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Datum: 14. März 2013, 23:38 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sportal.de
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Adebayor rettet Tottenham Hotspur

emmanuel adebayor, tottenham hotspur
Emmanuel Adebayor sicherte den Spurs mit seinem Treffer das Viertelfinale

Inter Mailand schrammte im Rückspiel gegen die Spurs haarscharf an der Sensation vorbei. Auch die anderen englischen Teams sind weiter. Basel rettete sich in Unterzahl in die nächste Runde.

Im Achtelfinale der Europa League hat sich Tottenham Hotspur trotz einer 1:4 (0:1)-Niederlage im Rückspiel nach Verlängerung gegen Inter Mailand durchgesetzt. Auch der FC Chelsea und Newcastle United sind weiter. Der FC Basel musste bei Zenit St. Petersburg lange zittern, Rubin Kasan knackte UD Levante erst in der Verlängerung.

 

Inter Mailand verpasst Comeback nur knapp

Unbeeindruckt von der 0:3-Hinspielniederlage hat Inter Mailand im Rückspiel gegen Tottenham die Verlängerung erzwungen. Inter stand kurz davor, das Duell zu drehen, am Ende rettete Emmanuel Adebayor beim 1:4 (0:1) das Weiterkommen für die ohne den gelbgesperrt fehlenden Gareth Bale enttäuschenden Londoner.

Mit dem ersten guten Angriff ging Inter im heimischen San Siro in Führung, Antonio Cassano köpfte den Ball per Aufsetzer komplett freistehend in die lange Ecke (20.), weniger später verhinderte nur die Querlatte das 2:0 durch Rodrigo Palacio. Auch nach der Pause ließ Inter nicht locker, Palacio erhöhte kurz nach Wiederanpfiff auf 2:0. Frei vor Brad Friedel ließ er dem Torhüter der Londoner keine Chance (52.).

Ein Eigentor von Tottenhams William Gallas sorgte dann für den Ausgleich nach Hin- und Rückspiel, der Routinier fälschte einen Freistoß von Cassano ins eigene Tor ab (76.). Kyle Naughton hatte die erste Möglichkeit für Tottenham nach der Pause. Seinen Schuss lenkte Samir Handanovic jedoch um den Pfosten (86.). Die große Chance zur Entscheidung ließ wenig später Inters Esteban Cambiasso liegen, der den Ball frei vor dem Tor um Zentimeter am langen Pfosten vorbei schob (90.+3).

In der Verlängerung wurden die Londoner stärker, ließen zwei gute Chancen nach Eckbällen liegen (92./93.). Emmanuel Adebayor machte es schließlich besser: Einen Abpraller drückte der Togolese über die Linie (97.). Inter kam aber nochmal zurück, Ricardo Alvarez köpfte nach Flanke von Cassano zum 4:1 in die lange Ecke (110.). Mailand rannte weiter an, der fünfte Treffer gelang aber nicht mehr.

Glückliches Chelsea bleibt im Rennen

Champions-League-Sieger FC Chelsea ist im Achtelfinal-Duell mit dem rumänischen Rekordmeister Steaua Bukarest mit einem blauen Auge davon gekommen. Die Londoner kamen nach dem 0:1 im Hinspiel an der Stamford Bridge zu einem glücklichen 3:1 (1:1).

Juan Mata (33.), John Terry (58.) und Fernando Torres (70.) erzielten die nötigen Treffer für die Blues, nachdem der zwischenzeitliche Ausgleich durch Chiriches (45.) die Position der Rumänen zwischenzeitlich dramatisch verbessert hatte.

Chelsea tat sich an der heimischen Stamford Bridge lange schwer. Die beste Chance in der Anfangsphase hatten denn auch die Gäste durch Raul Andrei Rusescu (19.). Mit der ersten guten Torgelegenheit brachte jedoch Juan Mata (33.) Chelsea nach schönem Zusammenspiel mit Oscar und Ramires in Führung. Die Londoner wollten anschließend ein schnelles 2:0, scheiterten in Person von Eden Hazard (40.) allerdings an Steaua-Keeper Ciprian Tatarusanu.

Mit dem Halbzeitpfiff mussten die Londoner dann den Ausgleich durch Vlad Chiriches hinnehmen, der nach einem Eckball im Gewühl am schnellsten reagierte und den Ball aus kurzer Entfernung unter die Latte jagte.

