Bruno Labbadia hielt eine legendäre Wutrede, Bremen startete unter Thomas Schaaf noch nie so schlecht, Felix Magath wird verdächtig der Rücken gestärkt und Dieter Hecking ist selbstkritisch. Die Trainer stehen vor dem 8. Spieltag nicht nur bei sportal.de im Mittelpunkt.
VfB Stuttgart - Sparzwang, totale Verunsicherung, dicke Fehler
Dem VfB Stuttgart klebt das Pech derzeit förmlich an den Schuhen. Da wollten die Schwaben die Länderspielpause für ein Testspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern im südpfälzischen Offenbach nutzen, damit Bruno Labbadia seine Spieler aus der zweiten Reihe testen konnte. Doch dann fiel nach 50 Minuten das Flutlicht aus und es hieß einpacken, nach Hause fahren.
Schwäbischer Sparzwang war zwar für den Stromausfall im Queichtalstadion nicht verantwortlich, ist allerdings ein Problem, das zum Fehlstart des VfB Stuttgart in die Bundesligasaison (nur sechs Punkte, derzeit Platz 14) erheblich beitrug. Der enge finanzielle Rahmen, den Präsidium und Aufsichtsrat vor der Saison gesteckt hatten, ließ nur Spielraum für den bisher noch nicht überzeugenden Tunay Torun und die verletzte Leihgabe Tim Hoogland sowie Rückkehrer Daniel Didavi.
Personelle Engpässe - wie zuletzt durch Verletzungspech - können so nicht kompensiert werden, vor allem dann nicht, wenn gesunde Spieler und vermeintliche Leistungsträger (z.B. Tamas Hajnal) im Formtief stecken. Ein nicht zu unterschätzender Grund, um die immensen Abwehrprobleme (14 Gegentore) zu erklären. Den dünnen Kader allerdings als einzige Ausrede zu benutzen, würde zu kurz greifen. Schließlich hatte die fast identische Stammelf in der abgelaufenen Saison mit einer furiosen Rückrunde ihre "Qualität" eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Wie kann es da sein, dass der Gegner hinten immer wieder mit haarsträubenden Fehlpässen "zu Torchancen eingeladen" wird, wie Sven Ulreich laut swp.de bemängelte oder vorne teilweise fahrlässig Chancen und damit natürlich auch Punkte liegenlässt? "Wir haben Abstiegskampf gezeigt", sprach Martin Harnik bei bundesliga.de von Verunsicherung, die auch der bisher einzige Bundesliga-Sieg der Mannschaft nicht hatte nehmen können. Allerdings resultierte der Erfolg gegen Nürnberg auch eher aus dem Bock von Marcos Antonio als einer Glanzleistung des VfB Stuttgart.
Offensichtliche Verunsicherung und Ideenarmut auf dem Platz - da muss sich allerdings auch der Trainer hinterfragen lassen. Musste man beispielsweise vom 4-4-2 abrücken, das beim vielleicht besten Saisonauftritt gegen Werder Bremen so gut geklappt hatte, und gegen Hoffenheim auf ein 4-2-3-1 zurückgreifen, das in dieser Saison nur Probleme machte? Labbadia muss diese Probleme lösen, sonst heißt es irgendwann tatsächlich: "Am Arsch geleckt".
Werder Bremen - Spiel auf Zeit mit falschem System?
Klaus Allofs tut es und Eljero Elia auch - bei Werder Bremen setzen derzeit alle auf "Zeit und Geduld". Dass man bei den Hanseaten traditionell einen langen Atem hat und ohne Mühe Entwicklungen abwarten kann, ist bekannt. Doch die nackten Statistiken legen eigentlich ein schnelles Handeln nah - mit sieben Punkten schlechtester Saisonstart unter Thomas Schaaf, mit vier Siegen in saisonübergreifend 24 Spielen schlechtestes Bundesligateam des Kalenderjahres 2012.





