Nach knapp viermonatigem Verzicht auf die NHL kommen die Fans wieder in den Genuss der besten Eishockey-Liga aller Zeiten. sportal.de über die heißen Eisen, Neuanfänge und den Versuch, die Anhänger nach langem Arbeitskampf wieder zurück zu gewinnen.
Gute Nachrichten gibt es aus der NHL: Sidney Crosby hat keine Probleme mehr, aber die beste und wichtigste ist natürlich, dass die Saison überhaupt stattfindet und es am Samstag endlich los geht. In Windeseile haben die Teams ihre Spieler zusammengeholt, nachdem sich NHL und Spielergewerkschaft endlich auf einen neuen Vertrag einigen konnten.
Zum Glück, denn so können wir wenigstens noch einige Monate einige NHL-Legenden sehen, die ansonsten, wäre die Saison komplett abgesagt worden, wohl ihre Karriere beendet hätten. Ein vielleicht letztes Mal Vorhang auf also für Teemu Selanne (Anaheim Ducks), Jaromir Jagr (Dallas Stars), Saku Koivu (Anaheim Ducks), Daniel Alfredsson (Ottawa Senators) und Steve Sullivan (Phoenix Coyotes).
"Who's hot" in der NHL?
Viele Spieler nutzten den Lockout um sich in den europäischen Ligen fit zu halten. Von diesen dürfen wir gerade zu Beginn der Saison einiges erwarten. Besonders "hot" kommen folgende Spieler in die NHL:
Evgeni Malkin, der Russe von den Pittsburgh Penguins, war in seiner Heimat in der KHL für Metallurg Magnitogorsk aktiv und dort zweitbester Scorer der Liga mit 65 Punkten in 37 Spielen. Mit Malkin im Magnitorsk spielte Sergei Gonchar von den Ottawa Senators und kam dort auf 29 Punkte in 37 Partien, was ihn zum drittbesten Verteidiger der KHL machte.
Das Russen-Trio komplettiert Semyon Varlamov von der Colorado Avalanche, der in der KHL für Lokomotive Yaroslavl 1,74 Gegentore pro Spiel kassierte und 94.3 Prozent der Schüsse auf sein Tor abwehren konnte. Aber nicht alle Spieler suchten ihr Glück in der KHL, viele fanden ihren Weg in die Schweiz und schlossen sich dort den Spitzenclubs an.
Wie auch John Tavares von den New York Islanders, der für den Tabellenzweiten SC Bern auflief und 42 Punkte in 28 Spielen verbuchte. Ein NHL-Newcomer kommt ebenfalls aus der Schweiz. Im Juli gaben die Detroit Red Wings Damien Brunner einen Vertrag, was diesen beim EV Zug so beflügelte, dass er eine sagenhafte Serie hinlegte mit 57 Punkten in 33 Spielen, dort spielte er an der Seite seines neuen Kapitäns Henrik Zetterberg, mit dem er auch bei den Red Wings zusammen mit Pavel Datsyuk in einer Reihe spielen wird. Nicht schlecht für einen NHL-Neuling.
Auch Tyler Seguin war in der Schweiz tätig und spielte dort für den HC Biel. 25 Tore in 29 Spielen zeigen, dass Seguin bereit ist, bei den Boston Bruins eine größere Rolle zu übernehmen, nachdem das Team in der vergangenen Saison als Titelverteidiger bereits in der ersten Runde der Stanley Cup-Playoffs scheiterte.
Als Nummer 2-Pick des Drafts 2009 konnte der Schwede Victor Hedman bei Tampa Bay Lightning noch nicht immer überzeugen. Nun scheint er aber bereit zu sein, eine Führungsrolle zu übernehmen. Mit einem Tor und 19 Assists in 26 Spielen in der KHL bei Barys Astana scheint er dies anzudeuten.
Schweres Erbe und Neuanfänge
Nachdem einige Spieler ihre Karriere beendet haben, sich eine Auszeit nehmen oder auch einfach nur, weil sie die in sie gesteckten Erwartungen bisher nicht erfüllt haben, stehen in dieser NHL-Saison andere Akteure unter besondere Beobachtung. Wie zum Beispiel Goalie Tuukka Rask bei den Boston Bruins, der die schwere Aufgabe hat, Tim Thomas zu ersetzen, der sich eine Auszeit genommen hat. Rasks Bilanz in den vergangenen beiden Spielzeiten ist durchwachsen: 22-22-5. Für ein Team, das um den Titel mitspielen will, definitv zu wenig.
Einen Neuanfang wagt Alexander Semin. Der unbestritten äußerst talentierte Russe konnte in seinen zehn Jahren bei den Washington Capitals eigentlich nie zeigen, was wirklich in ihm steckt. Nun versucht er sein Glück bei den Carolina Hurricanes, die ihm für ein Jahr sieben Millionen Dollar zahlen.
Matt Duchene wurde 2009 als Nummer 3 gedraftet und in seinen ersten beiden Saisons traf er für die Colorado Avalanche 51 Mal, vergangene Spielzeit wurde er durch Verletzungen zurückgeworfen und erzielte nur 14 Tore in 58 Spielen. Vor der Saison unterschrieb er für sieben Millionen Dollar für zwei weitere Jahre in Denver und die kurze Laufzeit zeigt eindeutig, dass er nun beweisen muss, dass er ein Franchise-Player ist.
Ein Franchise Player, wie er im Buche steht, ist natürlich Sidney Crosby bei den Pittsburgh Penguins. Die Kopfschmerzen sind weg, die Zweifel sind weg. Im Sommer bereitete er sich wie gewohnt auf seine Saison vor, nachdem er Ende Juni einen neuen Zwölf-Jahres-Vertrag über 104,4 Millionen Dollar bei seinen Penguins unterschrieben hatte. Dass er diese Summe immer noch wert ist, zeigte er mit 37 Punkten in 22 Spielen vergangene Saison.
Hoffen wir also, dass die kommende Saison nicht von Diskussionen um Verletzungen, sondern von brillantem Sport bestimmt wird.
Freibier für alle - NHL-Teams greifen in die Tasche
Zunächst wird die Spielzeit jedoch von der Großzügigkeit der Teams beherrscht, die die Fans mit Goodies zurück in die Hallen locken wollen. So sind die Pittsburgh Penguins und die Boston Bruins beileibe nicht die einzigen NHL-Teams, die ihre Besucher während der ersten Heimspiele versorgen. Jeder Zuschauer erhält demnach Gutscheine für die ersten Partien der Teams, die er währenddessen für drei mehr oder weniger kulinarische Köstlichkeiten in der Halle eintauschen kann.
"Liebe geht durch den Magen", so das Motto der Clubs, die somit ihren verlorenen Ruf wiederherstellen wollen. Nimmt man die ersten Wochen seit der Einigung als Maßstab, haben sie das Wohlwollen bereits wieder. So waren PR-Auftritte auf Teichen oder bei ersten Testspielen hervorragend besucht. "Let's play hockey", scheint jetzt die Motivation, die Fans, Teams und Spieler antreibt.
