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ia Schenk (Transparency International): "Er hat nur das bestätigt, was längst auf dem Tisch lag. Es war ein letztes Zugeben, kein Geständnis. Der Radsport ist befallen von einem Krebsgeschwür, das derart metastasiert ist, dass jeder Mensch schon lange daran gestorben wäre. Der Radsport braucht drei, vier, fünf Jahre lang drastische Maßnahmen, um wieder Glaubwürdigkeit herzustellen."Michael Lehner (Sportrechtsexperte): "Ich sehe keine großen Ansatzpunkte für weitere rechtliche Folgen. Armstrong hat sich sehr bedeckt gehalten. Er war sehr vorsichtig. Nichts ist aufgeklärt worden. Das hat man alles gewusst, es waren nur wenige Details. Die Frage ist, wie breche ich die Strukturen auf? Wie konnte es dazu kommen? Ein Neuanfang geht nur mit einer neuen Mannschaft. Man sollte das Geständnis zum Anlass für eine Stunde Null im Radsport nehmen."
Werner Franke (Doping-Experte): "Das war ein Minimalgeständnis. Armstrong hat Kollegen physisch bedroht und alle möglichen Tricks angewandt. Ich glaube dem grundsätzlich gar nichts. Er tut nur das, was nötig ist, um die eine oder andere seiner Millionen noch behalten zu dürfen."
Fritz Sörgel (Doping-Experte): "Das war gar nichts, eine einzige Enttäuschung. Dass das alles so schwach war, lag auch an Oprah, der Mutter der Nation. Das war wie Bunte oder Alfred Biolek. Die amerikanische Justiz findet immer Wege, jemanden zu fassen. Ich denke, dass noch viele Dokumente existieren, die einem intelligenten und ehrgeizigen Staatsanwalt noch Anhaltspunkte geben. Ich denke, Armstrong wird noch weiter in die Enge getrieben."
Erklärung des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR): "In seinem Dopinggeständnis hat Lance Armstrong nur zugegeben, was durch die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA ohnehin längst belegt ist. In weiten Teilen war es viel 'heiße Luft', denn er hat nichts zur Erhellung und weiteren Aufklärung dieser Zeit beigetragen."
Rolf Aldag (Ex-Profi, Sportlicher Leiter Quickstep): "Er hat nicht rumgeeiert, er steht zu seiner Entscheidung und seiner Geschichte. Das Entscheidende ist aber, dass es nach dem Interview einen dritten Teil gibt, den, wo es um Aufklärung und Erneuerung geht. Es war ein Anfang für ihn, aber er muss jetzt dranbleiben."
Jörk Jaksche (ehemaliger Radprofi und geständiger Dopingsünder): "Das Outing war für die Katz. Er hat zähneknirschend eingestanden, aber er war nicht der große Aufklärer. Meine Erwartungen wurden erfüllt, ich habe mir gedacht, dass es so kommt. Die Quintessenz war, so meine ich, dass es nach seiner Ansicht offenbar das Dümmste war, wieder zurückzukommen."
Jens Voigt (Radprofi): "Er hat sich selbst in eine Ecke gedrängt und hatte keine andere Wahl. Er hat immer 'Nein, nein, nein' gesagt, aber seine einzige Option, wieder in ein normales Leben zurückzukehren, war es, aufzustehen und mit allem auszupacken. Ich denke, es war eine große Belastung für ihn, und deshalb glaube ich, dass er jetzt sehr erleichtert ist. Er wurde jetzt genug bestraft, denn er kämpft wirklich. Ich glaube, er fühlt, dass sich sein Leben jetzt verändert hat. Für mich ist es wichtig, dass er reinen Tisch gemacht hat. Es würde helfen, die Quellen dahinter zu stoppen, so dass Medikamente nicht mehr von den gleichen Leuten kommen können. Aber ich denke auch, dass es jetzt zu einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen den Organisationen kommen wird. Ich glaube, dass USADA, WADA und alle anderen Doping-Behörden an dieser Sache zusammenarbeiten werden, so dass es noch nicht vorbei ist."





