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Sicherlich nicht zuletzt deswegen hatte Ecclestone zuletzt immer wieder die Urteile und die Unabhängigkeit der zu einem Boykott aufrufenden Menschenrechtler in Zweifel gezogen. Auch für die Teams geht es um viel Geld, würden sie den Grand Prix boykottieren, nähmen sie finanzielle Einbußen in Kauf, müssten eventuell sogar mit Strafen rechnen. Und natürlich haben ebenso die hinter den Rennställen stehenden Automobilkonzerne wirtschaftliche Interessen in der Region.
Offene Widerworte gegen den Start in Bahrain gab es daher von den meisten Fahrern nicht. Lewis Hamilton wollte sich auf die FIA vertrauen, selber keinerlei Stellung beziehen, Sebastian Vettel reagierte am Rande des Grand Prixs in Shanghai gereizt auf das Thema, nur Red Bull-Kollege Mark Webber, der sich im letzten Jahr als einer der wenigen für die Absage ausgesprochen hatte, ließ immerhin moralische Bedenken anklingen.
Moral kommt nach der Gewinnmaximierung
Doch mit der Moral hat es die Formel 1 bei ihrem Streben nach neuen Zuschauermärkten in der Geschichte noch nie so genau genommen. Unterdrückung anderer Rassen und ganzer Bevölkerungsgruppen? Verletzung der Menschenrechte? Undemokratische Strukturen? Für die Formel 1 waren das keine Hindernisse etwa in Südafrika auf dem Höhepunkt der Apartheid oder in Argentinien während der Diktatur der Militärjunta Rennen auszutragen.
Aber damit unterscheidet sich die Formel 1 allerdings auch nicht von anderen großen Sportverbänden und Sportorganisationen . Denn auch bei FIFA, IOC und Co. heißt es schließlich immer im Sinne der eigenen Gewinnmaximierung: Erst kommt das Fressen und dann die Moral.
Malte Asmus





