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Doch wichtige Ämter an Menschen ohne entsprechend nachgewiesene Qualifikation zu vergeben, ist auf Toplevel einfach anachronistisch und passt daher eigentlich auch nicht zu einem Club, der für sich gerne in Anspruch nimmt, Vorreiter in allen wichtigen Bereichen des Fußballs zu sein und vor allem, der enorme Ansprüche hat und diese mit der Installation von Sammer als neuem starken Mann und Ideengeber wieder einmal eindrucksvoll untermauert hat.
Der Sport-Vorstand soll mit seinem Knowhow den FCB wieder zur unangefochtenen Nummer eins machen und nach zwei Jahren wieder an Borussia Dortmund vorbeiziehen lassen. Sammer jetzt allerdings vorzuwerfen, dass er dazu Butt aktiv aus dem Amt gedrängt habe, wäre zuviel der Spekulation. Das Verhältnis der beiden zueinander beschreiben Insider als "unproblematisch". Trotzdem bleibt die Frage, wieso Butt erst jetzt zu der Überzeugung kam, dass er den Job "falsch eingeschätzt" habe. An der Seite von Kern hatte er sich schließlich schon seit einem Jahr auf die Aufgabe vorbereiten können. Er wusste, was ihn erwartete.
Aber vielleicht fühlte sich Butt der Aufgabe, die nach der Verpflichtung von Sammer eine noch tiefere Dimension und deutlich größere Bedeutung bekommen hatte, auch einfach nicht mehr gewachsen. Vielleicht fühlte er sich einfach überfordert, die zwölf Teams von der U8 bis zu U23 zu koordinieren und gleichzeitig die von Sammer vorgegebene Richtung auch konsequent und erfolgversprechend umzusetzen.
Sammer der neue starke Mann
Fakt ist, die Macht von Sammer und sein Einfluss auf die Zukunft des FC Bayern sind nach Butts Entscheidung noch einmal erheblich gestiegen. Jetzt hat er die Chance, die zentrale Position des Jugendkoordinators nicht nur mit einem ausgewiesenen Experten, sondern auch einem persönlichen Wunschkandidaten zu besetzen. Mit einem Mann, von dem er weiß, dass dieser seine Ideen auch in seinem Sinne konsequent umsetzen wird.
Angeblich, so berichtet bild.de, soll Sammer derzeit versuchen Stefan Böger beim DFB loszueisen. Mit dem derzeitigen U17-Nationaltrainer hatte er schon als Sportdirektor des Verbandes eng zusammen gearbeitet. Deutlich wird dadurch eins: Der dringend benötigte Umbau beim FC Bayern ist in vollem Gange und wird sicher nicht im Jugendbereich halt machen.
Auch andere sportliche Abteilungen werden sich in naher Zukunft auf Änderungen einstellen müssen - mit Sicherheit auch die sich an alten traditionellen und konservativen Wegen festklammernden Uli Hoeneß und Kalle Rummenigge. Aber das wussten sie ja sicher, als sie Sammer verpflichtet hatten. Denn wo Butt "gradlinig und konsequent" ist, ist Sammer das schon lange. Für den FC Bayern muss das nicht das Schlechteste sein.





