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Weiter Kritik an Bayern-Reise - Karl-Heinz Rummenigge gesteht Fehler ein

Zu den Kommentaren   |   Quelle: sid
21. Januar 2015, 20:31 Uhr
Karl-Heinz Rummenigge
Karl-Heinz Rummenigge gesteht sich nach Bayerns Trainingslager Fehler ein

Nachdem die Kritik an der Saudi-Arabien-Reise des FC Bayern München angehalten hatte, war der deutsche Rekordmeister am Mittwoch um Schadenbegrenzung bemüht. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge räumte zumindest Fehler ein.

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"Der FC Bayern München als Verein verurteilt jede Form von grausamer Bestrafung, die nicht im Einklang mit den Menschenrechten steht, wie im aktuellen Fall mit dem islamkritischen Blogger Raif Badawi. Es wäre besser gewesen, das im Rahmen unseres Spieles in Saudi-Arabien deutlich anzusprechen", teilte Rummenigge am Mittwochnachmittag mit.

"Sind ein Fußballklub und kein politischer Entscheidungsträger"

Allerdings wies Rummenigge in der Erklärung darauf hin, dass deutsche Spitzenpolitiker demnächst auch nach Saudi-Arabien reisen würden. "Die Politik hat grundsätzlich in diesen Fragen die Richtlinienkompetenz. Wir sind ein Fußballverein und keine politischen Entscheidungsträger, aber natürlich tragen am Ende alle, also auch wir, dafür Verantwortung, dass Menschenrechte eingehalten werden", betonte der Bayern-Boss.

Er wolle deshalb "erneut klarstellen: Gerade unser Klub hat sich immer gegen jegliche Diskriminierung, gegen Gewalt und gegen Rassismus bekannt. Und wir machten und machen uns stets für Toleranz stark." Unterstützung erhielt er von Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball, der im Interview der Bild-Zeitung sagte: "Man wird die Einhaltung der Menschenrechte nicht dadurch erreichen, indem man bestimmte Länder ignoriert und nicht mehr besucht. Der Fußball hat eine globale Strahlkraft, die er auch in Saudi-Arabien im Sinne unserer Werte nutzen sollte." Fakt sei: "Der FC Bayern ist weltweit bekannt für sein soziales Engagement. Pauschale Verurteilungen sind daher unangebracht."



Für sein Testspiel in Riad gegen Al-Hilal (4:1) zum Ende des Trainingslagers in Katar musste der FC Bayern am Dienstag zunächst vor allem aus der Politik heftige Kritik einstecken. Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger legte am Mittwoch in der "FAZ" nach. Bei den Bayern schlage "Kommerz Ethik". Man stelle sich im Zweifel "auf die Seite des Geldbeutels. Das ist schade, aber überrascht mich nicht."

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in München und Oberbayern, hätte sich gewünscht, dass der FC Bayern im Vorfeld des Trips klar Stellung bezieht. "Im Falle dieser Reise hätte man vorab auf die grausamen Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien mit treffsicheren Statements hinweisen können", sagte sie der "SZ".

Landauer als positives Beispiel

Knobloch eröffnet pikanterweise am Montag zusammen mit Rummenigge eine Sonderausstellung mit dem Thema "Kicker, Kämpfer und Legenden - Juden im deutschen Fußball und beim FC Bayern München". Darin geht es auch um den früheren Präsidenten Kurt Landauer, der jüdischen Glaubens war und 2013 posthum zum Ehrenpräsident ernannt wurde. "Ich frage mich, wie dieser Kurt Landauer heute das Verhalten seines FC Bayern sehen würde, sich in wichtigen ethischen Prozessen der Meinungsbildung völlig zu entziehen", setzte Zwanziger hinzu.

Bayerns Bundesliga-Erzrivale Borussia Dortmund wollte sich nicht konkret zum Fall äußern, schilderte der "FAZ" aber den eigenen Standpunkt: "Borussia Dortmund sind ethische und soziale Standards wichtig. Wir haben schon vor Jahren beschlossen, dass wir grundsätzlich kein Spiel in einem Land absolvieren werden, das breite Schichten der Bevölkerung diskriminiert, ihnen das Stadionerlebnis verbietet und sich einem Dialog über das Thema Menschenrechte kategorisch verweigert."

Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) teilte ebenso allgemein mit, dass man "ohne Wenn und Aber" gegen jede Form von Ausgrenzung und Diskriminierung und für die Wahrung der Menschenrechte eintrete.

Aus der Politik legte indes der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen Dieter Janecek nach: "Mein Eindruck ist, dass der FC Bayern seinen Vorbildcharakter nicht wahrnimmt". Ein weltweit so anerkannter Verein könne sich beim Thema Menschenrechte "nicht einfach wegducken", sagte er dem "Münchner Merkur".

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