Das Halbfinale in Wimbledon ist eine deutsche One-Woman-Show: Florian Mayer und Philipp Kohlschreiber verpassten in ihren Viertelfinalspielen die Chance, nach Kerber in die Vorschlussrunde einzuziehen. Trotzdem zog vor allem Mayer eine positive Bilanz.
Acht Jahre nach seinem ersten Auftritt im Viertelfinale von Wimbledon war für Florian Mayer wieder das Halbfinale unerreichbar. Er verlor gegen den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic glatt in drei Sätzen mit 4:6, 1:6 und 4:6.
Djokovic ging auch im zweiten Duell mit Mayer als Sieger vom Platz. Doch auch sein Kontrahent war nicht allzu geknickt. "Es ist noch mal ein Ansporn, noch mal wieder nach vorne zu kommen im Ranking. Man hat einfach wieder die Lust darauf, gegen die Großen zu gewinnen", zog Mayer eine positive Turnierbilanz.
Mayer hatte gegen Djokovic im ersten und dritten Satz seine Chancen, machte aber die Big Points nicht und musste sich schließlich nach 1:45 Stunden Spielzeit geschlagen geben. "Wenn du deinen Chancen nicht nutzt, kannst du die Nummer eins der Welt nicht schlagen - so einfach ist das", sagte Mayer.
Djokovic jetzt gegen Federer
Das galt vor allem für den ersten Satz: Zunächst schenkte er ein Break zum 3:2 sofort wieder her. Nach einer kurzen Regenunterbrechung hatte der Oberfranke dann bei 4:4 wieder 0:40 bei Djokovics Aufschlag, nutzte aber alle drei Chancen zum Break nicht. "Es hätte heute auch in eine andere Richtung laufen können", sagte der erleichterte Djokovic.
Djokovic fiebert nun seinem ersten Rasen-Aufeinandertreffen mit Roger Federer entgegen. "Ich freue mich darauf, Roger ist ein großartiger Champion", sagte der Serbe. Der sechsfache Wimbledon-Champion Federer hatte sich im Eiltempo mit 6:1, 6:2, 6:2 gegen den Russen Mikhail Youzhny durchgesetzt.
Er hatte dafür Standing Ovations von Prinz William, dessen Frau Kate sowie Steffi Graf und Andre Agassi aus der Royal Box bekommen. "Es hilft mir, wenn die Royals sich hier zeigen und auch die großen Tennis-Legenden zugucken - das ist inspirierend", sagte Federer. Seine Bilanz gegen Djokovic: 14:12.
Kohlschreiber gestaltet das Spiel knapp
Mayers Landsmann Kohlschreiber war gegen Tsonga, die französische Nummer sechs der Tenniswelt, beim 6:7 (5:7), 6:4, 6:7 (3:7), 2:6 knapper dran, erster deutscher Wimbledon-Halbfinalist seit Tommy Haas 2009 zu werden. Kohlschreiber wird vom 30. auf den 22. Weltranglistenplatz klettern. Damit egalisiert der 28-Jährige sein bestes Karriere-Ranking.
"Das ganze Match über habe ich mich wieder gut präsentiert. Und es war trotzdem ein extrem schönes Turnier. Das war eine schöne Zeit hier und ein Riesenerfolg", sagte der Augsburger. Auch sein französischer Gegner Tsonga zollte ihm Respekt: "Philipp hat sehr gut gespielt, er war der bessere Spieler von der Grundlinie und sehr aggressiv."
