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Denn nach 2004 begannen die Alkohol-Probleme, Wiggins begann zu trinken. "Hooligan" wurde er von damaligen Weggefährten genannt. Doch die Familie gab ihm Halt und so besiegte er die Alkoholsucht. Je ein "B" tätowierte er sich auf die Daumen, für Sohn Ben und Tochter Bella.
Im Gegensatz zu früheren Tour-Siegern wie Alberto Contador oder Cadel Evans ist Wiggins geradezu ein Musterbeispiel an Spontanität und Witz. Bei Pressekonferenzen hat er dank seiner unkomplizierten Art die Lacher zumeist auf seiner Seite. Entschlossenheit und Ehrgeiz tut dies keinen Abbruch: Nach Peking hungerte sich der 1,90 Meter große Athlet auf rund 72 Kilogramm hinunter, um auch bei den schweren Kletterpartien der Tour vorne mitfahren zu können. Die L'Équipe betitelte ein Porträt jüngst mit: "Der Englische Patient".
Opfer für sportliche Erfolge
Für den sportlichen Erfolg bringt Wiggins Opfer, isst nur das, was Teamärzte und -köche ihm erlauben, achtet minutiös auf sein Training. Dafür sehnt er sich nach Anerkennung, vor allem in England mit all diesen Möchtegern-Stars, "die berühmt sind, ohne etwas geleistet zu haben. Es ist schön, respektiert zu werden für etwas, in dem man gut ist, und das vielen etwas bedeutet".
Den außerordentlichen Radsport-Boom haben die Briten rechtzeitig vor Olympia Wiggins zu verdanken - neben Sprinter Mark Cavendish der große heimische Medaillenkandidat in London. "Am Sonntag beginnt die Vorbereitung auf Olympia", verkündete Wiggins bereits.
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hatte er seine Straßenkarriere Anfang des Jahrtausends begonnen. Bis 2007 fuhr er in französischen Teams, wo er auch die Sprache des Tour-Landes lernte. Als er 2009 Gesamt-Vierter wurde, avancierte er zur Rad-Hoffnung der Briten, kassierte ein Jahr später bei seinem Debüt für das Team Sky aber als 23. eine Schlappe.
2011 zerplatzten seine Tour-Träume auf dem Asphalt bei Chateauroux, wo er sich bei einem Sturz in der ersten Woche das Schlüsselbein brach. "Man braucht solche Enttäuschungen, um ein besserer Sportler zu werden", findet Wiggins. "Entweder du wirst stärker, oder du gehst daran zugrunde."





