Thomas Lurz will über 10 km die erste Medaille für Deutschlands Schwimmer in London holen. Doch der Marathon im schmutzigen Serpentine Lake wird keine saubere Sache. In den Leichtathletikentscheidungen liegt der Fokus auf Björn Otto und Betty Heidler.
Kanu
(Vorläufe ab 10.30 Uhr)
Im Herren-Einzel Kanu über 200 Meter steht Sebastian Brendel im Vorlauf am Start. Silke Hormann ist für die Frauen im Kajak-Einer über 200 Meter die deutsche Vertreterin. Im Männer Kajak-Zweier über 200 Meter sind es Ronald Rauhe und Jonas Ems, die sich Hoffnungen auf das Halbfinale (ca. 13 Uhr) und den Endlauf (Samstag, ca. 11 Uhr) machen dürfen. Auch im Kajak-Einer der Herren ist Ronald Rauhe der deutsche Vertreter.
Rauhe holte zusammen mit Tim Wieskötter im Zweier-Kajak über 500 Meter Gold in Athen 2004 und Silber in Peking 2008. Wegen einer Virusinfektion war seine Olympia-Vorbereitung im Bundesleistungszentrum Kienbaum nicht optimal. Für den 30-jährige Rauhe sind es in London die vierten Olympischen Spiele.
Schwimmen: Thomas Lurz
(ca. 13 Uhr)
Auf dem Weg zur ersten deutschen Schwimm-Medaille von London war vor allem der Austragungsort in der Diskussion. Der Serpentine Lake im Hyde Park ist mit Tierexkrementen durchsetzt. So sammelte sich in der Badehose von Topfavorit Thomas Lurz nach einer halben Stunde im Wasser der Dreck. Beim einzigen Training vor den beiden 10-Kilometer-Rennen bestätigten sich die Befürchtungen der olympischen Testwettbewerbe.
"Das hier ist ein Entenklo" sagte Nikolai Evseev, Trainer und Ehemann von Angela Maurer. Maurer konnte am Donnerstag bei den Frauen den fünften Platz holen, die erste Medaille für die Schwimmer muss also Thomas Lurz erschwimmen. Doch Topfavorit Thomas Lurz sieht sich keineswegs als Retter. "So richtig schlecht war es ja nicht." Dem Rekord-Weltmeister fehlt nur noch Olympia-Gold in seiner Erfolgssammlung. "Diesmal habe ich es verdient.
Andere seien aber auch gut. "Ich bin ja nicht der Übergott", sagte Lurz. Nur noch Olympia-Gold fehlte dem Rekord-Weltmeister noch in seiner Erfolgs-Vita. Zehn WM-Titel, Olympia-Bronze vor vier Jahren in Peking - zählt da nur der Olympiasieg? "So will ich es nicht sagen, auch wenn wir natürlich an den Start gehen und gewinnen wollen. Aber auch Zweiter oder Dritter ist immer eine sehr, sehr gute Leistung", sagte Lurz vor dem Wettkampf.
Taekwondo: Helena Fromm
(12.30 Uhr)
Helena Fromm aus Eichstätt geht in der Klasse bis 67 Kilogramm durchaus mit Chancen auf Edelmetall an den Start. Die Favoritinnen sind Hwang Kyung-Seon aus Südkorea, die 2008 den Olympiasieg in Peking holen konnte, und Karine Sergerie aus Kanada. Fromms erste Gegnerin ist die 18-jährige Chinesin Hoang Dieu Linh Chu.
Stabhochsprung
(20 Uhr)
Raphael Holzdeppe, Malte Mohr und Björn Otto sind für Deutschland am Start. Alle drei überstanden die Qualifikation am Mittwoch ohne Probleme und kämpfen gegen 20.00 Uhr um die Medaillen. Mohr und Routinier Otto reichte jeweils ein Sprung von 5,50 Meter für das Finale der 14 besten Stabhochspringer. Holzdeppe, in Peking vor vier Jahren Olympia-Achter, musste in der anderen Qualifikationsgruppe schon 5,65 Meter überspringen.
Als Favorit gilt Europameister Renaud Lavillenie aus Frankreich. Vize-Europameister Otto liegt mit 5,92 Metern hinter Lavillenie aus Frankreich (5,97 m) auf Platz zwei der Weltjahresbestenliste. Auch Brad Walker aus den USA und der Brite Steven Lewi haben eine Chance. Eine große Unbekannte ist die Form des Olympiasiegers von Peking, Steve Hooker. Der Australier hat keine optimale Saison hinter sich.
Hammerwurf der Frauen: Betty Heidler
(Finale ab 20 Uhr)
Als hätte es das Helsinki-Trauma nie gegeben, konnte Weltrekordlerin Betty Heidler am Mittwoch ins olympische Hammerwurf-Finale einziehen, das ab 20 Uhr beginnt. "Einfach nur Erleichterung" verspürte die Frankfurterin, die im zweiten Versuch mit 74,44 Metern die geforderte Qualifikations-Weite von 73,00 locker übertroffen hatte. Heidler ballte kurz die Faust, hielt beide Daumen hoch und meinte: "Ich wollte heute keinen super Wurf raushauen, sondern einfach nur bestehen."
Helsinki sei überhaupt kein Thema mehr gewesen, versicherte sie. Die 28-Jährige war bei der Europameisterschaft im Juni überraschend in der Qualifikation gescheitert, zeigte diesmal aber keine Nerven. Wenig später durfte sich auch Kathrin Klaas freuen. Die EM-Vierte hatte nach ihrem schlimmen Sturz beim Meeting in Eugene (USA) keine leichten Wochen hinter sich. Sie überzeugte aber gleich im ersten Durchgang in der Qualifikationsgruppe B mit 74,14 Meter.
Vize-Weltmeisterin Heidler will bei ihren dritten Olympischen Spielen nun endlich eine Medaille gewinnen. "Und wenn das klappt, bin ich überglücklich". Einen EM-Titel hat sie schon 2010 erobert, WM-Gold 2007 und den Weltrekord (79,42) ebenfalls. Die Konkurrenz kommt aus Polen, mit Ex-Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk, aus Russland mit Tatjana Lysenko und aus Weißrussland mit Olympiasiegerin Aksana Menkowa.
Hockey-Frauen Finale
(21 Uhr)
Die favorisierten Hockey-Damen aus den Niederlanden und Argentinien bestreiten beim Olympia-Turnier in London das Endspiel. Die niederländischen Olympiasiegerinnen von 2008 setzten sich am Mittwochnachmittag in der ersten Vorschlussrunden-Begegnung mit 3:1 im Penalty-Schießen gegen Neuseeland durch. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es in der spannenden Partie 2:2 gestanden.
Weltmeister Argentinien besiegte am Mittwochabend Gastgeber Großbritannien mit 2:1 (2:0). Das Finale findet um 21.00 Uhr in der Riverbank Arena statt. Neuseeland und Großbritannien treten zuvor um 16.30 Uhr zum Spiel um Platz drei an. Die deutsche Auswahl hatte sich durch ein 4:1 (2:1) gegen Südkorea Platz sieben gesichert.
