger.
Nicht umsonst waren deshalb auch die beiden Rückraum-Asse Steffen Weinhold und Sven-Sören Christophersen mit jeweils sechs Treffern die erfolgreichsten Werfer für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). Mit exklusiven Lobeshymnen hielt sich Heuberger dennoch zurück.
DHB-Team: Sieg über das Kollektiv
"Das nervt mich schon ein bisschen", antwortete er auf die Frage, welcher seiner Spieler denn die herausragende Rolle auf dem Parkett gespielt habe. "Ich möchte in dieser Mannschaft, die als Kollektiv den Sieg erreicht hat, niemanden hervorheben." Auch ein Patrick Wiencek habe "wie eigentlich immer in der Nationalmannschaft auf sehr hohem Niveau gespielt" und den verletzten Kapitän und Abwehrchef Oliver Roggisch nahezu perfekt ersetzt.
Durch den Sieg könnte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) trotz bereits zweier Niederlagen mit einem blauen Auge davon kommen. Sollte Deutschland die ausstehenden Begegnungen in Montenegro (12. Juni) und gegen Israel (15. Juni) für sich entscheiden, wäre das Ticket nach Dänemark garantiert.
Mit dem Erfolg vor 9500 Zuschauern gelang der Heuberger-Sieben wegen der besseren Tordifferenz im direkten Vergleich mit den Tschechen auch der Sprung auf den zweiten Platz. Mit 4:4-Punkten liegt Deutschland hinter Montenegro (6:2), Schlusslicht bleibt Israel (2:6). Nur die ersten beiden Mannschaften der Vierer-Gruppe und der punktbeste Tabellendritte sind bei der EM dabei.
DHB-Team stand unter Druck
Nach zwei Niederlagen aus den ersten drei Spielen stand die junge deutsche Mannschaft gehörig unter Druck, die Nervosität war ihr vor allem in der Anfangsphase deutlich anzumerken. Spielmacher Michael Haaß kassierte gleich zu Beginn eine Zeitstrafe. Auch wegen vermeidbaren Fehlern in der Offensive führten die Tschechen nach knapp sechs Minuten bereits mit 5:1.
"Das war ein denkbar ungünstiger Start", sagte Heuberger. Seine Mannschaft habe danach allerdings "in den entscheidenden Situationen die richtigen Lösungen gefunden" und auch Tschechiens Starspieler Filip Jicha besser im Griff gehabt.
Mit einem starken Silvio Heinevetter im Tor gewannen die Gastgeber immer wieder Bälle in der Defensive, aber erst kurz vor dem Seitenwechsel setzte sich Deutschland mit vier Toren (15:11) ab. In der zweiten Halbzeit blieb Heubergers Mannschaft dann anders als im Hinspiel konzentriert und verwaltete den Vorsprung souverän.
