Bayern München brillierte gegen Hannover, Javi Martinez traf per Fallrückzieher, Dante eine Samba-Einlage. Da hatten sogar die Reservisten Spaß. "Diesen Stil müssen wir bis Weihnachten durchziehen", forderte Mario Gomez nach seinem Comeback-Tor mit Blick auf Borussia Dortmund.
Gegen den BVB müssen die Bayern am nächsten Wochenende antreten. Im Idealfall könnten sie durch einen Sieg gegen den großen Rivalen dann sogar schon die Herbstmeisterschaft einfahren. "Am liebsten würden wir nächsten Samstag mit neun Punkten Vorsprung hier gegen Dortmund auflaufen - Minimum neun Punkte", blickte auch Kapitän Philipp Lahm. Doch vorher gibt es unter der Woche noch ein anderes Spiel zu absolvieren.
"Wir müssen null an Dortmund denken, wir haben Freiburg vor uns", mahnte daher Franck Ribéry, doch bitte von Spiel zu Spiel zu denken. Doch wer zweifelt nach der Demonstration gegen Hannover 96 ernsthaft an einen glatten Sieg im Breisgau? Gegen die Niedersachsen waren die Bayern "in allem besser, Einzelspieler, Laufbereitschaft, taktisches Verhalten, Zweikampfverhalten und und und", wie Hannovers Präsident Martin Kind analysierte. Zumal sich die Münchner einige Sorgen von der Seele schießen konnten.
Martinez befreite sich mit seinem Traumtor im 17. Pflichtspieleinsatz endlich vom großen Erwartungsdruck. "Das war mein erstes Tor für den FC Bayern, ich bin sehr glücklich", strahlte der Spanier hinterher, der lange verletzte Torjäger Gomez stand ihm nach seinem Blitztor kurz nach seiner Einwechslung in nichts nach. Von einer "Gefühlsexplosion" sprach der lange verletzte Torjäger, nachdem er untermauert hatte, schon gegen den BVB wieder eine Startelf-Option sein zu können.
Martinez und Gomez setzen Ausrufezeichen
Gute Nachrichten für Jupp Heynckes, der gegen Hannover 96 übrigens sein 200. Spiel als Bayern-Trainer von der Bank aus verfolgt hatte. "Das Tor war unheimlich wichtig für Mario", freute sich Heynckes aber lieber über seine Spieler als das persönliche Jubiläum. Daher hob er auch gleich noch Martinez besonders hervor: "Javi hat gezeigt, warum wir ihn gekauft haben. Er hat ein überragendes Spiel gemacht. Er wird noch viel besser."
Freiburg und vor allem natürlich Borussia Dortmund werden sich, wenn man diesen überschwänglichen Worten Glauben schenken darf, warm anziehen müssen. Aber der Stil, den die Bayern in der Allianz-Arena auf den Platz legten, war schon beeindruckend - auch wenn Hannover deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben war und sich laut Mirko Slomka "unfassbare Fehler" geleistet hatte. Die Münchner präsentierten sich im Gegensatz zu den Auftritten gegen Nürnberg und Valencia wie ausgewechselt, "weil wir von Anfang an sehr giftig und aggressiv waren", lieferte Heynckes gleich den Grund mit.
Bayern bestens gerüstet für den BVB
Ob das jetzt an dem unter der Woche von Karl Heinz Rummenigge ausgestoßenen "Weckruf" lag, der nach den schwächeren Auftritten der letzten Woche eine schnelle Reaktion von seinem Team gefordert hatte? Jedenfalls schrieb sich der Boss die Leistung auch auf seine Fahne und strich heraus: "Es war wichtig, dass die Mannschaft eine Reaktion gezeigt hat, weil wir jetzt in eine entscheidende Woche kommen." Und für die scheinen die Bayern nun bestens gerüstet. Borussia Dortmund kann kommen.
