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Datum: 08. August 2012, 22:19 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Zehnkampf: Behrenbruch enttäuscht, Eaton führt, Freimuth überrascht

Olympia, Zehnkampf, Behrenbruch
Pascal Behrenbruch kam überhaupt nicht zurecht

Zehnkämpfer Pacal Behrenbruch hat nach Querelen mit dem DLV Deutschland verlassen und trainiert in Tallinn. Dort hat er tatsächlich einen Leistungssprung gemacht, eine Olympia-Medaille war das logische Ziel. Doch Behrenbruch zeigte einen schwachen ersten Tag.

In keiner der fünf Disziplinen des Starttages kam er in die Nähe der persönlichen Bestleistung und ist als 15. viel zu weit vom Podest entfernt, um tatsächlich noch in den Medaillenkampf eingreifen zu können - sogar die Top Ten ist in Gefahr. Behrenbruch, der nach eigenen Angaben auch mal einen "Arschtritt" benötigt, kam mit den Bedingungen im Olympiastadion nicht zurecht. Er beschwerte sich über die Geräuschkulisse, die ihm wohl die Konzentration genommen hat.

Kritiker hatten schon vor Olympia moniert, dass es die falsche Entscheidung von Behrenbruch war, bei der EM in Helsinki angetreten zu sein. Wenige Wochen vor Olympia zeigte der Deutsche dort einen tollen Zehnkampf, gewann Gold. Aber die Anstrengung könnte zu groß gewesen sein, Behrenbruch wirkte nicht frisch genug für ein weitere Topergebnis.

4108 Punkte, 553 Zähler hinter Weltrekordler und Top-Favorit Ashton Eaton aus den USA. Der Amerikaner zeigte einen tollen ersten Tag und führt mit 4661 Punkten vor seinem Landsmann Trey Hardee (4441) und dem dem Kanadier Damian Warner (4386.).

Rico Freimuth erwischte mit 4206 Punkten einen guten Start und liegt als Neunter sogar 98 Punkte vor Behrenbruch. Der Frankfurter Jan Felix-Knobel belegt nach der Hälfte der zehn Disziplinen mit 3938 Zählern den 24. Rang.

Für den früheren Weltrekordler Roman Sebrle ist das letzte Olympia-Abenteuer dagegen bereits zu Ende. Wegen einer Fußverletzung musste Sebrle den Wettkampf aufgeben. Über 100 Meter hatte er sich noch durchgebissen, war aber in 11,54 Sekunden nur 31. und Letzter geworden. Zum Weitsprung konnte der Olympiasieger von 2004 in Athen und Weltmeister von 2007 nicht mehr antreten. Sebrle will aber weitermachen: 2013 gibt es eine Hallen-EM in Göteborg und die Freiluft-Weltmeisterschaften in Moskau.

100 Meter: Behrenbruchs schlechter Start

Behrenbruch wollte mit einem guten Ergebnis in den Wettkampf starten, dafür wäre eine Zeit unter elf Sekunden vonnöten gewesen. Bei der EM in Helsinki gelang ihm das noch mit einer Saisonbestleistung (10,93), auf der schnellen Londoner Bahn reichte es nur zu einer 11,06. Behrenbruch startete mit 27 Punkten weniger als in Helsinki – das bedeutete zum Auftakt nur Rang 20. Besser lief es für den als guten Sprinter bekannten Freimuth, der sich auf dem fünften Rang einordnete. Mit einer Zeit von 10,35 unterstrich Goldkandidat Eaton gleich zu Beginn seine Ambitionen und setzte sich an die Spitze.

Weitsprung: Das war in Ordnung

Im Weitsprung bestätigte Behrenbruch mit 7,15 Metern die Weite von der EM, aufholen konnte der enttäuschte Medaillenkandidat damit aber nicht und blieb auf dem 20. Rang. Auch in der zweiten Disziplin war Freimuth etwas besser, bei 7,21 Meter landete der Hallenser. Eaton war auch hier der stärkste Mann im Feld, mit seinen 8,03 Metern wäre er im Weitsprung-Finale der Spezialisten auf dem siebten Platz gelandet.

Kugelstoßen: Paradedisziplin nicht genutzt

Eine wirkliche Aufholjagd hätte Behrenbruch mit der Kugel starten können, denn das ist die stärkste Disziplin des Europameisters. In Helsinki warf Behrenbruch 16,89 Meter, er kann sogar die 17 Meter knacken. Doch es reichte nur zu 15,67, was zwar der zweite Platz in dieser Disziplin bedeutete, aber so ließ Behrenbruch fast 100 Punkte liegen. Knapp hinter Behrenbruch landeten auch Knobel (15,29) und Freimuth (14,87). Damit lagen alle drei Deutschen Starter vor Eaton (14,66), der sich aber auch dadurch nicht vom Weltrekord-Kurs abbringen ließ.

Hochsprung: Aufholjagd nicht mal angefangen

Die nächste Enttäuschung ließ aus deutscher Sicht aber nicht lange auf sich warten, auch wenn die Könige der Leichtathleten mittlerweile am Abend angekommen waren. Behrenbruch hatte nach dem Kugelstoßen einen großen Kampf versprochen und wollte die 2 Meter knacken, doch bei 1,96 Meter war Schluss. Noch schlechter lief es für Freimuth und Knobel, die beide nur 1,90 Meter schafften. Überragender Springer war Leonel Suarez aus der Hochsprung-Nation Kuba, der es auf 2,11 Meter schaffte.

400 Meter: Behrenbruch wirkt verkrampft

Im zweiten Lauf des Tages fiel Behrenbruch mit einer Zeit von 50,04 Sekunden sogar vom 12. auf den 15. Rang zurück. Seinen tollen ersten Tag krönte Freimuth mit einem beherzten Lauf, zwischenzeitlich lag er sogar gleichauf mit Eaton. Der Führende zog dann aber einen unnachahmlichen Schlussspurt an, siegte auch in dieser Disziplin (46,90) vor Freimuth (48,06).