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So ruhig hatte es der Claret Jug bei Todd Hamilton (Sieger 2004) nicht. Er ging mit ihm regelrecht auf Tour, hatte ihn ständig im Kofferraum seines Wagens dabei und nutzte ihn sogar als Rabattmarke. Ein Restaurantbesitzer aus Dallas erließ ihm 500 Dollar seiner Rechnung, wenn er den Pokal mitbringen würde. Hamilton ließ es sich nicht zweimal sagen und sich an seinem Tisch dann teuren Champagner aus dem Silberbecher schmecken.
Immerhin stilvoller als Justin Leonard (Sieger 1997), der an heißen Sommertagen den selbst gemachten Eistee seiner Mutter einfüllte. Während die Spuren des klebrigen Getränks restlos beseitigt werden konnten, hinterließ Tom Watson (Sieger 1975, 77, 80, 82, 83) versehentlich eine Delle am Henkel des Claret Jug. "Seitdem ist der Griff etwas schief", erklärte Hamilton.
Schwerstarbeit für Graveure
Doch das macht die Trophäe noch besonderer. Und jeder Golfer ist heiß darauf, sich einmal in seinem Leben auf ihr verewigen zu können und die Graveure vielleicht vor eine ähnlich schwere Aufgabe zu stellen, wie Mark Calcavecchia, der 1989 The Open gewinnen konnte und dessen größte Sorge vor der Pokalübergabe war: "Wie um alles in der Welt soll mein Name auf dieses Ding passen?"
Doch die erfahrene Graveurs-Crew hat bisher immer einen Weg gefunden. 25 Spieler haben das Turnier mehr als einmal bisher gewinnen können. Harry Vardon ist mit sechs Siegen der unangefochtene Rekordgewinner. Tiger Woods holte den Claret Jug bereits dreimal, fiel im letzten Jahr wegen seiner Verletzungspause aus und könnte in diesem jahr wieder angreifen.
Favoriten auf den Sieg 2009 gibt es viele. Doch immer wieder kommt es zu überraschenden Ereignissen. Wie 2008, als plötzlich Oldie Greg Norman auf dem dritten Platz landete oder 2009, als Altmeister Tom Watson fast für eine Sensation gesorgt hätte.
Auf einen Topfavoriten festlegen kann man sich deshalb noch nicht - auch die Graveure nicht - die werden aber, sobald der Sieger feststeht, mit ihrer Arbeit beginnen, um rechtzeitig zur Siegerehrung am Sonntag einen neuen Sieger auf dem Cup verewigt zu haben.
Malte Asmus





