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Datum: 09. Juni 2013, 22:46 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sid/sportal.de
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U21-EM: Deutschland unterliegt Spanien und scheidet aus

DFB,U21
Die deutschen Spieler sind enttäuscht

Aus und vorbei: Die EM-Titelträume der deutschen U21-Junioren schon nach dem zweiten Spiel geplatzt. Gegen Spanien setzte es eine verdiente 0:1-Niederlage, die bereits das Turnieraus bedeutet. Das abschließende Spiel gegen Russland ist ohne Bedeutung.  

Alvaro Morata (86.) sorgte mit seinem Tor für den späten deutschen K.o. Titelverteidiger Spanien erreichte damit in der Gruppe B gemeinsam mit den Niederlanden vorzeitig die Runde der letzten Vier. Das Oranje-Team, zum Auftakt 3:2-Sieger gegen Deutschland, gewann gegen Russland 5:1 und hat wie die Iberer sechs Punkte auf dem Konto.

"Wir haben uns viel vorgenommen. Spanien war aber klar besser. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen. Wir haben keinen Zugriff bekommen. Wir hatten uns mehr erhofft", sagte Kapitän Lewis Holtby. Wieder einmal spielte somit eine spanische Mannschaft Schicksal für ein DFB-Team. Schon das A-Team von Bundestrainer Joachim Löw war sowohl im EM-Finale 2008 als auch im WM-Halbfinale 2010 an der "Furia Roja" gescheitert, diesmal war die kleine "La Rojita" eine Nummer zu groß.

Selbstbewusster, aber ideenloser Beginn des DFB-Teams

Vor 11.750 Zuschauern, darunter die eigens angereiste DFB-Delegation mit Präsident Wolfgang Niersbach, Günter Netzer und Otto Rehhagel, begann die DFB-Elf anders als gegen die Niederlande selbstbewusst und engagiert. Angeführt von Holtby (Tottenham Hotspur) und dem starken Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt) störte Deutschland früh, hielt dem spanischen Pressing stand, spätestens am Strafraum fehlt es jedoch an Ideen.

Die erste Chance resultierte dann auch aus einem Holtby-Freistoß aus 22 Metern (11.), den Torhüter David de Gea von Manchester United sicher parierte. Die mit Jungstars wie Toptalent Isco (FC Malaga), Thiago Alcantara (FC Barcelona) oder Rodrigo (Benfica Lissabon) gespickten Spanier hatten zwar deutlich mehr Ballbesitz, echte Torgefahr strahlte aber auch der Topfavorit zunächst nicht aus.

Das änderte sich ab der 23. Minute: Der Freiburger Oliver Sorg verlor den Ball leichtsinnig an Thiago Alcantara, der sofort abzog und den Ball an den rechten Pfosten knallte. Die Szene wirkte wie ein Weckruf für die Spanier, die nun das Geschehen an sich rissen. Schon in der 27. Minute hatte die deutsche Mannschaft erneut Glück, als der quirlige Isco Torhüter Bernd Leno (Bayer Leverkusen) bereits umkurvt hatte, aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz traf.

Wenig später verfehlte der in die Startelf gerutschte Christian Clemens (1. FC Köln) bei der besten deutschen Chance das Tor nur um wenige Zentimeter (37.). DFB-Trainer Adrion hatte gegenüber der Auftaktniederlage zwei Änderungen vorgenommen: Neben Clemens spielte auch der Hoffenheimer Kevin Volland von Beginn an, nur Zuschauer waren Pierre-Michel Lasogga (Hertha BSC) und der verletzte Gladbacher Peniel Mlapa.

Ballverliebtheit ersparte höhere Niederlage

Nach der Pause ging die deutsche Mannschaft höheres Risiko, wollte unbedingt den Führungstreffer, bot den Spaniern aber auch immer mehr Platz. "La Rojita" bedankte sich und kam zu weiteren Chancen: Ein Schuss von Asier Illarramendi rauschte knapp am Tor vorbei (59.), kurz darauf herrschte im deutschen Strafraum ein völliges Durcheinander, das gleich mehrere Spieler des Titelverteidigers nicht nutzte (65.).

In der Schlussphase setzte auch Adrion noch ein Zeichen und verhalf Emre Can von Bayern München zu seinem Debüt im Trikot der U21. An der nun deutlichen Überlegenheit der Spanier änderte das aber nichts mehr. Einzig der Ballverliebtheit des Gegners hatte es Deutschland zu diesem Zeitpunkt zu verdanken, kein Gegentor zu kassieren. Dies änderte sich vier Minuten vor dem Ende, Morata traf aus spitzem Winkel zum verdienten Sieg.