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Datum: 12. August 2012, 08:49 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Olympia-Zeitplan am Sonntag: Moderner Fünfkampf,Lena Schöneborn,Dreamteam,Handball

Lena Schöneborn,Olympia
Lena Schöneborn will am letzten Tag der Spiele Gold für Deutschland holen

Lena Schöneborn will die olympischen Spiele für das deutsche Team mit einer Medaille versöhnlich abschließen. Zuvor gibt es noch die Highlights im Basketball mit dem Dreamteam gegen Spanien und das Handballfinale mit Frankreich gegen Schweden.

Radsport: Mountainbike Finale im Cross-Country 
(ab 14.30 Uhr) - Manuel Fumic

Manuel Fumic hat Außenseiterchancen im Cross Country-Rennen. In Peking war er auf dem Weg zu Bronze, ehe ihn ein Defekt zurückwarf. Letztlich landete er in Peking auf Platz Elf. Fumic' Vorbereitung verlief optimal, erzielte tolle Resultate im Vorfeld. 2012 fuhr er dreimal unter die Top Fünf in den Weltcup-Rennen. "Alles läuft sehr gut. Das Ziel ist klar. Ich gehöre in London nicht zu den Topfavoriten, aber ich bin ein Medaillenanwärter. Ich will mir meine Chance nicht nehmen lassen", so Manuel Fumic laut teckbote.de.

Die Topfavoriten sind der Schweizer Nino Schurter und der Franzose Julien Absalon. Hinter dem Favoriten-Duo ist Fumic einer der Kandidaten für Bronze. Die Olympiastrecke Hadleigh Farm ist ihm bekannt. "Der ist präpariert wie ei­ne Achterbahn. Ich habe mich da so wohlgefühlt, als wäre es mein Wohnzimmer. Da willst du gar nicht mehr runter von der Strecke", erklärte er nach den Trainingseinheiten. "Ich habe den Kurs drin", erklärte er. Speziell der Start birgt Gefahren. "Die Startphase ist gefährlich, weil sie wahnsinnig schnell ist und es wenig Platz für die Fahrer gibt. Sie ist entscheidend", sagt Fumic, der allerdings in der ersten Startreihe steht.

Volleyball: Finale Brasilien gegen Russland (12 Uhr)
Spiel um Bronze Bulgarien gegen Italien (10.30 Uhr)

Weltmeister Brasilien greift bei den Olympischen Spielen in London nach Gold. Die Südamerikaner setzten sich am Freitag im Halbfinale gegen Italien mit 3:0 (25:21, 25:12, 25:21) durch und treffen nun im olympischen Finale auf Russland. Die Auswahl von Trainer Wladimir Alekno gewann gegen Deutschland-Bezwinger Bulgarien mit 3:1 (25:21, 25:15, 23:25, 25:23). Die Russen warten seit den Heim-Spielen 1980 auf Olympia-Gold.

Basketball: Finale USA gegen Spanien (16 Uhr)
Spiel um Bronze: Argentinien gegen Russland (12 Uhr)

Noch ein Sieg fehlt den NBA-Stars zum Olympia-Gold. In der Neuauflage des Finales von Peking 2008 treffen die US-Basketballer erneut auf Spanien. Zweifel am erneuten Sieg der USA hat kaum jemand. Nach dem klaren 109:83 im Halbfinale gegen Argentinien sind die Amerikaner heiß: "Wir werden jetzt regenerieren, uns knallhart vorbereiten und dann alles für unser Land geben", sagte Kevin Durant, bislang mit 18 Punkten pro Spiel Topscorer beim Goldmedaillen-Gewinner von 2008. "Diese Mannschaft hat sehr viele Waffen", lobte US-Coach Mike Krzyzewski.

