Die Nachspielzeit der Relegationspartie zwischen Hertha BSC Berlin und Fortuna Düsseldorf geht langsam aber sicher zu Ende. Nun hat sich Christian Lell vor dem DFB-Gericht verantworten müssen und wurde schuldig gesprochen. Seine Strafe beträgt fünf Spiele Sperre. Hertha sortierte ihn zusammen mit drei anderen Spielern aus.
Christian Lell von Hertha BSC ist vom DFB-Sportgericht wegen krass sportwidrigen Verhaltens und Schiedsrichter-Beleidigung für fünf Spiele gesperrt worden. Der DFB sah es als erwiesen an, dass der Berliner Verteidiger seinen Düsseldorfer Gegenspieler Assani Lukimya im chaotischen Relegations-Rückspiel angespuckt und Referee Wolfgang Stark im Anschluss an die Partie beleidigt hat. Der DFB-Kontrollausschuss hatte noch eine Sperre von sechs Spielen gegen den Herthaner gefordert.
Alles begann mit einem Wortgefecht
Laut DFB-Mitteilung habe Lell die Vorwürfe nicht bestritten. Lells Anwalt Frank Rybak sagte der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage aber, die Aussage vor Gericht sei "kein explizites Geständnis". Vielmehr habe der 27-Jährige den Fall "aus verfahrensökonomischen Gründen" beenden wollen, um für die kommende Saison planen zu können.
In der Bild hatte Lell noch bestritten, Lukimya angespuckt zu haben. Die Szene in der Nachspielzeit in Düsseldorf am 15. Mai soll mit einem Wortgefecht begonnen haben. "Seine netten Worte habe ich irgendwann mit ebenso netten Worten beantwortet, was er wohl nicht vertragen hat", meinte Lell. "Ich habe Lukimya aber definitiv nicht bespuckt! Obwohl er auf dem Platz so getan hat."
Lell regt sich über Lukimya auf
Auch die Behauptung, er habe sich noch an besagtem Abend bei der Dopingprobe bei Lukimya entschuldigt, wies Lell zurück. "Da liefen wir uns wieder über den Weg, haben beide geschmunzelt und gesagt: "Ok, vergessen und verziehen." Dass er das so einseitig als meine Entschuldigung verkauft, ist unverschämt. Eine Sauerei, wie Lukimya lügt!" Der bisherige Fortuna- und künftige Werder-Profi entgegnete: "Wenn man mich als Lügner darstellt, kann ich das nicht akzeptieren."
Wegen der Vorkommnisse hatte der DFB-Einzelrichter bereits Lells Teamkollegen Levan Kobiashvili bis Jahresende, Thomas Kraft für vier Spiele und Kapitän André Mijatovic für drei Matches gesperrt.
Lell, Mijatovic, Ebert und Ottl müssen sich neuen Club suchen
Die Sperren für Lell und Mijatovic werden Hertha in der nächsten Saison aber nicht mehr betreffen. Die beiden Spieler werdem genau wie Patrick Ebert und Andreas Ottl in der neuen Saison keinen neuen Vertrag mehr bei den Berlinern erhalten. Der neue Trainer Jos Luhukay und Manager Michael Preetz hätten "in den vergangenen Tagen intensive Gespräche über die Zusammensetzung des Spielerkaders für die kommende Saison geführt".
Dabei seien diese Entscheidungen gefallen, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung auf der Internetseite des Hauptstadtclubs. "Hier sind in den letzten vier Monaten Dinge aus dem Ruder gelaufen, die mir nicht gefallen haben. Das muss reichen", konterte Lell in einem Interview der Bild.
Nach eigenen Angaben hätte er Hertha BSC auch im Falle des Klassenverbleib in der Bundesliga verlassen. "Die Wege hätten sich so oder so getrennt. Auch wenn wir in der ersten Liga geblieben wären, hätte ich trotz Vertrags bis 2016 um ein Gespräch mit Hertha gebeten", sagte Lell.
