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Datum: 16. Juni 2012, 22:45 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa
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Tschechien im EM-Viertelfinale, Gastgeber Polen ausgeschieden

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Petr Jiracek beendet Polens Träume

2000 schied Co-Gastgeber Belgien aus, 2008 mit der Schweiz und Österreich ebenfalls die Veranstalter und in diesem Jahr sind die Polen die tragischen Verlierer. Das 1:0 für Tschechien besiegelte endgültig das Schicksal und das vierte frühzeitige Aus eines EM-Gastgebers.

Der polnische Traum vom Einzug ins EM-Viertelfinale im eigenen Land ist ausgeträumt. Trotz einer engagierten Vorstellung verloren die Gastgeber zum Vorrunden-Finale das Nachbarschaftsduell gegen Tschechien mit 0:1 (0:0) und schlossen die Gruppe A mit nur zwei Punkten als Letzter ab.

Dagegen qualifizierten sich die Tschechen dank des Siegtores durch den Wolfsburger Bundesliga-Profi Petr Jiracek (72. Minute) als Gruppensieger für die K.o.-Runde, in der am Donnerstag in Warschau der Zweite der deutschen Gruppe B der Gegner ist. Auch ohne den verletzten Regisseur Tomas Rosicky verdiente sich das tschechische Team den Erfolg durch eine klare Steigerung nach der Pause, während den Polen zunehmend die Puste ausging.

Vor 41.480 Zuschauern - darunter rund 12.000 tschechische Fans - war den Polen der große Erwartungsdruck im "wichtigsten Spiel ihrer Fußball-Geschichte" (Robert Lewandowski) zunächst nicht anzumerken. Getragen von einer nationalen Woge der Begeisterung bot die Elf von Franciszek Smuda Fußball mit Herz und spielte in den ersten 20 Minuten ein klares Plus an Chancen heraus. Im Abschluss zeigten Lewandowski und Co. allerdings altbekannte Schwächen.

In der 10. Minute hatten die polnischen Fans den Torschrei bereits auf den Lippen, als sich BVB-Profi Lewandowski im Laufduell gegen Theodor Gebre Selassie durchsetzte, den Ball dann aber aus kurzer Distanz am Kasten vorbeijagte. Danach vergaben der Bremer Sebastian Boenisch (12.) und Eugen Polanski von Mainz 05 (15.) das mögliche frühe Führungstor.

Cech oft im Mittelpunkt

Petr Cech, der trotz einer im Griechenland-Spiel erlittenen Schulterblessur wieder zwischen den Pfosten stand, konnte sich über mangelnde Beschäftigung auch weiterhin nicht beklagen. In der 22. Minute lenkte der Keeper einen tückischen 20 Meter-Aufsetzer von Boenisch um den Pfosten. Erst als Mitte der ersten Halbzeit ein Wolkenbruch über dem Stadion niederging, ebbte der polnische Schwung merklich ab.

Bei den Tschechen lief im Spiel nach vorne eine Halbzeit wenig zusammen. Das Team von Michal Bilek konnte den Ausfall des an der Achillessehne verletzten Rosicky nicht kompensieren. Der Ex-Dortmunder hatte einen Belastungstest am Morgen nicht bestanden. Die einzige große Möglichkeit vor der Pause vergab der künftige Wolfsburger Vaclav Pilar, der in der 4. Minute frei vor dem Tor am Ball vorbei trat.

Jiracek schießt Tschechien ins Glück

Mehr Beschäftigung bekam Polens Ersatzkeeper Przemyslaw Tyton, der den Vorzug vor Rot-Sünder Wojciech Szczesny erhalten hatte, im zweiten Durchgang. Während die Hausherren ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen mussten und in ihren Angriffsbemühungen zunehmend ratlos wirkten, wurden die Tschechen stärker und hatten in der 65. Minute durch Tomas Sivok die erste Möglichkeit zum 1:0. Tyton war bei dem Kopfball des Abwehrspielers aber auf dem Posten. Wenig später scheiterte Milan Baros am polnischen Schlussmann (68.).

Der EM-Torschützenkönig von 2004 war auch am Siegtor beteiligt, als er Jiracek den Ball nach einem Konter mustergültig auflegte. Ein Ballverlust des polnischen Kapitäns Jakub Blaszczykowski im Mittelfeld hatte den Gegentreffer eingeleitet.

Sven Kittelmann