Chelsea meldete sich in der 58. Minute durch John Terry zurück, der einen Eckball per Kopf ins Tor wuchtete. Zwölf Minuten später erhöhte Fernando Torres per Linksschuss aus halblinker Position ins lange Eck und stieß das Tor zum Viertelfinale weit auf. Die lange Zeit gut gestaffelten Rumänen öffneten Räume, die Eden Hazard zu einem Konter nutzte (86.), bei dem er im Strafraum gefoult wurde. Fernando Torres setzte den fälligen Strafstoß jedoch an die Latte.

Cisse setzt Anschi in der letzten Sekunde matt

Mehr als 180 Minuten dauerte es, bis zwischen Newcastle United und Anschi Machatschkala ein Treffer fiel. In der vierten Minute der Nachspielzeit sorgte Newcastle-Stürmer Papiss Demba Cisse gegen knapp 40 Minuten in Unterzahl agierende Russen dann jedoch für das entscheidende 1:0 (0:0).

In einer schwachen Partie im St. James' Park war Machatschkala, das auf den am Oberschenkel verletzten 30-Millionen-Mann Willian verzichten musste, im ersten Abschnitt die engagiertere Mannschaft. Chancen blieben in einer zerfahrenen ersten Hälfte jedoch Mangelware.

Nach dem Seitenwechsel gewann die Partie an Tempo. Steven Taylor hatte in der 51. Minute die Führung für die Magpies auf dem Fuß, scheiterte aus kurzer Distanz nach einem Freistoß jedoch an Anschi-Keeper Vladimir Gabulov.

In der 55. Minute dezimierten sich die Russen selbst, nachdem Mehdi Carcela-Gonzalez binnen sieben Minuten zwei Gelbe Karten sah. Aufgrund der Unterzahl zog sich Machatschkala weit zurück und überließ Newcastle das Feld, ohne dass die Nordengländer daraus Kapital schlagen konnten.

In der 88. Minute hätte Anschi durch einen Boussoufa-Freistoß ans Lattenkreuz das Spiel fast auf den Kopf gestellt. Als sich alle im St. James' Park bereits auf die Verlängerung einstellten, sorgte der Ex-Freiburger Papiss Demba Cisse in der vierten Minute der Nachspielzeit schließlich per Kopf für den überaus glücklichen Siegtreffer.

Abgeklärtes Benfica schaltet Bordeaux aus

Der portugiesische Rekordmeister Benfica Lissabon steht im Viertelfinale der Europa League. Mit einer routinierten Leistung kamen die Rot-Weißen, die das Hinspiel bereits mit 1:0 gewonnen hatten, im Stade Jacques-Chaban-Delmas gegen Girondins Bordeaux zu einem 3:2 (1:0). Matchwinner war der eingewechselte Oscar Cardozo, der die beiden Ausgleichstreffer im direkten Gegenzug zum 2:1 (75.) und 3:2 (90.) konterte.

Benfica-Coach Jorge Jesus verzichtete auf Torjäger Oscar Cardozo, dazu fehlten die verletzten Stamm-Innenverteidiger Luisao und Ezequiel Garay. Girondins trat in Bestbesetzung auf und kam durch Cheikh Diabate und Nicolas Maurice-Bellay in der Anfangsviertelstunde zu guten Chancen.

Benfica ging jedoch in Führung, weil Cedric Carasso in der 30. Minute eine Ecke unterlief, die Jardel nur noch einnicken musste. Benfica kontrollierte danach die Partie und bremste den Elan der Franzosen, die nun drei Tore zum Weiterkommen brauchen, empfindlich ein.

In der zweiten Hälfte rannte Bordeaux engagiert, aber weitgehend planlos an. In der 74. Minute zahlten sich die Bemühungen der Franzosen durch Cheikh Diabate jedoch aus, der einen Fehler Jardels zum 1:1 nutze. Die Hoffnung währte jedoch nur kurz: In der 75. Minute stellte der gerade eingewechselte Oscar Cardozo den alten Abstand wieder her.

Die Partie schien danach gelaufen. In der 90. Minute sorgte Jardel durch ein Eigentor noch einmal für Hoffnung bei den Gastgebern, doch erneut schlug Cardozo im direkten Gegenzug zu.

Fenerbahce zittert sich eine Runde weiter

Fenerbahce Istanbul hat gegen den tschechischen Spitzenklub Viktoria Pilsen die Hilfe des Pfostens benötigt, um ins Viertelfinale einzuziehen. Durch Tore von Salih Ucan (44.) und Vladimir Darida (61.) kamen die Türken zu einem vor leeren Rängen zu einem 1:1 (0:0) und machten dank des 1:0 aus dem Hinspiel die nächste Runde klar.

