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Von: Sven Kittelmann
Datum: 09. Oktober 2012, 21:51 Uhr
Format: Artikel
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Tops und Flop des 5. NFL-Spieltages: Patriots, 49ers, Giants und Texans - Lauf, NFL, lauf!

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Frank Gore führt San Franciscos Running Backs an

So wie einst der virtuelle Tom Hanks als Forrest Gump durch die Defensivreihen der College-Teams der 60er Jahre lief, so liefen auch die Running Backs in der NFL heiß. Besonders die der San Francisco 49ers, New England Patriots und Houston Texans.

Warum in die Höhe schweifen, wenn das Glück der Erde auf eben selbiger liegt? Okay, das waren zweieinhalb Sprichwörter zum Preis von einem. Aber gerade die San Francisco 49ers pflegen den in den letzten Jahren als altbacken angesehen Ground-and-Pound Stil. Das heißt: Es wird erst gelaufen, dann gefragt. Soll heißen, der Erfolg liegt unter anderem im Laufspiel, das wiederum das Passspiel vorbereitet. 

Beim 45:3 gegen die Buffalo Bills brachten es die 49ers auf 311 Yards am Boden, dabei konnte sich Running Back Nummer eins, Frank Gore, mit 106 Yards und einem Touchdown hervorheben. Dahinter war aber auch sein zweiter Mann, Kendall Hunter, mit 81 Yards Raumgewinn gut dabei. In Zeiten, wo manches Team nicht mal einen guten Running Back hat - hallo Oakland Raiders, hallo Dallas Cowboys - bringt es Hunter alleine auf 201 Yards in dieser Saison. Gore hat mit seinen 432 Yards individuell mehr Raumgewinn am Boden zustande gebracht, als elf ganze Teams der NFL. 

Colin Kaepernick: Der Geheimtrick der San Francisco 49ers

In San Francisco kommt in diesem Jahr ein weiteres Novum dazu und das hört auf den Namen Colin Kaepernick. Der Ersatz-Quarterback wird von Jim Harbaugh gerne für Trickspielzüge verwendet und brachte es dadurch bereits auf über 100 Yards am Boden. Colin Kaepernick - ein Name der so gut ist, dass man ihn sich merken muss.

Ich möchte ja niemanden scharf angucken, aber Kaepernick macht genau das, was man bei einem Team an der Ostküste eigentlich erwartet hatte, als ein Ersatz-Quarterback mit viel Brimborium geholt wurde. Doch trotz Anschauungsunterricht beim 0:34 in der letzten Woche holt Coach Rex Ryan Tim Tebow bei den New York Jets nicht allzu oft aus der Kiste.

Und noch ein Leckerbissen für Freunde der Statistik: Smith führt trotz alle Laufkünste der 49ers die NFL in Sachen Quarterback Rating an. Dabei bringt er es logischerweise nicht auf soviele Yards wie so mancher Kollege, doch dass muss er natürlich auch nicht. Gemäß der goldenen Regel: wer führt, darf laufen.

Ein guter NFL-Quarterback weiß, wann er laufen lassen muss

Einen guten Quarterback zeichnet übrigens auch aus, wann er laufen lassen muss. Das zeigte am Wochenende unter anderem Tom Brady von den New England Patriots. 54 von 89 Spielzügen beim 31:21 der Pats gegen die Denver Broncos fanden am Boden statt - 251 Yards und drei Touchdowns kamen so zustande.

Interessant war dabei, dass Brady eigentlich einer der "Hauptschuldigen" ist, die für den Ruf der NFL, sie sei eine Pass-freudige Liga, in den letzten Jahren ihr Bestes gegeben haben. Aber gerade der Quarterback der Patriots weiß, dass eine goldene Regel der NBA auch auf Football anzuwenden ist. Füttere das heiße Händchen, oder in Bradys Fall die heißen Händchen, denn neben Stevan Ridley (151 Yards) bewegten sich auch Brandon Bolden (54) und Danny Woodhead (47) sehr gut auf dem Boden im Gillette Stadium.

