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Von: Daniel Raecke
Datum: 16. Dezember 2012, 22:30 Uhr
Format: Artikel
Diskussion:
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Schalke 04 und die Entlassung von Trainer Huub Stevens

Clemens Tönnies, Huub Stevens, Schalke 04
Clemens Tönnies hatte Huub Stevens noch Ende Oktober sehr gern

Seit Clemens Tönnies Aufsichtsratsvorsitzender bei Schalke 04 ist, saßen in elf Jahren 16 verschiedene Trainer auf der Bank. Das sind im Schnitt pro Jahr mehr als bei Chelsea unter Roman Abramovich. Nur dass der mehr Geld in seinen Club steckt. sportal.de über eine desolate Personalpolitik.

Wer wissen will, warum Schalke 04 auf absehbare Zeit nie den Erfolg haben wird, den Borussia Dortmund in den letzten Jahren genoss (und das ist ja eine Frage, die einige Menschen interessieren dürfte), der muss nur auf die Halbwertszeit des Trainerpostens in Gelsenkirchen blicken. Was immer man über jeden einzelnen Wechsel des Chefcoachs denken mag - so schnell, wie ein Trainer auf Schalke weg ist, kann der Club nie zu Europas Elite gehören - obwohl er nach dem Umsatz dazu zählen müsste.

Sicher kann man nicht alle Wechsel als Managementfehler abtun - Ralf Rangnick konnte (zumindest bei seinem zweiten Abgang) aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiter machen. Aber die aktuelle Entscheidung, Huub Stevens, der den Club direkt in die Champions League und in dieser als Gruppensieger ins Achtelfinale geführt hatte, durch U17-Trainer Jens Keller zu ersetzen, hat etwas so Abramovicheskes, dass es an der Zeit ist, den Blick über die unmittelbare Personalie und ihre veröffentlichten Gründe hinaus zu richten.

Zunächst einmal die Litanei der Schalker Coaches seit 2001: Huub Stevens, Frank Neubarth, Marc Wilmots, Jupp Heynckes, Eddy Achterberg (Interimstrainer), Ralf Rangnick, Oliver Reck (Interimstrainer), Mirko Slomka, Mike Büskens (Interimstrainer), Fred Rutten, Mike Büskens (Interimstrainer), Felix Magath, Ralf Rangnick, Seppo Eichkorn, Huub Stevens, Jens Keller.

Slomka blieb von ihnen am längsten - etwas mehr als zwei Jahre. Er wurde gefeuert, obwohl Schalke mit dem Erreichen des Champions League-Viertelfinals den bis dahin größten Erfolg der Clubgeschichte gefeiert hatte und in der Bundesligatabelle auf einem Champions League-Platz lag. Felix Magath hatte Schalke sensationell in die Champions League geführt, dort ebenfalls die KO-Runde erreicht - und musste dennoch gehen, weil er sich mit der Mannschaft nicht mehr verstanden habe.

Interessanterweise wurden in den letzten Wochen ähnliche Geschichten über Stevens an die Presse lanciert. So wollte man seinen Abschied vielleicht schon vorbereiten. Dass Schalkes Leistung in den letzten Wochen nicht den Ansprüchen des Clubs genügte, stimmt natürlich. Und wir können von außen nicht beurteilen, welche internen Probleme es gegeben haben mag. Wir können aber zwei Dinge dazu sagen:

1) Kein Trainer kommt ohne Schwächephasen aus

Man kann die Arbeit eines Trainers nie nur anhand von fünf Spielen beurteilen, egal, wie unzufrieden man mit konkreten Resultaten ist. Der Blick über den engen Zeithorizont hinaus ist die einzige Möglichkeit, Wunsch und Wirklichkeit seriös miteinander in Einklang zu bringen. Und wenn man Stevens' Resultate im Großen und Ganzen sieht, dann kann man nicht ernsthaft zu dem Schluss kommen, Jens Keller werde eine bessere Bilanz aufweisen als der Niederländer.

Genau das Gleiche gilt sinngemäß eben auch für Chelsea. Die Entlassung von Roberto di Matteo, der noch dazu sogar die Champions League gewonnen hatte, war ein Manifest der Ungeduld auf Seiten der Clubführung - oder konkreter: bei Roman Abramovich. Zurecht reagierten die Fans der Blues empört auf den Rauswurf und empfingen Nachfolger Rafael Benítez feindselig. Es bleibt abzuwarten, wie sich Schalkes Fans im Pokalspiel gegen Mainz äußern werden.

