Real Madrid sah gegen Manchester City nach einem zweifachen Rückstand trotz haushoher Überlegenheit bereits zur nächsten Niederlage verdammt aus, bis sie die Partie am Ende doch drehten und mit einem 3:2-Sieg in die Champions League starteten.
José Mourinho setzte auf eine defensive Aufstellung wie zu Zeiten beim FC Chelsea und stellte drei Sechser im zentralen Mittelfeld auf: Xabi Alonso, Sami Khedira und Michael Essien. Die offensiven Kräfte Mesut Özil, Luka Modric, Kaká und Karim Benzema blieb nur der Platz auf der Bank. Überraschend war auch der Einsatz des jungen Franzosen Raphael Varane für Sergio Ramos in der Innenverteidigung.
Zumindest nominell agierte Manchester City etwas offensiver. Javi Garcia spielte als einziger defensiver Mittelfeldspieler hinter Yaya Touré und Gareth Barry. Über außen griffen David Silva und Samir Nasri hinter Stoßstürmer Carlos Tevez an.
Real Madrid hochüberlegen
Real Madrid agierte weit zurückgezogen und lauerte auf Konter, was sich nach neun Minuten beinahe schon ausgezahlt hätte. Nach einem Fehlpass kam der Ball zu Cristiano Ronaldo, der Vincent Kompany im Zweikampf locker aussteigen ließ, doch City-Keeper Joe Hart war mit einer Glanzparade zur Stelle.
Das Duell zwischen Ronaldo und dem englischen Nationalkeeper fand in der zwölften Minute seine Fortsetzung, doch nach einem Schuss des Portugiesen und einem Kopfball von Gonzalo Higuaín war erneut Hart zur Stelle. Sechs Minuten später scheiterte Higuaín alleine vor Hart. Real bestimmte die Partie in der Anfangsphase eindeutig.
Danach bekam die City-Defensive Spiel und Gegner besser in den Griff, nach vorne ging aber weiterhin überhaupt nichts. Aber auch Real tat sich nun schwer, gegen die dichte Abwehr Chancen zu erspielen. Erst in der 40. Minute gab es die nächste Möglichkeit für die Königlichen. Kompany verschätzte sich bei einer Flanke und so kam Higuaín wenige Meter vor dem Tor an den Ball, setzte diesen aber über die Latte. Ángel di María versuchte sich eine Minute später aus der Distanz, verpasste das Tor aber knapp.
Tor für Manchester City wie aus dem Nichts
Nach der Pause sahen die Zuschauer im Estadio Santiago Bernabéu ein unverändertes Bild: Real drängte auf die Führung und setzte Manchester durch frühes Pressing sehr unter Druck. Während City offensiv überhaupt nichts Zustande brachte, scheiterte für Real Di María (47.). Nachdem auch Marcelo aus der Distanz knapp verpasste, reagierte Roberto Mancini und brachte für Silva Edin Dzeko (63.). Und auch Mourinho wechselte und brachte Özil für Essien (65.).
Doch der Wechsel von Mancini sollte sich auszahlen. Pepe verlor den Ball in der City-Hälfte, Yaya Touré setzte Dzeko ein und der Bosnier schob ganz überlegt zum 0:1 (69.) ein - der Spielverlauf war komplett auf den Kopf gestellt. Real war geschockt und beinahe hätte Aleksandar Kolarov drei Minuten später alles klar gemacht, doch Iker Casillas war zur Stelle. Mourinho setzte nun alles auf die Offensive, nahm Khedira und Higuaín raus, brachte dafür Karim Benzema und Luka Modric. Mancini brachte Pablo Zabaleta für Maicon.
Real-Feuerwerk in den Schlussminuten
Die Real-Abwehr wackelte enorm, Touré traf nur das Außennetz, doch im Gegenzug gelang Marcelo der überfällige Treffer für die Königlichen. Nachdem der brasilianische Außenverteidiger es zuvor zweimal mit links mit Gewalt versucht hatte, war er in der 76. Minute mit Gefühl und dem rechten Fuß erfolgreich. Gegen den von García noch leicht abgefälschten Schuss war Hart machtlos.
Nun sahen die Zuschauer ein absolutes Spitzenspiel auf hochklassigem Niveau. Den nächsten Schlag setzten wieder die Gäste. Eine Flanke von Kolarov segelte zum Entsetzen der Zuschauer vielleicht noch leicht abgefälscht von Xabi Alonso zum 1:2 ins Netz (85.). Aber Real antwortete im Gegenzug und glich durch Benzema aus (87.). Doch Real hatte noch nicht genug. Ronaldo nahm sich noch einmal ein Herz und zog ab, Kompany zog seinen Kopf ein, Joe Hart wurde davon völlig überrascht und konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren. Real Madrid hatte das Spiel in den Schlussminuten noch einmal gedreht und dürfte mit diesem Auftritt die Fans versöhnt haben.