Giants und Texans: Füttere das heiße Händchen 

Füttere das heiße Händchen galt an diesem 5. Spieltag in der NFL auch für die New York Giants. Aber Quarterback Eli Manning hatte auf die harte Tour zu lernen, dass Ahmad Bradshaw mit dem Ball sehr viel anfangen konnte. Danach sah es zuerst nicht so aus, ein Fumble und ein daraus resultierender Touchdown für die Cleveland Browns sorgten zunächst dafür, dass Manning es komplett durch die Luft versuchte. 

Erst als dies ohne Ergebnis blieb und der Stand eine Änderung der Spieltaktik verlangte, lief Bradshaw richtig warm. 200 Yards und einen Touchdown später stand es 41:27 für die Giants. Wobei Eli Manning und die Coaches der Giants genau die richtige Mischung zwischen Pass und Lauf fanden - bei 34 von 71 Versuchen wurde auf Bradshaw und das Laufspiel vertraut.

Die Houston Texans und besonders Running Back Arian Foster gaben den New York Jets eine Woche nach den 49ers noch einmal eine Extra-Vorstellung in Sachen Laufspiel. Foster kam so auf 152 Yards und einen Touchdown. In 35 von 63 Fällen entschieden sich die Texans für den Lauf - natürlich wurde die Entscheidung auch dadurch einfacher gemacht, dass man ab dem zweiten Viertel führte.

Kansas City Chiefs: Der Flop des Spieltages in der NFL

Nach dem ich mich in der letzten Woche ausführliche den drei Flops des NFL-Spieltages gewidmet hatte, wollte ich eigentlich zum in der vergangenen Saison "bewährten" drei Tops und drei Flops-Format zurückkehren. Auch weil es einige User bereits gefordert haben. Heute lass ich einmal das Positive überwiegen, lasse die Green Bay Packers und die Philadelphia Eagles, insbesondere Michael Vick, vom Haken und widme mich den Fans der Kansas City Chiefs.

Die brachten es nämlich tatsächlich fertig beim 6:9 gegen die Baltimore Ravens ihren eigenen Quarterback Matt Cassel zu bejubeln. Okay, das bedarf wahrscheinlich einer genaueren Beschreibung. Die Fans der Kansas City Chiefs bejubelten nämlich die Tatsache, dass Cassel mit einer Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste. Dass die Spieler der Chiefs über diese Tatsache alles andere als erfreut sind, versteht sich von selbst. Tiefer kann man als Anhänger wohl nur noch mit dem Anzünden des Stadions sinken.

Selbst die Fans in Philadelphia oder Cleveland, die durch das ausbuhen des Weihnachtsmannes oder dem Werfen von Batterie-beschwerten Schneebällen auf der Beliebheitsskala vieler NFL-Fans unten stehen dürften, sanken bis jetzt noch nicht so weit, eine halbwegs schwere Verletzung eines Spielers zu bejubeln. Eines EIGENEN Spieler, möchte man noch erschwerend hinzufügen.

New Orleans Saints und die einzig positive Saison-Schlagzeile?

Damit der geneigte Leser jedoch mit einem Lächeln aus der Kolumne rausgeht, noch einmal etwas Positives: Drew Brees brach beim 31:24 der New Orleans Saints einen der ältesten Passrekorde der NFL, als er mit dem ersten seiner vier Touchdowns dafür sorgte, dass er in 48 Spielen Folge mindestens einen Touchdown-Pass anbringen konnte. Dem vorherigen Rekordhalter, Johnny Unitas, war dies von 1956 bis 1960 in 47 Spielen gewonnen. 

Allerdings möchte ich die Saints-Fans dann doch nur mit einem halben Lächeln entlassen: Meiner Meinung nach wird dies eine der wenigen positiven Schlagzeilen aus New Orleans in diesem Jahr sein. Eine 1:4-Bilanz bleibt nun einmal eine 1:4-Bilanz.