Nachdem Investor Hasan Ismaik die Vereinsführung von 1860 München zum Wochenbeginn öffentlich als "Bande" bezeichnet hatte, wehrten sich die Verantwortlichen gegen die Vorwürfe. Man wolle die Aussagen des 36-jährigen arabischen Unternehmers nicht auf sich sitzen lassen.
"Ich habe kopfschüttelnd vor dem Fernseher gesessen. Denn bei diesem Gespräch waren so viele Falschaussagen dabei und wurden so viele Tatsachen verdreht, dass es jetzt ein Ausmaß erreicht hat, wo wir einfach nicht mehr schweigen können", klagte 1860-Aufsichtsratschef Otto Steiner in der AZ.
Gegenüber münchen.tv hatte Ismaik zuvor versucht, die Fans auf seine Seite zu ziehen: "Ich bitte darum, den Verein vor dieser Bande zu schützen. Das ist eine Bande. Sie sind nicht interessiert daran, dass der Verein Erfolg hat. Ich zahle Geld, man beschädigt meinen Ruf, man belügt mich, die Fans, die Medien, alle. Man muss bei 1860 aufräumen."
Ismaiks Behauptungen "ein Schlag ins Gesicht"
Steiner betonte, dass es ihn persönlich treffe, "wenn Herr Ismaik von einer Bande spricht, die sich auf Kosten des Vereins bereichert. Meine Kollegen aus sämtlichen Gremien und ich reißen pro Woche neben dem normalen Beruf mindestens 30 Stunden für den Klub runter - und das ehrenamtlich. Ismaiks Behauptungen sind also eine Frechheit und ein Schlag ins Gesicht für jeden Ehrenamtlichen".
Es sei daher wichtig, dass die Fans jetzt "zusammenstehen und der Willkür nicht Tür und Tor öffnen. Denn Herr Ismaik fordert immer wieder Dinge, die nicht DFL-konform sind". Ismaik wolle außerdem eine Führung, die nach seinen Forderungen handelt, allerdings käme auch jede neue Vereinsführung in die gleiche Konfliktposition mit dem Investor wie die aktuelle.
Geschäftsführer Schäfer bleibt bei 1860
Trotz der derzeit schwierigen Lage sieht Steiner das Verhältnis zu dem Investor noch als reparierbar: "Wenn er diese Kampagnen und Beleidigungen und die damit alleine von ihm inszenierten Personaldebatten in der Öffentlichkeit beendet und wir wieder über Sachthemen sprechen können, sind wir gerne wieder gesprächsbereit. Die Tür ist dann natürlich weiter offen."
Immerhin eine positive Nachricht konnte Steiner aber auch vermelden: Der Vertrag von Geschäftsführer Robert Schäfer wird verlängert. "Schäfer macht einen fleißigen, engagierten Job und informiert beide Gesellschafter der KGaA immer sehr gut", erklärte der Aufsichtsratschef.
Adrian Bohrdt
