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Von: Oliver Stein
Datum: 12. Juni 2013, 07:06 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sportal.de
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San Antonio Spurs nach Sieg gegen Miami Heat mit 2:1-Führung im NBA Finale

Gary Neal,Danny Green,San Antonnio Spurs,NBA
Danny Green (links) und Gary Neal hatten gut Lachen - die beiden waren die Matchwinner für die Spurs

In einem bis zur Halbzeit ausgeglichenen Spiel haben sich die San Antonio Spurs für die Schlappe in Spiel zwei der NBA Finals revanchiert und die Miami Heat mit ihrem 113:77-Heimsieg in eine kleine Krise gestürzt. Zwei Rollenspieler ragten dabei von der Dreierlinie besonders heraus, wie sportal.de beobachtete.

Nach der Schlappe in Spiel zwei, bei der die San Antonio Spurs nach der Pause komplett eingebrochen waren, hatte man in Texas Besserung gelobt - vor allem im Angesicht dreier aufeinanderfolgender Heimspiele. Beim 113:77-Sieg gegen die Miami Heat in Spiel drei der NBA-Finalserie zogen die Spurs einmal mehr alle Register ihres Könnens - Teamwork, schnelles Passspiel und ausgezeichnete Defensive sorgten für einen innerhalb von 10 Minuten des dritten Viertels herausgespielten Erfolg.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Kampfansagen gab es auf beiden Seiten genug - allerdings gemischt mit großem Respekt vor dem Gegner. ''Momentum? Das leigt doch klar bei Miami. Wir wollten zwei Siege, haben einen - aber nach der Leistung in Spiel zwei sollten wir uns lieber Sorgen machen'', so Tim Duncan gegenüber dem übertragenden Fernsehsender ESPN. Und auch Manu Ginobili, nach zwei eher schwachen Spielen in die Kritik geraten, schlug in die gleiche Kerbe. ''Natürlich ist das 1:1 rein vom Ergebnis her gut. Aber so sollte man in den NBA Finals niemals spielen. Wir haben sie aufgebaut, und fühlen uns jetzt selber schlecht'', so der Forward nach Spiel zwei.

Und auch bei Miami war nicht alles Gold, was nach Spiel zwei so hell glänzte. ''Vorteil? Momentum? Das zählt doch alles nichts. Hier spielen die beiden besten Teams der NBA, da kann jeder jeden in jeder Halle schlagen - wir müssen einfach weiter konzentriert bleiben!'', so Heat-Star LeBron James in der Pressekonferenz vor Spiel drei. Und so begann das erste Spiel im AT&T-Center zu San Antonio dann auch eher zäh.

Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Eine Geschichte von außen


Die Spurs gingen früh mit acht Punkten in Führung, doch die Heat ließen sich, wie schon in Spiel eins, nie abschütteln. Zur Pause wäre es eine ausgeglichene Angelegenheit gewesen - hätte, ja hätte sich der weitere Verlauf des Spiels nicht durch zwei aufeinanderfolgende Dreier vom bis dahin eher unauffälligen Tony Parker und Gary Neal angekündigt.

Doch nach der Pause mussten sich nicht nur die Fans die Augen reiben. Während Miami weiterhin versuchte, das Tempo zu verschleppen, weil keiner der Stars bis zu diesem Zeitpunkt warm gelaufen war (LeBron James hatte zwischenzeitlich nur 3 von 13 Versuchen aus dem Feld verwandelt), liefen die Spurs nicht nur warm - sondern buchstäblich heiß.

Defensiv räumten Tim Duncan und Kawhi Leonard die Bretter ab, ließ eben jener Leonard James keinen Meter zum Atrmen und sorgte mit vier Steals für jede Menge Momentum - offensiv waren es die Herren Neal sowie Danny Green (in Spiel zwei bereits mit 5 von 5 von der Dreierlinie), die Miami den Zahn zogen. Insgesamt 16 verwandelte Dreier bedeuten einen neuen Rekord für NBA Finals, Greens 27 Punkte eine persönliche Bestleistung und die am Ende 36 Punkte Abstand eine der größten Punktemargen, die es in Finalspielen jemals zu bestaunen gab.

''Bekommen, was wir verdient haben''

Miami hingegen hat nun gerade mal 48 Stunden Zeit, die Seelen der Stars, die von Coach Erik Spoelstra knapp 8 Minuten vor dem Ende ausgewechselt wurden, wieder aufzurichten. Was laut Spoelstra gar nicht nötig zu sein scheint:''LeBron weiß, wie er aus dieser Situation heraus kommt. Ich mache mir mehr Sorgen, wie wir in zwei Tagen unsere Defensive wieder aufbauen sollen. Das war heute katastrophal - wir haben einfach nur bekommen, was wir verdient haben.'', so Spoelstra auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Bei Miami enttäuschte vor allem die Starting Five - allein Mario Chalmers und Udonis Haslem kamen im Laufe des Spiels nicht zu einem einzigen Punkt, LeBron James traf nur schwache 33 Prozent aus dem Feld und wirkte trotz seines Double-Doubles (15 Punkte, 11 Rebounds) erstaunlich unbeteiligt. Einzig Chris Bosh machte mit 12 Punkten und 10 Rebounds ein für seine momentanen Verhältnisse anständiges Spiel, konnte die Niederlage aber auch nicht im Ansatz verhindern.

Leonard überragend - Parker verletzt?

Topscorer bei den Spurs waren am heutigen Abend nicht die üblichen Verdächtigen Tony Parker, Tim Duncan oder Manu Ginobili, sondern mit Danny Green (27 Punkte) und Gary Neal (24) zwei Rollenspieler. Allerdings brachten vor allem Duncan sowie Kawhi Leonard (12 Rebounds, 4 Steals) die Heat mit ihrer starken Defensive oft genug zur Verzweiflung - eine Reboundüberlegenheit von 52:36 war auch für Miamis Big Three nicht auszugleichen.

Einzige Sorge der Spurs dürfte am heutigen Abend der Unterschenkel von Tony Parker sein - der französische Spielmacher musste sich während des dritten Viertels in der Kabine behandeln lassen, spielte danach nur noch wenige Minuten und kündigte nach dem Spiel eine für morgen geplante Röntgenuntersuchung an. Das nächste Spiel findet in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in San Antonio statt - und ist für unsere Leser natürlich im Liveticker von sportal.de zu verfolgen!