Horst Heldt sagte zur Rechtfertigung von Stevens' Rauswurf, die Mannschaft sei in der Hinrunde "komplett hinter den Erwartungen zurückgeblieben". Das sagt nach dem besten Start seit Jahrzehnten schon einiges über die Erwartungen aus. Nicht die Hinrunde war enttäuschend, sondern die letzten fünf Spiele - und auch die nur in der Liga. Wenn Borussia Dortmund Jürgen Klopp so ungeduldig behandelt hätte, wäre der doppelte Meistertrainer schon nach einem Jahr wieder rausgeschmissen worden.

Der Unterschied zu Klopp besteht natürlich darin, dass Schalke ohnehin nicht langfristig mit Stevens zu planen scheint. Gerüchte, Thomas Tuchel werde als Nachfolger ins Visier genommen, waren schon vor Wochen zu hören. Das erklärt eine ausbleibende Vertragsverlängerung. Aber es erklärt nicht, warum Jens Keller Schalke ins Achtelfinale der Champions League führen soll.

2) Eine Entlassung kann viele Gründe haben. Aber zehn Entlassungen sind Versagen der Clubführung

Wir können, wie oben schon angesprochen, nicht im Detail beurteilen, welche Faktoren in die Schalker Entscheidung eingeflossen sind. In der Summe der Einzelfälle ergibt sich aber ein klares Bild: Die Verantwortlichen (das sind in diesem Fall Horst Heldt, in letzter Konsequenz aber Clemens Tönnies) haben kein klares Konzept davon, was sie von einem Trainer der Bundesligamannschaft erwarten.

Heldt selbst hatte als Sportmanager in Stuttgart in vier Jahren auch vier Trainer unter sich, wobei er Armin Veh holte, der dann sensationell den Meistertitel gewann. Das bewahrte ihn aber auch nicht vor der Entlassung, ein Trainerkarussell wurde in Schwaben installiert, das erst Bruno Labbadia stoppen konnte, indem er als erster VfB-Coach seit Vehs Rausschmiss eine ganze Saison überstand. Heldt ging dann 2010 nach Schalke, wo er zunächst unter Felix Magath arbeiten sollte, diesen schon bald aber zumindest auf dem Sportdirektorposten beerbte.

Seit Heldt in Gelsenkirchen wirkt, und das sind keine drei Jahre, gab es bereits fünf Trainer, wenn man Seppo Eichkorn mitzählt. Da es aber zuvor auch nicht viel besser aussah, lässt er sich nicht als Hauptverantwortlicher für die vielen Wechsel ausmachen. Da die sportliche Gesamtbilanz Schalkes in der Ära Tönnies besser aussieht als in den zehn Jahren zuvor, kann man natürlich auch der Meinung sein, so schlecht sei der Kurs gar nicht, der bei den Knappen eingeschlagen werde.

Gerade im direkten Vergleich mit Dortmund aber werden die krassen Unterschiede deutlich. Von den zwei Meistertiteln einmal abgesehen, spielt der BVB inzwischen einen Fußball mit klarem Profil, der ihn zu einem Geheimfavoriten auf den Champions League-Titel gemacht hat. Und anders als der FC Bayern, der von den Voraussetzungen her Schalke noch einiges voraus hat, verfügt Dortmund nicht über wesentlich andere Mittel.

Vielleicht ist Stevens' Entlassung nur das Vorspiel zu einem Neuanfang im Sommer, der dann von Thomas Tuchel (oder Armin Veh, der eine gemeinsame Vergangenheit mit Heldt teilt) beschritten werden soll. Das rechtfertigt aber nicht den vorzeitigen Rauswurf eines verdienten Trainers. Und es ist auch erst dann glaubwürdig, wenn man auf Schalke mal einen schlechten Monat haben kann, ohne gleich seine Papiere zu bekommen.

Wenn aber nicht mal eine Clublegende wie Stevens den Kredit hat, in so einer Mini-Krise gestützt zu werden, dann dürfen Tuchel oder Veh sie sich sicher ebenfalls nicnt leisten. Jens Keller ohnehin nicht.