Vor dem Spitzenspiel gegen Tottenham kocht die Rassismus-Affaire um John Terry wieder hoch. Nachdem Terry mit einer Strafe seitens der FA belegt und zudem vier Spiele gesperrt wude, verkündete der FC Chelsea, dass Terry sein Kapitänsamt weiter bekleiden wird.
John Terry akzeptierte die von der FA verhängte Strafe, die ihn 220.000 Pfund und vier Ligaspiele kostet. Nachdem er im Oktober 2011 seinen Gegenspieler Anton Ferdinand rassistisch beleidigt haben soll, wurde das Urteil gesprochen. Nun gehen die Gerüchte um sein Kapitänsamt beim Londoner Club weiter. Bruce Buck, Vorstandsvorsitzender des FC Chelsea, erklärte auf soccernet.espn.go.com: "John wird auch weiterhin Kapitän des FC Chelsea bleiben, allerdings haben wir auch disziplinarische Maßnahmen eingeleitet."
Trainer Roberto Di Matteo hingegen ließ sich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Tottenham nicht in die Karten blicken. Ob Terry am kommenden Dienstag im Champions League-Spiel gegen Schachtjor Donezk als Spielführer aufs Feld laufen wird, "wird man sehen. Wir geben keine Interna heraus. Wir finden es gut, dass Terry seine Strafe akzeptiert, damit entschuldigt er sich bei der Familie Ferdinand, zwar nicht direkt, aber er entschuldigt sich."
In der Premier League finden in dieser Woche die "Kick-it-out"-Wochen statt. Eine Kampagne, die gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus aufmerksam machen soll. Alle Clubs werden beim Warmmachen entsprechende T-Shirts tragen, auch Chelsea, versicherte Di Matteo. John Terry wird nicht in den Genuss kommen ein solches Shirt zu tragen, er ist vom Verband für vier Ligaspiele gesperrt worden und wird maximal auf der Tribüne platz nehmen können.
"John Terry glaubt, er hat nichts falsch gemacht"
Mark Hughes, Trainer von Ferdinand bei den Queens Park Rangers, sieht Terry weiterhin sehr kritisch. "Ob das eine Entschuldigung ist, weiß ich nicht. Terry glaubt, er hat nichts falsch gemacht und das bleibt am Ende stehen", sagte der Übungsleiter auf einer Pressekonferenz.
Hughes lobte unterdessen seinen Spieler, der sich seit dem Vorfall stets professionell und im Training wie im Spiel unbeeindruckt zeigte. Hughes hält die Kampagne "kick-it-out für wichtig und mahnt, dass zwar in England in den letzten 20 Jahren eine gute Entwicklung zu sehen war, aber andere Länder noch weiter hinten anstehen. Als Beispiel nannte er die Ausschreitungen beim U21 Länderspiel zwischen Serbien und England.
Von John Terry gab es bisher keine Äußerungen zum Urteil. Am Dienstag wird der Abwehrspieler höchstwahrscheinlich wieder auf dem Platz stehen. Denn seine Sperre gilt nicht für die Champions League.
