Der Ausgleichstreffer von Jermaine Jones zum 1:1-Endstand bei Galatasaray hatdem FC Schalke 04 die Tür zum Viertelfinale in der Champions League einen ordentlichen Spalt breit geöffnet - und gibt den Knappen sicher Selbstvertrauen auch für die Bundesliga.
Burak Yilmaz (12.) brachte die Hausherren früh in Führung, bevor Jermaine Jones (45.) kurz vor der Halbzeit der Ausgleich gelang. Galatasaray schaffte es damit zum fünften Mal in Folge nicht, im heimischen Stadion gegen eine deutsche Mannschaft zu gewinnen. Wollen die Türken zum ersten Mal seit 2001 wieder ins Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs einziehen, müssen sie im Rückspiel ihre Chancen besser nutzen.
Der FC Schalke dagegen bleibt durch das Unentschieden in dieser Champions-League-Saison ungeschlagen und hat nun eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Gelsenkirchen. Trainer Jens Keller muss dann allerdings auf Jones verzichten, der seine dritte Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb sah.
Individueller Fehler bringt Schalke in Rückstand
Die Schalker begannen forsch und starteten unmittelbar nach dem Anpfiff ihren ersten Angriff. Nachdem Jones sich mit einem schönen Solo über die linke Seite durchgesetzt hatte, entschärfte Fernando Muslera jedoch den Torschuss mit einer schönen Parade. Im direkten Gegenzug setzten auch die Hausherren erste Ausrufezeichen, der Fernschuss von Yilmaz nach Vorlage von Didier Drogba blieb aber ebenso erfolglos wie der folgende Versuch von Sabri Sarioglu.
Beide Mannschaften waren gut im Spiel, wobei die Gäste mehr Druck aufs Tor entwickelten. Ein individueller Fehler von Roman Neustädter im Mittelfeld brachte die Gastgeber aber wieder in Ballbesitz, Benedikt Höwedes konnte sich im Zweikampf nicht gegen Yilmaz durchsetzen und der Türke beförderte den Ball zur Führung ins Schalker Tor.
Abwehrreihen zeigen Schwächen
Schalke ließ sich durch den Rückstand nicht verunsichern und spielte weiter nach vorne, verpasste aber den direkten Ausgleichstreffer, als Klaas-Jan Huntelaar den Ball nach einer Ecke nicht über die Linie bekam (16.). Kurz darauf hätte Galatasaray die Führung ausbauen können, der Schuss von Hamit Altintop traf allerdings nur die Latte (18.).
Die Abwehrreihen beider Mannschaften zeigten sich in der Folge weiter anfällig, die Stürmer konnten diese Schwächen jedoch nicht ausnutzen. So dauerte es bis zum Ende der Halbzeit, bevor die Schalker einen schnellen Konter über Jefferson Farfan zum Ausgleich nutzten. Der Peruaner legte den Ball quer auf den mitgelaufenen Jones, der ihn unhaltbar für Muslera in die Maschen zirkelte.
Häufige Fehlpässe hemmen den Spielaufbau
Nach dem Seitenwechsel beruhigte sich das Spiel ein wenig, beide Mannschaften versuchten sich zu ordnen. Durch häufige Fehlpässe gelang allerdings weder den Hausherren, noch den Gästen ein geordneter Spielaufbau. Den Spielern war die intensive erste Halbzeit deutlich anzumerken.
Schalke versuchte über Standardsituationen Druck aufzubauen, Galatasaray gab sich aber keine Blöße. Aus dem Spiel heraus kreierten beide keine zwingenden Chancen, ein guter Schuss von Farfan in der 55. Minute wurde von Sarioglu geblockt. Bei der Rettungsaktion berührte der Türke den aus kurzer Entfernung geschossenen Ball auch mit der Hand, ein Elfmeterpfiff wäre aber überzogen gewesen.
Abwehrfehler halten die Spannung hoch
Gegen Ende des Spiels wollten beide Mannschaften die Entscheidung zu ihren Gunsten erzwingen, doch die Stürmer konnten den Ball nicht mehr im Tor unterbringen.
Die Zuschauer in der gut gefüllten Türk Telekom Arena sahen vor allem in der ersten Halbzeit ein sehenswertes Spiel, das im späteren Verlauf vor allem durch die Fehleranfälligkeit beider Abwehrreihen spannend blieb. Im Rückspiel haben die Schalker nun durch das erzielte Auswärtstor die bessere Ausgangsposition.
Autor: Martin Grabmann