Vor allem aus der Distanz treffen die Amerikaner phasenweise nach Belieben und machen damit ihre Größennachteile unter dem Korb weg. Auch die Spanier, die vor vier Jahren beim 107:118 große Gegenwehr leisteten, haben in Pau und Marc Gasol sowie Serge Ibaka einige starke Spieler in ihren Reihen. Nicht nur deshalb bringt Krzyzewski den Iberern viel Respekt entgegen. "Sie haben eine starke Bank und ein Team, das sehr viel Erfahrung hat. Sie sind definitiv ein Gegner, der uns schlagen kann", warnte der erfolgreiche Coach seine Profis.

Beim 67:59 im Halbfinale gegen Russland musste sich der Silbermedaillen-Gewinner von Peking allerdings alles hart erarbeiten. "Wir hatten keine einfache Vorbereitung, weil wir viele verletzte Spieler hatten. Aber wir haben alle Rückschläge weggesteckt und sind sehr stolz, wieder im Endspiel zu stehen", sagte Pau Gasol von den Los Angeles Lakers. Angst vor den Überfliegern aus den USA haben die Spanier nicht. "Sie sind auch nur Basketball-Spieler", sagte Jose Calderon von den Toronto Raptors. "Natürlich haben sie ein großartiges Team. Aber in einem Olympia-Finale ist alles möglich."

Handball: Finale Frankfreich gegen Schweden (16 Uhr)
Spiel um Bronze: Ungarn gegen Kroatien (12 Uhr)

Kaum zu glauben, dass die Weltklasse-Handballer aus Kroatien schon einmal eine Zehn-Prozent-Wurfausbeute verbuchen mussten. Und das bei Olympia, wo sie 1996 und 2004 Gold holten. Der Grund für die miese Quote ist Torhüter Thierry Omeyer vom deutschen Meister THW Kiel. Der Hexer nimmt sogar das Olympia-Finale gelassen. Alles schon mal erlebt. Frankreichs Torhüter Thierry Omeyer wurde 2008 in Peking Olympiasieger, zudem dreimal Weltmeister und viermal Champions League-Sieger.

Der Keeper vom deutschen Meister THW Kiel weiß, wie man gewinnt - und wie man auch vor einem olympischen Endspiel gegen Schweden die Ruhe behält. "Mit einer guten Angriffsleistung gewinnt man ein Spiel, aber mit einer guter Abwehr ein Turnier - und die Abwehr hat bisher eine Riesenleistung geboten", erklärte Omeyer vor dem entscheidenden Spiel des olympischen Handball-Turniers an diesem Sonntag in London. In der Vorrunde hatten die Franzosen die Schweden mit 29:26 bezwungen.

Je wichtiger das Spiel, desto besser ist Omeyer normalerweise. Beim 25:22-Halbfinalsieg gegen Kroatien trieb der 35-Jährige die Gegenspieler am Freitagabend mit seinen Großtaten reihenweise in den Wahnsinn. Unglaubliche 87 Prozent gehaltener Bälle verbuchte der Welthandballer von 2008 in der Anfangsphase. Die gut 8000 französischen Fans in der ausverkauften Halle waren bei der Ein-Mann-Show sofort mit ihren "Titi"-Sprechchören zu hören.

"Nicht schlecht für einen alten Sack", lobte Teamkollege Bertrand Gille. Omeyer ist bei den Franzosen nicht der Einzige mit großer Erfahrung in wichtigen Spielen. "Die ist sehr wichtig. Es hat uns sehr geärgert, dass man uns nach der EM als zu alt abgestempelt hat", meinte Superstar Nikola Karabatic, der jeden einzelnen Mitspieler immer wieder abklatschte und heiß machte. Die Kritik am vermeintlich fehlenden Leistungsvermögen motiviert den Favoriten zusätzlich. So kommt es für Außenseiter Schweden an diesem Sonntag gleich in doppelter Hinsicht knüppeldick.

Zum einen müssen sie beim vierten Griff nach Olympia-Gold ihr Finaltrauma besiegen, zum anderen erst einmal an Omeyer vorbei - und der kennt Schwedens wurfgewaltigen Kim Andersson aus gemeinsamen Kieler Tagen bestens. "Wir haben ja auch schon in der Vorrunde gegen sie gespielt und mit drei Toren gewonnen", sagte Omeyer, der zum 1. Juli 2013 nach Frankreich zu Montpellier HB zurückkehrt.

