Nach dem 1:1 bei Hannover 96 war die Ernüchterung beim BVB groß: Später Ausgleich, neun Punkte hinter dem FC Bayern und insgesamt fünf verletzte Spieler vor dem Revierderby gegen Schalke 04. Doch das Lazarett lichtet sich, Trainer Jürgen Klopp kann hoffen.
In Heimspielen hat die Borussia in der laufenden Saison zwar noch keinen Punkt abgegeben, nach dem unglücklichen Remis in Hannover standen die Vorzeichen aber schlecht. Ilkay Gündogan hatte sich bereits im Champions League-Spiel gegen Man City eine Rückenverletzung zugezogen, dann mussten nacheinander Kuba Blaszczykowski, Mats Hummels und Sven Bender verletzt ausgewechselt werden und kurz darauf fand sich nach einem Testspiel gegen Koblenz auch Kevin Großkreutz auf der Verletztenliste wieder.
Mit Gündogan und Blaszczykowski sind die beiden formstärksten Spieler der letzten Wochen betroffen, Bender und Großkreutz wären ihre logischen Vertreter. Und Hummels sucht zwar noch seine Form, bleibt aber wichtigster Abwehrspieler des BVB - Klopp hätte gegen Schalke auf einen Schlag fünf Leistungsträger ersetzen müssen.
Sven Bender trainiert schon wieder
Wenn die Heilungsprozesse aber weiter so gut verlaufen und die insgesamt zehn Nationalspieler fit nach Dortmund zurückkehren, werden die Sorgenfalten des Trainers bis zum Wochenende wesentlich kleiner werden. Als erster gab Sven Bender Entwarnung. In Hannover hatte ihn Didier Ya Konan mit dem Ellbogen getroffen, die Augapfel-Prellung ließ bereits Ende letzter Woche erste Trainingseinheiten zu.
Bisher lief die Saison für Bender nicht optimal. Nach einer Leisten-OP in der Sommerpause brauchte der zweikampfstarke Sechser lange, um den Weg zurück in die Mannschaft zu finden. Beim 1:1 in Manchester zeigte Bender dann aber, wie wichtig er für den BVB sein kann. Muss Gündogan passen, wird Bender zusammen mit Kapitän Sebastian Kehl die Schaltzentrale bilden.
Ein Ausfall von Gündogan schwächt den BVB immens
Bender/Kehl ist ein eingespieltes Duo, das insgesamt aber defensiver agiert und weniger Spielmacher-Aufgaben übernimmt, als es Gündogan in den vergangenen Wochen eindrucksvoll getan hat. Mit seiner Ballsicherheit, den Tempowechseln und Diagonalpässen war Gündogan der entscheidende Spieler, sein Fehlen machte sich schon in den Auswärtsspielen in Hamburg (2:3) und Frankfurt (3:3) bemerkbar.
Nach einem Foul von Pablo Zabaleta zog sich Gündogan in Manchester eine Stauchung der Lendenwirbelsäule zu und konnte bisher nur individuell im Kraftraum trainieren. Aber via Facebook verbreitete Gündogan Optimismus: "Der Heilungsprozess meines Rückens geht gut voran. Ich hoffe für das Derby fit zu werden", ließ Gündogan dort verlauten.
Rechnen kann Klopp auch mit Großkreutz, der sich zusammen mit dem Kroaten Ivan Perisic einen Zweikampf um den frei gewordenen Platz in der offensiven Dreierreihe liefern wird. Die Bänderdehnung im Sprunggelenk verursacht kaum noch Schmerzen. "Ich werde am Dienstag im Training wieder Gas geben und bin jetzt schon heiß auf das Spiel gegen die Blauen", sagte Großkreutz im Kicker. Wie bei Bender war es bisher noch nicht die Saison des Dortmunder Urgesteins, Großkreutz stand in der Bundesliga erst zwei Mal in der Startelf des BVB und war noch an keinem Tor direkt beteiligt. Defensive Qualitäten und Laufstärke allein reichen bei der großen Konkurrenz im BVB-Kader nicht mehr aus. Gerade gegen Schalke könnte Großkreutz aber die Rückkehr zu alter Stärke schaffen.
Kuba fällt aus, dickes Fragezeichen hinter Hummels
Bleiben noch Mats Hummels und Kuba Blaszczykowski. Der Pole fällt definitiv sechs Wochen und somit nicht nur gegen Schalke sondern auch in der Champions League gegen Real Madrid aus. Blaszczykowski hatte sich in Hannover ohne Fremdeinwirkung einen Teilriss des Syndesmosebandes sowie des Außenbandes im linken Sprunggelenk zugezogen und trägt derzeit eine Schiene. Kuba hofft aber noch in der Hinrunde eingreifen zu können.
Mats Hummels wiederum konnte bisher noch nicht ins Training zurückkehren, die Prognose für die Pause wegen seiner Mittelfußprellung lautete zwei Wochen. Direkt nach dem Spiel in Hannover hatte Hummels wegen der Länderspiele noch Entwarnung gegeben ("Er ist blau, aber nicht dick. Das kriegen wir wieder hin."), wurde dann aber von den Verantwortlichen in Dortmund zurückgepfiffen, immerhin plagte sich der Innenverteidiger schon vorher mit Hüftproblemen herum.
Nach sportal.de-Informationen wird Hummels im Laufe dieser Woche ebenfalls ins Training zurückkehren, sein Einsatz gegen Schalke ist aber trotzdem fraglich. Immerhin stehen mit den Partien gegen Madrid und auch in der Bundesliga bis zum direkten Duell mit dem FC Bayern (1. Dezember) wichtige Spiele auf dem Programm und mit Felipe Santana steht ein adäquater Ersatz zur Verfügung. Insgesamt ist der BVB aber bereit für den Kracher gegen Schalke.
