Dabei sein ist alles. Dieses olympische Motto scheint im Badminton keine Gültigkeit zu haben. Denn vier Duos versuchten mit absichtlichen Niederlagen den Draw zu manipulieren. Als Konsequenz wurden alle acht Akteure nun von den Spielen ausgeschlossen.
Ein unglaubliches Bild bot sich den Zuschauern des olympischen Badmintonturniers in der Londoner Wembley Arena am Dienstag. Denn anstelle von spektakulären Ballwechseln gab es bei einigen Partien derartige Magerkost zu sehen, dass man sich später einig war, einem Tiefpunkt der diesjährigen Spiele beigewohnt zu haben.
Acht Spielerinnen mussten sich wegen Unsportlichkeit verantworten, nachdem sie ihre Spiele absichtlich versucht hatten zu verlieren. Als Konsequenz wurden sie laut einer BBC-Meldung ausgeschlossen. Die zwei Doppel aus Südkorea, sowie je eines aus China und Indonesien wurden disqualifiziert, da sie "nicht ihr bestes gegeben haben, um ihre Spiele zu gewinnen".
Olympia-Organisationschef Sebastian Coe hatte zuvor das Verhalten der Spieler als "nicht akzeptabel" bezeichnet. "Wir unterstützen und begrüßen die Entscheidung des internationalen Verbandes. Für solch ein Verhalten ist bei Olympischen Spielen kein Platz", kommentierte ein Funktionär des Internationalen Olympischen Komitees gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.
Dabei geht es um die Duos Wang Xiaoli/Yu Yang (China) und Jung Kyung Eun/Kim Ha Na (Südkorea) sowie Greysia Polii/Meiliana Jauhari (Indonesien) und Ha Jung Eun/Kim Min Jung (Südkorea). Alle vier Teams waren bereits für die nächste Runde qualifiziert, wollten aber durch Niederlagen versuchen, den Draw zu manipulieren, um starken Gegnern aus dem Weg zu gehen.
Mittlerweile wurde auch der Protest aller beteiligten Verbände abgelehnt, die Spielerinnen bleiben von der Doppelkonkurrenz ausgeschlossen. So konnte das Turnier immerhin mit den Nachrückern aus Russland, Südafrika, Kanada und Australien am Mittwoch fortgesetzt werden. Wie groß der langfristige Schaden für den Badminton-Sport ist, ist vorerst aber nicht abzusehen.
Der Schiedsrichter muss eingreifen
"Unsere Gegner waren wirklich stark. Es war das erste Mal, dass wir gegen sie gespielt haben, und am Mittwoch beginnt die K.o-Runde. Wir waren bereits qualifiziert und wollten mehr Energie für das Viertelfinale haben", erklärte Weltmeisterin Yu gar auf morgenpost.de diesen Schachzug. Im Spiel gegen Jung Kyung Eun/Kim Ha Na nahm diese Marschroute groteske Züge an.
Bei der 14:21, 11:21-Niederlage fanden alleine im ersten Satz neun Aufschläge der Chinesinnen den Weg ins Netz, der längste Ballwechsel ging über vier Stationen. Und alles deswegen, weil ein frühzeitiges Aufeinandertreffen mit dem zweiten chinesischen Doppel vermieden werden sollte. Die Zuschauer in der Londoner Wembley Arena quittierten dies mit Buh-Rufen.





