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Datum: 14. Oktober 2012, 09:43 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sportal.de
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Sebastian Vettel gewinnt in Südkorea und übernimmt WM-Führung in der Formel 1

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Das Red Bull-Duo fuhr zum souveränen Doppelsieg

Am Ende musste er wegen eines Reifens zittern, doch Sebastian Vettel gewann den GP von Südkorea und übernahm die Führung in der WM-Gesamtwertung der Formel 1 vom drittplatzierten Fernando Alonso. Mark Webber machte den Doppelsieg der Red Bull perfekt.

Hinter Fernando Alonso, der nun anstatt eines Vier-Punkte-Vorsprungs auf Sebastian Vettel einen Sechs-Punkte-Rückstand aufweist, kam dessen Ferrari-Mitstreiter Felipe Massa auf den vierten Rang. Dabei machte der rechte Vorderreifen Vettels die Schlussphase des Rennens in Yeongam unnötig spannend, als dieser in den letzten Runden zu schnell abbaute und nach Aussage der Red Bull Box zu zerfallen drohte.

Nico Hülkenberg holte sich im Force India den sechsten Platz, während Lewis Hamilton am Ende seinen größten Konkurrenten in einem Teppich fand und mit Mühe und Not Zehnter wurde. Sein zukunftiger Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg musste sein Auto früh abstellen, sein Vorgänger Michael Schumacher wurde nur 13.

Sebastian Vettel und der "indirekte Freistoß der Formel 1"

Sebastian Vettel hatte gleich am Start die Führungsposition von seinem Teamkollegen Mark Webber erobert, musste aber zunächst das Damoklesschwert DRS fürchten. Das Drag Reduction System, von motorsport-total.com dereinst als "indirekter Freistoß der Formel 1" bezeichnet, hätte von Webber nach den Regeln immer dann betätigt werden können, wenn er den Abstand zum Red Bull-Mitstreiter innerhalb einer Sekunde hätte halten können. Doch schnell wurde Vettels Vorsprung zu groß.

Früh mussten unter anderem Jenson Button und Nico Rosberg ihre Boliden abstellen. Bei dem McLaren Buttons war es die rechte Vorderradaufhängung, die dank Kamui Kobayashis waghalsigem Manöver am Start, das später mit einer Durchfahrtsstrafe geahndet wurde, nur noch Schrottwert besaß. Kobayashi hatte Buttons rechte Seite voll getroffen. Im Fall von Rosberg hatte der Mensch, nämlich Kobayashi, zu verantworten, dass die Maschine, in diesem Fall Rosbergs Mercedes, in der zweiten Runde zum frühzeitigen duschen ausrollen musste.

Sebastian Vettel zittert um seinen Reifen

Sebastian Vettel konnte durch den Puffer Mark Webber den Abstand zum Noch-WM-Führenden der Formel 1, Fernando Alonso, bewahren und gewann sogar noch durch einen Boxenstopp an Zeit auf die Verfolger. Nur in den letzten Runden hieß es Zittern für die Red Bull, als über Funk immer wieder Warnmeldungen ob des Reifenzustands an Vettel durchgesagt wurden.

Aber auch Webbers Red Bull war durch die Konkurrenz kaum gefährdet. Selbst wenn Alonso einmal herankam, genügte dem Australier ein kurzer Zwischensprint, um die Distanz zu wahren. Zum Ende des Rennens wurde Webbers Aufgabe noch kniffliger, da er mit älteren Reifen als die beiden Ferrari fuhr.

Um Platzierungen in den Punkten entbrannte jedoch ein reger Wettbewerb. Letztlich konnte Felipe Massa zu seinem Ferrari-Teamkollegen Alonso aufschließen, weil Lewis Hamilton im McLaren Probleme mit dem Abrief vermeldete. Hamiltons Pech sollte später auch noch Nico Hülkenberg nutzen, der einen Überholversuch von Romain Grosjean ausnutzte und als lachender Dritter an Hamilton und Grosjean vorbei auf Platz sechs zog.

Lewis Hamilton, die weiche Aufholjagd und der Rasenteppich

Hamilton wechselte schließlich in der Schlussphase noch einmal auf weiche Reifen und spielte nun Katz und Maus mit der Konkurrenz. Damit fuhr er zwar zeitweise schnellere Rundenzeiten als der frei auffahrende Sebastian Vettel, konnte aber auf Platz zehn liegend nicht am Toro-Rosso-Duo vorbei nach vorne fahren.

So nutzten sich die Reifen immer mehr ab, am Ende nahm er noch ein Kunstrasenstück von den Curbs mit und musste letztlich aufatmen, dass Sergio Perez im Sauber wenige Meter fehlten, um in das eine WM-Pünktchen auch noch zu entreißen.

Gar kein Pünktchen gab es für den scheidenden Rekord-Weltmeister der Formel 1, Michael Schumacher, der als 13. ins Ziel fuhr. Nicht, ohne vorher ebenfalls eine nicht optimale Einstellung des Wagens über Funk an die Box zu melden. Immerhin gelang Schumacher - im Gegensatz zum Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg - die Zieldurchfahrt. Die gelang auch Timo Glock, der im Marussia auf Rang 18 kam.