Stuttgart wartet noch auf den ersten Heimsieg, Fans und Medien werden unruhig. Das findet Bruno Labbadia höchst ungerecht, in einem verbalen Rundumschlag wehrt sich der Trainer. sportal.de will wissen: Berechtigter Ausraster und müssen Trainer mit Pfiffen leben?
Wutreden gab es schon einige in der Bundesliga, legendäre Auftritte legten Giovanni Trapattoni beim FC Bayern und Thomas Doll in seiner Zeit bei Borussia Dortmund hin. Die neueste Version kommt von Bruno Labbadia, der Stuttgarter Coach redete sich nach dem 2:2 gegen Bayer Leverkusen und Pfiffen von den Rängen in Rage:
"Ich kann gewisse Dinge nicht akzeptieren, wenn der Trainer wie der letzte Depp dargestellt wird, als hätte er gar keine Ahnung", sagte Labbadia in der Pressekonferenz, nachdem er Publikumsliebling Raphael Holzhauser gegen den ungeliebten Zdravko Kuzmanovic ausgewechselt und dafür "Bruno raus"-Rufe kassiert hatte. "Die Zuschauer sind aufgewiegelt durch absolute Unwahrheiten. Holzhauser wäre nicht mehr beim VfB, wenn ich nicht mein Veto eingelegt hätte. Die Trainer sind nicht die Mülleimer von allen." Um dann noch einen draufzusetzen: "Am Arsch geleckt! Das Fass ist absolut voll!"
Labbadia ging damit nicht nur gegen die Fans vor, er schloss mit seiner Kritik auch die Medien ein, die nach dem schlechten Start in der Bundesliga über Labbadias Entlassung spekulieren. Für Labbadia geht es um Respekt, um die Anerkennung seiner Arbeit in den letzten knapp zwei Jahren (Klassenerhalt, im Jahr darauf Europa League), um die richtige Einordnung der finanziellen Möglichkeiten in Stuttgart und um den Faktor Zeit beim Aufbau einer neuen Mannschaft.
Sind Sie der Meinung, Labbadia trifft den Kern der Sache? Oder reagiert er viel zu dünnhäutig, denn Bundesliga-Trainer müssen mit extremen Reaktionen rechnen? Oder war es einfach nur unterhaltsam und gehört zum Bundesliga-Alltag dazu? Diskutieren Sie über die Kommentarfunktion unter dem Artikel mit, wir sind gespannt auf ein breites Meinungsbild.
