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Datum: 02. Juli 2012, 14:18 Uhr
Format: Artikel
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Sammer löst Nerlinger beim FC Bayern München als Sportdirektor ab

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Matthias Sammer wird neuer Sportdirektor bei Bayern München

Der Paukenschlag nach der EM: Christian Nerlinger wurde entlassen, Matthias Sammer ist der neue Sportdirektor. Verträgt sich Dickkopf Sammer mit der Führungsriege der Bayern und verkörpert er die Siegermentalität, die dem Rekordmeister zuletzt abging?

Matthias Sammer wird zur kommenden Saison neuer Sportdirektor beim FC Bayern. Aber verträgt sich Dickkopf Sammer mit der großkopferten Führungsriege des Rekordmeisters? Kann er als Sportdirektor das schaffen, was Christian Nerlinger nicht gelang und eine neue erfolgreiche Ära prägen? Oder haben Hoeneß und Co. Seit Klinsmann und van Gaal nichts gelernt?

Bayern sorgt für Sensation nach der EM

Kaum ist die EM beendet, schon folgt die erste Hammermeldung vom FC Bayern: Matthias Sammer wird neuer Sportdirektor beim FC Bayern. Das bedeutet gleichzeitig das Aus für Christian Nerlinger, der seit Juli 2009 den Posten des Sportdirektors bekleidet hatte.

Sammer war schon des Öfteren bei den Bayern im Gespräch, der Zeitpunkt des Wechsels kommt jedoch nicht nur für Kenner des FC Bayern überraschend. Zuletzt wurde hauptsächlich über die Neuzugänge für die kommende Saison oder die potentiellen Nachfolger von Jupp Heynckes spekuliert. Nun also der Paukenschlag auf dem Posten des Sportdirektors.

Nerlinger und Vorstand mit "unterschiedlichen Auffassungen“

Auf der offiziellen Homepage des Clubs werden "unterschiedliche Auffassungen über das Konzept für die Zukunft der Mannschaft" als die Gründe für die Trennung von Christian Nerlinger angegeben. Vermutlich wünscht man sich in den Reihen des FCB-Vorstands in Zeiten, in denen oftmals über Dinge wie "Siegermentalität" und den "unbedingten Willen" gesprochen wird, einen Sportdirektor wie Sammer, der genau das verkörpert.

Sammer ist als ein Verfechter der (langfristigen) Nachwuchsarbeit bekannt. Beim DFB war er, neben dem Posten des Sportdirektors, seit 2010 ebenfalls als Nachwuchskoordinator zuständig und setzte sich für die ganzheitliche Ausbildung junger Fußballer und die Verbesserung der Infrastruktur zur Talentförderung ein.

Nun soll Sammer also seine Ideen beim FC Bayern verwirklichen und dem Verein wieder den Erfolg bringen, der quasi in der Vereinssatzung festgeschrieben steht und den man in den vergangenen Jahren so schmerzlich vermisste. Aber Sammer und der FC Bayern? Kann das gut gehen?

Dickkopf Sammer als Leithammel

Sammer gilt als ein Dickkopf, nicht unähnlich einem Louis van Gaal, der zwar kurzfristig sehr erfolgreich war, letztlich aber am Machtkampf mit Rummenigge und Co. scheiterte. Der FC Bayern holt sich also erneut einen Lautsprecher ins Haus, der eine feste Philosophie verfolgt und der notfalls bereit ist, dafür über sprichwörtliche Leichen zu gehen.

An der Fachkompetenz von Matthias Sammer zweifeln wohl die wenigsten. Daran ob sich die Lautsprecher Hoeneß, Rummenigge und Sammer aber vertragen sehr wohl. Bereits als Spieler ging Sammer eisern und oft einsam seinen Weg. In seiner Zeit als DFB-Sportdirektor lieferte er sich zeitweise heftige Kompetenzdebatten mit Teammanager Oliver Bierhoff und Bundestrainer Jogi Löw um die Ausrichtung des DFB und dessen Jugendabteilungen und U-Nationalmannschaften.

Sammer stellt jedenfalls das krasse Spiegelbild zu Christian Nerlinger dar, der letztlich weniger an der Qualität seiner eigenen Arbeit gescheitert ist, sondern viel mehr an dem Anspruch, den die Nachfolge eines Uli Hoeneß mit sich bringt. Man traute es Nerlinger wohl nach zwei titellosen Jahren einfach nicht mehr zu, eine ähnliche Ära zu prägen. Zu uncharismatisch und zu hölzern kam er oftmals daher. Sammer soll nun also genau das leisten.

Entscheidung pro Sammer bereits vor der EM

Die Entscheidung pro Sammer fiel laut der Presseerklärung des FC Bayern bereits vor der EM Endrunde in Polen und der Ukraine. Aufgrund "der damit zu erwartenden Unruhe" entschied man sich jedoch dafür bis nach dem Finale zu warten, um die Personalie bekannt zu geben.

Für die Fans wird es interessant zu sehen sein, wie sich der Wechsel auf die Personalplanung für die nächste Saison auswirken wird. Es ist wahrscheinlich, dass Sammer bereits bei den bisherigen Neuzugängen eingeplant war.

Martinez ist Sammers erste Hausaufgabe

Nach den bereits feststehenden Verpflichtungen von Claudio Pizarro, Tom Starke, Dante, Xherdan Shaqiri und Mario Mandzukic wird es nun die Aufgabe Sammers sein, die letzte Planstelle im Kader des FC Bayern zu stopfen und Javi Martinez von Athletic Bilbao loszueisen. Der Neue kann also gleich zeigen, was er kann. Frei nach dem Motto: Der kürzeste Weg zum Ziel führt manchmal eben auch mit dem Kopf durch die Wand.

Michael Stricz