Real Madrid und FC Barcelona zeigten im Copa del Rey-Halbfinale ein tolles Spiel mit Tempo und etlichen Torraumszenen. Die beiden großen Superstars standen diesmal nicht im Mittelpunkt des Geschehens. Die Defensivreihen sorgten für Aufsehen.
Vor vollen Rängen im Santiago Bernabeu brachte Cesc Fabregas den Gast aus Barcelona in der 50. Minute in Führung. Raphael Varane glich kurz vor Schluss aus (81.) und sorgte für Spannung im Rückspiel.
Reals Trainer Jose Mourinho ist zurzeit nicht zu beneiden. Kein Tag vergeht ohne eine Negativ-Schlagzeile über die Königlichen. Zudem musste der Star-Trainer im Hinspiel der Copa del Rey gleich auf fünf Spieler verzichten. Iker Casillas, Pepe und Angel di Maria fehlten verletzt. Sergio Ramos und Fabio Coentrao fehlten rotgesperrt. Arbeloa bekam den Vorzug vor Marcelo. Mesut Özil und Sami Khedira standen in der Startelf.
Mourinhos Gegenüber Tito Vilanova weilte zur Behandlung in New York, so dass Co-Trainer Jordi Roura die Verantwortung für Barca übernahm. Dabei vertraute er im Tor auf Jose-Manuel Pinto als Victor Valdes-Ersatz. Dani Alves spielte auf der rechten Verteidigerposition.
Wer dachte, dass sich beide Mannschaften zu Beginn abtasten wollten, sah sich bereits nach einer Minute getäuscht. Cristiano Ronaldo zog mit Tempo an Gerard Piqué vorbei, der sich nur mit einem Foul helfen konnte. Gelb für den Verteidiger und Freistoß für Ronaldo, der gleich mal Pinto zu einer Glanztat zwang. Barca konterte mit Messi, Andres Iniesta leitete den Pass des Argentiniers per Lupfer weiter zu Jordi Alba, der aber per Volley aus aussichtsreicher Position vergab (13.).
Xavi scheitert an der Latte
Beide Mannschaften spielten mit offenem Visier, es ging hin und her, wobei Barca mehr Spielanteile besaß und Real sich aufs Kontern konzentrierte. Nach 20 Minuten scheiterte Xavi per Freistoß an der Latte, vier Minuten später hätte der kleine Spanier fast einen katastrophalen Rückpass von Ricardo Carvalho ausgenutzt, doch der starke Raphael Varane klärte auf der Linie. Es ging weiter im Fünfminutentakt. Karim Benzema setzt einen Pass von Jose Callejon an das Außennetz.
Nach 45 Minuten pfiff Schiedsrichter Carlos Clos Gomez zur Pause und zählte zehn Fouls von Real-Spielern im Gegensatz zu einem auf Seiten von Barca. Dabei fiel besonders auf, dass der Unparteiische viel laufen ließ, so dass man den Eindruck gewinnen konnte, es handele sich um ein Spiel aus der Premier League. Aber nicht nur wegen des Spielflusses erinnerte die Partie an temporeiche Spiele von der Insel, auch aufgrund der vielen schnellen Gegenstöße und ungewohnt hart geführten Zweikämpfe, die aber auch der Brisanz des Duells geschuldet waren.
Auch in Hälfte zwei konnten die vielen Fans ein rasantes Spiel verfolgen. Einen schwachen Klärungsversuch von Callejon leitete Messi direkt in den Lauf von Fabregas, der keine Mühe hatte, aus halbrechter Position ins linke untere Eck abzuschließen (50.). Mourinho reagierte auf das Gegentor, brachte Luka Modric und Gonzalo Higuain für den schwachen Callejon und Benzema.
Raphael Varane krönt seine Leistung
Nur wenige Minuten später verpasste der nicht ganz so auffällige Ronaldo nach Essien-Flanke den Ausgleichstreffer. Barca besann sich nun auf die gefährlichen Konter, Real verteidigte riskant hoch, so dass Fabregas nach Pass von Alves die Latte streifte und nur zwei Minuten später Pedro allein vor Lopez das Tor verfehlte.
Die schwache Chancenverwertung der Katalanen sollte sich rächen. Özil, der stets bemüht war, flankte von der rechten Seite in den Strafraum, wo der am heutigen Tage überragende Varane, der zuvor in bester "Cannavaro-Manier" vor Fabregas klärte, höher als Piqué stieg und den Ball per Kopf zum 1:1 einnetzte (81.). In den Schlussminuten zeigte sich der Clasico noch mal von seiner besten Seite, beide Teams spielten voll auf Sieg, Alba scheiterte am klasse parierenden Lopez im Real-Kasten und Carles Puyol blockte mit vollem Einsatz einen Schuss von Özil.
Am Ende blieb es beim Unentschieden, wobei Barca dank des Chancenplus auch einen Sieg verdient gehabt hätte. Die Superstars Messi und Ronaldo blieben vergleichsweise blass, auf Seiten von Madrid stachen Varane und Lopez hervor, auf der Gegenseite hielt das starke Duo Piqué und Puyol die Defensive zusammen.
