(Seite 3 von 5)
Ralf Rangnick beschrieb den Stil der holländischen Elf zuletzt in der Sport-Bild zutreffend. Holland spiele "einen sehr ähnlichen Fußball, wie ihn Louis van Gaal bei Bayern München spielen ließ. Dieser Fußball kann durchaus auch erfolgreich sein, ist aber aufgrund der geringen Flexibilität insgesamt leicht ausrechenbar. Es gibt kaum unerwartete Positionswechsel und direkte Kombinationen und als Folge davon ein relativ vorhersehbares Aufbauspiel mit wenig Überraschungsmomenten." Sieht man einmal von phasenweise sehr starken Sneijder ab, hat Rangnick vollkommen recht.
Arjen Robben ist in seinem Spiel leicht ausrechenbar. Er hatte trotzdem Glück, dass der in der Defensive schwach agierende Simon Poulsen ihm immer wieder den Weg in die Mitte anbot und so gefährliche Situationen zustande kommen konnten. Ein variables Positionsspiel findet bei den Niederländern kaum statt. "Die Holländer orientieren sich stark an ihrer jeweiligen Position. So hat ihr Spiel auf mich sehr zerstückelt gewirkt. Mit zerstückelt meine ich: Wenn ein Spieler im Ballbesitz war, war höchstens noch ein weiterer Spieler anspielbar. Ich kann mich nur an wenige Angriffe gegen Dänemark erinnern, an denen einmal drei oder vier holländische Spieler beteiligt waren. Das liegt für mich an den Vorgaben, die Positionen starr einzuhalten.
In dieser Hinsicht fehlen dem niederländischen Spiel auch aus dem defensiven Mittelfeld Impulse. Mark van Bommel und Nigel de Jong hielten sich strikt an ihre Position und nahmen vor allem in der ersten Hälfte selten am Offensivspiel teil. Eine Variante mit Rafael van der Vaart als spielender Sechser wurde nicht ohne Grund bereits probiert und diskutiert. Ein großes Fragezeichen hinterließ auch das phasenweise nicht vorhandene Pressing der Niederländer im Mittelfeld. Man ließ dem Gegner viel Platz, auch De Jong und Van Bommel waren oft zu weit vom Gegner entfernt. Es fehlte dem gesamten Spiel der Niederländer bei Ballbesitz des Gegners an Aggressivität.





