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Datum: 02. August 2012, 20:18 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Vogel und Welte holen viertes deutsches Gold im Teamsprint - dreimal Bronze

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Miriam Welte und Kristina Vogel haben Gold gewonnen

Zwei Wechselfehler haben den Golderfolg von Miriam Welte und Kristina Vogel beim Teamsprint  ermöglicht. Erst waren die Britinnen die Leidtragenden, im Finale wurden dann die Chinesinnen zurückgestuft und Welte/Vogel mit dem Olympiasieg belohnt.

Im Londoner Velopark schien schon in der sogenannten ersten Runde im Duell zwischen dem deutschen Duo und Großbritannien alles nach Plan der Gastgeber zu gehen: Die Lokalmatadorinnen Victoria Pendleton und Jess Varnish hatten in der Qualifikation sogar einen Weltrekord auf die Bahn gelegt und mit einem Sieg gegen Welte/Vogel vermeintlich das Finale gegen China erreicht.

Doch die Zurückstufung kostete die Britinnen eine Chance auf einen Triumph und brachte das deutsche Duo ins Spiel. Gegen das chinesische Duo Gong Jinjie und Guo Shuang sollten sich die Ereignisse wiederholen. Kurz nach der Zielankunft wurde es hektisch, Wiederholung um Wiederholung des chinesischen Einlaufes brachte den Wechselfehler schließlich an den Tag und Welte/Vogel das Gold.

Die mussten die Nachricht erst einmal selbst verdauen, schienen sie in der Halle fast die letzten zu sein, die ihren Triumph mitbekamen. "Das muss ich erst einmal sacken lassen", so Welte, ihre Teamkollegin wunderte sich: "Soviel Glück auf unserer Seite - komisch."

Herren-Trio holt Bronze

Die deutschen Herren hatten im Anschluss an die Siegerehrung zumindest die Chance auf die Bronzemedaille im Velopark und nutzten diese prompt. Im Duell gegen Australien setzten sich Rene Enders, Robert Forstemann und Max Levy in 43,209 Sekunden durch.

Der Endlauf wurde unter ohrentäubendem Getöse ausgetragen, das Anschwellen der Lautstärke nach der Zieldurchfahrt verriet es zufällig Anwesenden: Die britischen Herren gewannen mit der Weltrekordzeit von 42,600 Sekunden die Goldmedaille gegen Frankreich. Sir Chris Hoy, Jason Kenny und Philp Hindes fuhren unter den Augen von Prinz William und Gemahlin Kate den Sieg ein - für Hoy war es bereits das fünfte Gold seiner Karriere.

Doppeltes Spiel der Dimitri(j)s

Zwei Athleten mit demselben Vornamen, in leicht veränderter Schreibweise, hatten dem deutschen Olympia-Team am sechsten Tag zuvor die ersten Medaillen beschert: Dimitrij Ovtcharov und Judoka Dimitri Peters erweiterten den Edelmetallsatz um zwei bronzene.

Nach sechs langen Sätzen im Spiel um Platz drei musste sich Dimitrij Ovtcharov erst einmal beim letzten deutschen Einzel-Medaillengewinner Jörg Roßkopf versichern: Erst der Jubel des Bundestrainers brachte ihm nach dem Match gegen Chuang Chih-Yuan die Gewissheit: Er hatte Bronze in London sicher.

12:10, 9:11, 8:11, 13:11, 11:5, 14:12 hieß es am Ende im ExCeL Exhibition Centre für Ovtcharov, der im Halbfinale gegen den chinesischen Weltmeister Zhang Jike in 1:4-Sätzen verloren hatte. "Ich kann es wirklich nicht glauben", freute sich der frischgebackene Medaillengewinner.

Lob und Jubel gab es auch von seinem Teamkollegen Timo Boll, der mit seinem Achtelfinal-Aus seinen persönlichen Olympiafluch nicht ablegen konnte. "Das ist großartig für Dima und die ganze Sportart. Chuang hatte das Spiel im Griff, aber Dima die besseren Nerven", resümierte Boll, der bei der WM den Bronzerang belegt hatte. Boll kam bei nun vier Olympia-Teilnahmen im Einzel nie über das Viertelfinale hinaus.

Ovtcharov kämpft sich heran

Ovtcharov machte es bei seiner zweiten Teilnahme an Olympischen Spielen ungleich besser als Boll. Dank seines Umzugs vom olympischen Dorf in ein Hotel vor dem Halbfinale sorgte er für seine nötige Ruhe, um sein bis dato wichtigstes Tischtennis-Spiel akribisch vorbereiten zu können.

Die Erholung schien sich besonders im Bronze-Match auszuzahlen, indem sich Ovtcharov immer wieder zurückkämpfte. "Das Abhaken des ersten Spiels und dann wieder bei Null anfangen, das ist purer Stress. Ich kenne das aus eigener Erfahrung", so Bundestrainer Roßkopf, der nun sein Team auf den Mannschaftswettbewerb vorbereiten muss.

Peters holt Bronze im Judo

Dimitri Peters hat bei den Olympischen Spielen in London die Bronzemedaille gewonnen. Peters besiegte in seiner Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm den Usbeken Ramziddin Sayidov im Kampf um Platz drei. Der Olympia-Debütant gewann vorzeitig durch Ippon.

Der überraschende Griff von Peters nach Gold war zuvor im Halbfinale beendet worden. Gegen den russischen Weltmeister Tagir Khaibulaev verlor er durch Kampfrichterentscheid nach Verlängerung.

Nach 86 von 302 Entscheidungen belegt das deutsche Team mit vier Gold-, acht Silber- und fünf Bronzemedaillen im Medaillenspiegel den sechsten Rang. An der Spitze blieb alles beim Alten: China (18-11-4) führt weiter klar vor den USA (15-8-9). Mit drei Mal Gold an einem Tag machte Großbritannien (5-6-4) einen Sprung auf Platz fünf. Chris Hoy eroberte mit dem siegreichen Radteam sein fünftes Olympia-Gold.