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Wallace ist in einem Team, in dem mit J.R. Smith und Amar'e Stoudemire bereits zwei eher extrovertierte Spieler stehen, sicher der ungewöhnlichste und zugleich anstrengendste Charakter. Zum einen ist Wallace der NBA-Spieler mit den meisten technischen Fouls und Spielausschlüssen. Selbst Teamkollegen mussten schon unter Wallace's Wutanfällen leiden, der in seiner Zeit bei den Portland Trail Blazers dank diverser Zusammenstöße mit dem Gesetz dafür sorgte, dass seine Mannschaft nur Jail Blazers, also Gefängnisausbrecher, genannt wurde. Und auch dem kompletten Coaching Staff wurde zu seiner Zeit in Detroit Schläge angedroht, wenn Wallace diverse Verbesserungsvorschläge unnütz erschienen..Zum anderen ist Wallace, der auf Pressekonferenzen auch schon mal Philosophen zitierte, bevor er zu Schimpftiraden auf die Presse ansetzte, in seiner Hochzeit aber auch ein begnadeter Basketballer gewesen - neben Tim Duncan wohl der beste Power Forward um die Jahrhundertwende. Da gab es Buzzer-Beater von der Mittellinie, jahrelange sensationelle Trefferquoten aus dem Feld oder eben diverse Privatfehden, die die Gegenspieler reihenweise zur Weißglut brachten. Und genau das versprechen sich die Knicks von diesem Transfer - 10-15 Minuten des ''alten'' Wallace, von seinen Fans auch schlicht Sheed genannt.
Was bringen die Glue Guys?
Doch macht so eine Verpflichtung Sinn? Zunächst mal: Ich habe viel Verständnis für die Verpflichtung von sogenannten Glue-Guys, den Klebe-Typen. Diese werden so genannt, weil sie, egal ob alt oder jung, für das Klima im Team wichtig sind. Steve Nash von den Los Angeles Lakers zum Beispiel hat so einen Ruf - und wird beim Vermitteln zwischen Kobe Bryant und Dwight Howard sicher alle Hände voll zu tun haben. Auch Chauncey Billups von den Clippers bekleidet diese Rolle - und tat dies übrigens auch beim Pistons-Team von 2004 - Jared Dudley von den Phoenix Sund ist ein solcher Spieler, und auch Brian Scalabrine (zuletzt Chicago Bulls) erfüllte diese Rolle bei zahlreichen Spitzenteams.
Und jedes Team braucht mindestens einen solchen Spieler, schließlich verbringen die Spieler während der Saison auf Reisen, Flügen und in der Halle mehr Zeit miteinander als mit ihren Familien. Und dass es da gelegentlich mal kracht, ist natürlich nicht auszuschließen. Aber ob ein Rasheed Wallace für diese Aufgabe der richtige ist?
Sagen wir mal so: Sollte es bei den Knicks tatsächlich gut laufen, könnte sich dieser Schachzug sogar auszahlen - sollte Wallace sich tatsächlich mit wenigen Minuten pro Spiel zufrieden geben. Aber sollte es und das darf man bei den Knicks eigentlich fast als Gegebenheit hinnehmen - während der Saison Unruhe geben, wird Wallace das Feuer eher schüren, als es zu löschen. Denn ob J.R. Smith, Stoudemire, Carmelo Anthony oder Raymond Felton - der Knicks-Kader hat einige Primadonnen im Angebot, deren Teamfähigkeit sich noch herausstellen muss.
Alles in allem ist es aber wie jedes Jahr. Weltweit freuen sich Fans auf den Saisonstart wie auf das Weihnachtsfest, und wie in jedem Sport hat jeder Fan seine eigene Meinung, zu welchen Leistungen das eigene Lieblingsteam oder eben der verhassteste Gegner in der Lage sind. Genaueres werden wir in unserem Basket Case Season Preview beleuchten - bis dahin darf aber natürlich bereits munter diskutiert und gemutmaßt werden!





