Schalke 04 lag nach 53 Minuten mit 2:1 in Führung und das in Überzahl. Mit der anschließenden Dominanz konnte das Team von Huub Stevens nicht umgehen. Die Knappen erspielten sich nur zwei gute Chancen, vergaben diese und wurden bitter dafür bestraft.
Schalke 04 spielte im ersten Heimspiel der Champions League-Saison 2:2 (1:1) gegen Montpellier HSC. Julian Draxler (26. Minute) und Klaas Jan Huntelaar (53.) erzielten die Tore für Schalke. Karim Ait Fana (13.) und Souleymane Camara waren die Spielverderber der Franzosen. Vor 50.004 Zuschauern waren die Schalker über weite Strecken des Spiels hoch überlegen, verpassten es allerdings, den entscheidenden Treffer zu erzielen und wurden am Ende bitter bestraft.
Schalke 04 ohne Jones, mit Pukki
Die Schalker Personalien vor dem Spiel sind schnell zusammengefasst. Jermaine Jones fehlte verletzungsbedingt, Jefferson Farfan saß angeschlagen nur auf der Bank. Es spielten Marco Höger und im Sturm Teemu Pukki - Schalke also im 4-4-2 mit Lewis Holtby auf der zehn und Julian Draxler auf dem linken Flügel. Interessante Information am Rande: Schalke lief mit der jüngsten Champions League-Startformation der Knappen-Geschichte auf.
Montpellier belohnte sich für eine couragierte Anfangsphase. In der 13. Minute zirkelte Karim Ait-Fana den Ball aus 17 Metern zur Führung ins Netz. Atsuto Uchida hatte den Franzosen mit marokkanischen Wurzeln nicht am Schuss hindern können. Lars Unnerstall im Kasten der Knappen stand nicht optimal, konnte den Ball nur noch mit den Fingerspitzen berühren. Zu Beginn hatten die Schalker dem Gast viele Freiheiten beim Annehmen und Verteilen des Balles gelassen, nach dem Gegentreffer agierten die Schalker zumindest in ihren eigenen Offensivaktionen druckvoller.
Schalke steigerte sich in der ersten Hälfte
Die ersten durchdachten Spielzüge waren die Konsequenz. Julian Draxler schob den Ball nach Pukki-Vorlage knapp neben das Tor (18.). Draxler hatte auch die nächste Chance, dieses Mal war Klaas-Jan Huntelaar der Vorlagengeber, steckte den Ball wunderbar auf Julian Draxler durch, der Geoffrey Jourdren umkurvte und zum 1:1 einschob (26.). Draxler stellte durch seinen Treffer den Rekord von Lars Ricken ein und ist nun der jüngste deutsche Champions League-Torschütze aller Zeiten.
Schalke spielte in der Offensive guten Fußball, die Räume waren da. Im Defensivverbund ließen die Knappen dem Gegner allerdings weiter zu viel Platz. Doch vor dem Strafraum wurde letztlich konsequenter verteidigt. Es blieb beim 1:1 zur Pause. Schalke war nach 15 Minuten das bessere, weil aktivere Team. Die Gastgeber hatten mehr Chancen, ohne sich 100-prozentige Möglichkeiten zu erarbeiten.
Das Super-Solo von Julian Draxler
Schalke zeigte sich spielerisch mit guten Ansätzen und es war erneut Julian Draxler, der ein Ausrufezeichen setzte. Der Schalker Youngster dribbelte sich elegant durch den Strafraum der Franzosen, wurde kurz bevor er sein Dribbling krönen konnte gefoult. Es gab Elfmeter und Rot für Übeltäter Garry Bocaly. Den Strafstoß konnte Klaas-Jan Huntelaar, anders als noch in Piräus, sicher verwandeln (53.). Wermutstropfen: Draxler war nach dem Foul unglücklich aufgekommen und hatte sich so stark am Handgelenk verletzt, dass er ausgewechselt werden musste. Es kam Ibrahim Afellay.
Schalke hatte nun den Auftrag, für die frühzeitige Entscheidung zu sorgen, Klaas-Jan Huntelaar hätte es in der 65. Minute fast geschafft, doch sein Schuss aus 20 Metern geriet zu zentral. Jefferson Farfan kam für Teemu Pukki und sollte das Spiel über die rechte Seite ankurbeln. Die gute Raumaufteilung zu Beginn der zweiten Hälfte war dahin. Neun Franzosen verteidigten clever und Schalke drohte ein erneutes Düsseldorf zu erleben.
Wenig Bewegung, wenige Chancen und der Schock
Es dauerte bis zur 84. Minute, bis Afellay den Kasten von Jourdren in Gefahr bringen konnte, den Fernschuss des Niederländers konnte der Franzose allerdings zur Ecke klären. Nach einem wunderbaren Pass von Farfan vergab auch Huntelaar völlig frei stehend (88.).
Schalke verlor nach dem Führungstreffer komplett die Aufteilung, den Elan und das Spiel ohne Ball wurde eingestellt. Die viel zu wenigen Chancen, bei der Überlegenheit, wurden fahrlässig vergeben. Das sollte sich rächen. Aus dem Nichts traf Souleymane Camara zum 2:2 durch einen Distanzschuss aus 20 Metern. Die Schalker hatten aus dem Düsseldorfspiel nichts gelernt.