Nervenflattern kennt er nicht. Im Gegenteil: Der Schlussmann kann die prickelnde Final-Atmosphäre in der Basketball-Arena des Olympia-Parks kaum erwarten: "Es ist immer geil, vor so einer Kulisse zu spielen, egal ob sie für oder gegen die Mannschaft ist. Ich mag so eine großartige Stimmung." Frankreich ist bereit, den Peking-Coup zu wiederholen.

Moderner Fünfkampf: Lena Schöneborn 
Das Finale (19 Uhr)

Die Letzten wollen Erste sein. Die Moderne Fünfkämpferin Lena Schöneborn bestreitet am Sonntag den Abschluss-Wettbewerb in London. Die Olympia-Siegerin von Peking hat gute Chancen auf erneutes Gold. Am Vorabend ein halbes Glas Wein, damit stimmt sich Lena Schöneborn gerne ein. "Das hat sich bei uns so eingespielt und bewährt", erläuterte die Olympiasiegerin im Modernen Fünfkampf die Vorbereitung auf ihren zweiten Olympia-Start am Sonntag in London.

Vier Jahre nach Gold in Peking zählt die Berlinerin erneut zu den Medaillenanwärterinnen. "In Peking gab es das mit dem Wein aber noch nicht", sagte Schöneborn mit einem Schmunzeln. "Da galt für Alkohol das 0,0-Prozent-Gebot für vier Wochen." Felix Magath gilt als ihr prominentester Fan. Beide haben vor einiger Zeit einen Werbespot gedreht und halten seither lockeren Kontakt. Der Trainer des VfL Wolfsburg warb um Unterstützung für eine Sportlerin, deren Leistungen in fünf "ebenso unterschiedlichen wie anspruchsvollen Einzeldisziplinen" ihm sehr imponieren.

"Ich bitte für Sonntag um olympisches Daumendrücken. In London kämpft die großartige Sportlerin Lena Schöneborn um Olympiagold im Modernen Fünfkampf", schrieb Magath auf seiner Facebook-Seite. Mit dem Olympiasieg von 2008 habe sich Lena längst in die Geschichtsbücher des Sports eingeschrieben. In den vergangenen vier Jahren hat sich im Modernen Fünfkampf aber viel geändert. Der Weltverband UIPM mit Präsident Klaus Schormann (Darmstadt) an der Spitze reformierte das Reglement.

Erstmals werden in London die Olympiasieger bei Damen und Herren im Combined ermittelt, einer Disziplin, die ähnlich wie beim Biathlon das Laufen und Schießen vereint. Erstmals wird zudem mit einer Laserpistole geschossen. "Für mich ist das ein anderer Wettkampf. Deshalb habe ich 2008 auch nicht so sehr im Kopf", erklärte Schöneborn. Erst seit zwei Jahren schießt sie mit der Laserpistole. Im Vorjahr gewann Schöneborn auf dem olympischen Gelände im Greenwich-Park das Weltcup-Finale. "Der Laufkurs ist hügelig und kurvig", erklärte Bundestrainerin Kim Raisner.

Viel hängt vom Auftakt im Fechten ab. "Da kann ich Punkte machen", sagte die Olympiasiegerin. "Meine große Stärke ist aber die Ausgeglichenheit." Zu den größten Rivalinnen von Schöneborn zählt Weltmeisterin Mhairi Spence aus dem englischen Bath. "Deshalb werden die meisten Leute mich nicht unterstützen. Die tolle Atmosphäre wird aber alle pushen", sagte Schöneborn.

25.000 Zuschauer werden zum letzten Wettbewerb der Olympischen Spiele in London erwartet. Läuft alles nach Wunsch, wird danach mehr als ein halbes Glas Wein für die letzte deutsche Medaillenhoffnung erlaubt sein.