Beim Geisterspiel im Sükrü Saracoglu-Stadion kontrollierte Fenerbahce das Spiel gegen schwache Tschechen im ersten Abschnitt mühelos. Als das Team vom Bosporus nach rund einer halben Stunde das Tempo anzog, vergaben zunächst Moussa Sow und Dirk Kuyt gute Chancen, ehe Salih Ucan in der 44. Minute einen Stockfehler von Viktoria-Spielmacher Pavel Horvath im eigenen Strafraum ausnutzte und den Ball aus rund zwölf Metern einschoss.

Nach dem Wechsel wurden die Gäste, die in der Zwischenrunde den SSC Neapel souverän bezwungen hatten, etwas mutiger. Der Ausgleich durch Vladimir Darida (61.), der bei einem Schuss aus 20 Metern Torentfernung Volkan Demirel nicht gut aussehen ließ, war die logische Folge.

Fenerbahce wirkte danach wie paralysiert. David Limbersky hatte in der 70. Minute das 1:2 auf dem Fuß, traf jedoch mit seinem Fernschuss nur den Pfosten. Viktoria versuchte bis zum Abpfiff alles, kam jedoch nicht mehr zum in doppelter Hinsicht gewinnbringenden 2:1.

Basel trotz Niederlage in St. Petersburg weiter

Nach dem 2:0-Sieg im Hinspiel hat sich der FC Basel mit einer 0:1(0:1)-Niederlage gegen Zenit St. Petersburg in die nächste Runde gerettet. Die Schweizer mussten dabei lange in Unterzahl spielen. Das Siegtor der Gastgeber erzielte Axel Witsel (30.)

Im Petrowski zu St. Petersburg nutzten die Gastgeber eine Ecke, um ihre Überlegenheit bei minus zwölf Grad in ein Tor umzumünzen: Der Ball wurde im Strafraum verlängert, Axel Witsel stand im Fünfmeterraum goldrichtig und köpfte ein (30.). Die Hausherren blieben das gefährlichere Team, hatten aber Probleme, aus dem Spiel heraus zu Chancen zu kommen.

Basel schwächte sich dann kurz vor der Pause noch selbst: Spielmacher Marcelo Diaz flog für zwei Fouls zwischen der 41. und der 45. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Danny vergab nach der Pause für Zenit, als er den Ball aus fünf Metern nicht im leeren Tor unterbrachte (75.), kurz darauf scheiterten die Gastgeber am Pfosten (83.).

Zenits große Chance, sich noch in die Verlängerung zu retten, vergab schließlich Roman Shirokov in der 86. Spielminute: Er scheiterte mit seinem Foulelfmeter an Basel-Keeper Jan Sommer. Damit steht der FC Basel nach 2006 zum zweiten Mal in der Klubgeschichte im Viertelfinale der Europa League.

Nach Verlängerung: Rubin Kasan erstmals im Viertelfinale

In einer äußerst durchwachsenen Partie scheuten beide Teams nach dem 0:0 im Hinspiel das Risiko. Levante verteidigte tapfer, in der Verlängerung knackte Rubin Kasan die gegnerische Defensive jedoch zum 2:0 (0:0) und steht dank der Treffer von Jose Salomon Rondon (100.) und Vladimir Dyadyun (112.) in der nächsten Runde.

In einer zähen Partie neutralisierten sich Kasan und Levante im Luschniki Stadion von Moskau gegenseitig, klare Torchancen blieben lange aus. Beide Teams agierten defensiv, vor allem Levante lauerte beinahe ausschließlich auf Konter. Auch nach der Pause war das Spiel ein Abnutzungskampf im Mittelfeld, es fehlte an Tempo und Ideen im Spielaufbau.

Fast folgerichtig endeten auch die zweiten 90 Minuten dieses Duells mit 0:0. Erst in der Verlängerung brach Jose Salomon Rondon den Bann: Der Venezolaner rutschte in einen Pass von Natcho und tunnelte Torhüter Keylor Navas aus kürzester Distanz (100.). Levante fehlte in seiner ersten Saison in der Europa League am Ende die Kraft, um ernsthaft auf den Ausgleich zu drängen.

Den Schlusspunkt setzte Vladimir Dyadyun per Konter (112.). Nach Titelverteidiger Atletico Madrid schalteten die Russen damit auch die letzte spanische Mannschaft im Wettbewerb aus und stehen zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Viertelfinale der Europa League.

Autor: Adrian Bohrdt/Marco Heibel