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Von: Gunnar Beuth
Datum: 25. September 2013, 16:12 Uhr
Format: Artikel
Diskussion:
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Snooker: Stephen Lee für zwölf Jahre gesperrt

Stephen Lee,Snooker
Stephen Lee wird für zwölf Jahre gesperrt

Stephen Lee wird für zwölf Jahre gesperrt und das dürfte das Ende seiner Snooker-Karriere sein. Vorgeworfen wurde dem 38-Jährigen, dass er sieben Spiele - Malta Cup 2008, UK Championships 2008, China Open 2009, World Championships 2009 - manipuliert habe.

Im offiziellen Statement heißt es: "Stephen Lee wird für schuldig befunden, ein Arrangement eingegangen zu sein, beziehungsweise Geld angenommen oder angeboten zu haben, Geld anzunehmen, in Verbindung mit der Einflussnahme auf den Ausgang von sieben Matches, bei denen Regel 2.9 verletzt wurde."

Die Matches, auf die sich bezogen wird, waren gegen Ken Doherty und Marco Fu (Malta Cup 2008), dazu soll Lee den ersten Frame gegen Stephen Hendry und Mark King verloren haben (UK Championship 2008). Weiter habe Lee jeweils gegen Neil Robertson (Malta Cup 2008) sowie Mark Selby (China Open 2009) eine Niederlage in abgesprochener Höhe kassiert.

Stephen Lee: Snooker-Comeback mit 50?

Auch bei der Snooker-WM 2009 habe Lee in der ersten Runde absichtlich gegen Ryan Day mit 4:10 verloren. Interessant dabei ist, dass der Vorsitzende der Ausschusses, Adam Lewis, erklärte, auch eine lebenslange Sperre wäre möglich gewesen. Allerdings halte er den Spieler für "schwach", und meinte, er wäre von diversen Leuten ausgenutzt worden.

Diese Leute bestanden aus einer Gruppe von drei Männern, die von diversen Konten Geld auf die Spiele von Lee gesetzt und dabei etwa 100.000 Pfund verdient hätten. Die Sperre gilt rückwirkend vom 12. Oktober 2012, an diesem Tag war Lee suspendiert worden. Damit wäre ein Comeback frühestens am 12. Oktober 2024 möglich - dem 50. Geburtstag von Stephen Lee.

Lee meinte: "Ich bin am Boden zerstört, denn ich habe nichts falsch gemacht." Weiter meinte er: "Ich bin unschuldig und ich werde mich bald in der Öffentlichkeit äußern. Vorher werde ich mich mit meinem Anwalt besprechen." Es ist die längste Strafe, die je im Snooker ausgesprochen wurde. Zudem muss Lee die Kosten des Verfahrens in Höhe von 40.000 Pfund tragen.

Sperre für Stephen Lee: Shaun Murphy redet Klartext

WPBSA-Vorsitzender Jason Ferguson meinte: "Wir sind natürlich nicht stolz darauf, uns mit diesem Fall beschäftigen zu müssen. Aber wir wollen sicherstellen, dass der Sport frei von Korruption ist (…). Wir arbeiten eng mit Partnern auf der ganzen Welt zusammen und stellen klar: Wenn ein Spieler in Korruption verwickelt ist, werden wir dies rausfinden und ihn aussortieren."

Gegenüber der BBC hat sich Mark King geäußert und meinte, er habe "absolut keine Sympathie" für Stephen Lee. Der Spieler habe "Schande" über den Snooker-Sport gebracht. Ähnlich sieht es auch Shaun Murphy, der Lee als netten Typen kennengelernt habe, aber im Snooker gäbe es keinen Platz für Spielabsprachen.

"Wenn es wirklich Leute gegeben hat, die ihn dazu angestiftet haben, Dinge zu tun, für die er die Schuld bekommen würde, dann hätte er einfach ablehnen müssen", meinte Murphy zu BBC Radio 5. "Aber noch wichtiger ist, als Snooker-Profi hat er nicht nur sich selbst geschadet, er hat dem Sport und dessen Ansehen geschaden. Ich hoffe, wir werden ihn nie wieder am Tisch sehen."