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Dass Jürgen Klopp allerdings durch sein "aggressives Verhalten" an der Linie "gewaltsame Exzesse an der Basis" hervorrufen könnte, halte ich für eine gewagte These des Abteilungsleiter Schiedsrichter, Lutz Michael Fröhlich. Dieser ruderte mittlerweile zurück, zumindest was die Person Klopp angeht. "Es ging mir um eine grundsätzliche Sensibilisierung für dieses Thema, denn das hat Einfluss auf die Arbeit der Schiedsrichter in allen Bereichen des Fußballs. Es geht mir nicht um Personen und es war nicht meine Absicht, eine bestimmte Person anzugreifen", so Fröhlich am Sonntag.
Er meinte also die gesellschaftliche Vorbildfunktion eines Bundesligatrainers. Ein interessantes Thema, das man sicherlich in einer wissenschaftlichen Arbeit ergründen könnte. Ob man Übergriffe und Gewalt-Eskalation im Amateurbereich allerdings auf das am weitesten entfernte Vorbild schieben kann, bleibt fraglich. Man hört, es gäbe noch einige Sozialisationsinstanzen zuvor, die einen gewissen Einfluss auf Heranwachsende haben könnten. Ist das BVB-Team auch ein "Mentalitäts-Monster" und laut kicker die "Monster AG", so sollte man doch die Monster im Dorf lassen und den Kloppo nicht gleich als selbiges durchs Dorf jagen.
SC Freiburg: Schlagen die Laufungeheuer erneut zu?
Ein bei den Schiedsrichtern ähnlich beliebter Vorbildtrainer ist Christian Streich vom Sportclub Freiburg. Das Breisgauer Rumpelstilzchen gab sich beim 3:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart ungewohnt gelassen und verzichtete weitestgehend auf Tänzchen an der Seitenlinie, wohlwissend, dass Platz sechs in der Liga zwar ehrenwert ist, aber mit dem erwartet schweren kommenden Gegner aus München auch nur zur Momentaufnahme verkommen kann. Zu Platz elf sind nämlich nur zwei Punkte Differenz.
Dennoch hat sich der Sportclub heimlich, still und leise elf Punkte Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze erarbeitet. Fragt man nach den Gründen, wird meist die monstermäßige Laufleistung der Breisgauer angeführt. Allerdings boten die Breisgauer beim 3:0-Sieg gegen den VfB etwa einen Kilometer weniger geballte Lauffreude als der Gegner. Freiburg begeistert jedoch durch ein defensiv kompaktes Auftreten bei konsequentem Pressing.
Cedric Makiadi und Julian Schuster bringen sowohl hohes Laufvermögen, Zweikampfstärke als auch ein klares Passspiel in die Spitze mit. Dort hat der Sportclub mit dem wieder in Form geratenen Jan Rosenthal und Max Kruse zwei schwer auszurechnende und torgefährliche Offensivspieler. Auch wenn Freiburg neben dem VfB und BVB nur die drittbeste Mannschaft nach Kilometerleistung ist, hofft Streich gerade in diesem Bereich auf einen Vorteil.
"Wir sind topfit, wir laufen enorm viel. Ob wir das wieder abrufen können, kann ich nicht sagen", so Streich laut Badischer Zeitung. 6,5 km mehr als die Bayern bringt der Sportclub auf den Tacho, und in der letzten Saison knöpfte man dem Rekordmeister vor heimischem Publikum einen Punkt ab. Es ist also nicht undenkbar, dass sich die Geschichte wiederholt und das Kilometermonster aus dem Breisgau dem vielköpfigen Drachen aus München ganz schön Beine macht.





