Nein, Mike Krüger steht nicht in einem olympischen Finale und am Baggerloch wird auch kein Gold vergeben. Aber Julius Brink und Jonas Reckermann müssen besser Baggern als die Weltmeister, damit es im Beachvolleyball Gold für Deutchland gibt.
Beachvolleyball: Goldträume nicht auf Sand bauen
Eigentlich gehen Brink/Reckermann als Außenseiter in das Finale, zu dominierend waren die Brasilianer Alison Cerutti/Emanuel Rego in den letzten Jahren. Doch die Deutschen haben eine einfache Rechnung: "Bei großen Meisterschaften sind wir immer da, das haben wir bewiesen", sagte Reckermann, nachdem der Finaleinzug ein wenig sacken konnte. Immerhin gewann er mit Brink schon einmal den WM- und zweimal den EM-Titel.
Um 22 Uhr beginnt das Finale im häufig so nassen Sand an der Horse Guards Parade. "Mir war wichtig, etwas um den Hals hängen zu haben. Ich weiß nicht, was ich zu Hause zerstört hätte, wenn ich hier abgereist wäre und hätte nur meine Akkreditierung gehabt", fügte Brink hinzu. Silber hat er ja schon sicher.
Hockey: Mit Müller ins Finale?
Nach den Eindrücken der Vorrunde geht Australien klar favorisiert in das Halbfinale gegen Deutschland. Das DHB-Team feierte drei Siege gegen Belgien, Südkorea und Indien, verlor dann aber gegen die Niederlande und lag gegen Neuseeland lange zurück (5:5). Entweder es fehlte nach dem bereits feststehenden Halbfinaleinzug die Konzentration oder die Defensive gibt Anlass zur Sorge.
Wenn es um 16:30 Uhr losgeht, dürfte zumindest Kapitän Max Müller wieder mit an Bord sein. Gegen die Neuseeländer musste Müller mit einer Fingerverletzung ausgewechselt werden, der befürchtete Bruch bewahrheitete sich aber nicht, mit einer Quetschung will Müller auflaufen. Australien feierte zwar Kantersiege gegen Südafrika und Pakistan, gegen Argentinien und Großbritannien sprangen aber auch nur Remis heraus.
Kanu: Drei Chancen, drei Medaillen?
Die deutschen Kanuten können auch am zweiten Finaltag (ab 10:30 Uhr) die deutsche Medaillenbilanz weiter aufwerten, nach vier Mal Edelmetall am Mittwoch gibt es in drei der vier Rennen Chancen auf eine Medaille. Den Auftakt machen Peter Kretschmer und Kurt Kuschela, die einen starken Vorlauf hatten, im Zweier-Canadier.
Kurz darauf geht der Kajak-Vierer auf die 1000 Meter-Strecke (10:48 Uhr), Marcus Groß, Norman Bröckl, Tim Wieskötter und Bronzemedaillengewinner Max Hoff wollen vorne reinfahren. Allerdings wird ein völlig offenes Rennen erwartet, die Slowakei, Ungarn und Australien können ebenfalls um Gold fahren. Katrin Wagner-Augustin hat das Finale im Kajak-Einer verpasst, dafür gelten Franziska Weber und Tina Dietze im Kajak-Zweier (11:35 Uhr) zu den Topfavoriten. Kleine Randbemerkung: Das Duo Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz ist für Österreich eine der letzten Chancen, London doch noch mit einer Medaille zu verlassen.
Dressur: Damon Hill gegen Valegro
Nach Silber in der Mannschaft gehen die drei deutschen Starterinnen befreit, aber nicht als Favoriten in das Einzel-Finale (ab 17:40 Uhr). Beste Chancen in den Kampf um die Medaillen einzugreifen hat Helen Langehanenberg mit Damon Hill, an guten Tagen können aber auch Dorothee Schneider mit Diva Royal und Kristina Sprehe mit Desperados die Spitze angreifen.
"Ich werde auf Angriff reiten", kündigte Langehanenberg an. "Ich habe nichts zu verlieren." Topfavoritin ist die Britin Charlotte Dujardin auf Valegro, die in der Mannschaft unter dem Jubel der Zuschauer das beste Ergebnis schaffte.
Schwimmen: Großbritannien vs. Deutschland
Die deutsche Mannschaft wartet immer noch auf die erste Schwimm-Medaille, auf der Langstrecke könnte es noch klappen. "Ich werde versuchen, um eine Medaille zu kämpfen", sagte Angela Maurer vor ihrem Start über 10 km (13 Uhr). "Wenn die Chance da ist, werde ich sie ergreifen." Realistischer ist aber eine gute Top-10-Platzierung. Der Kurs ist geprägt durch viele enge Wenden. "Da muss Angi aufpassen, damit ihr nicht beispielsweise wie bei der letzten WM die Brille abgeschlagen wird", sagte Nikolai Evseev, Trainer und Ehemann von Maurer
Aber auch Topfavoritin und Weltmeisterin Kerry Anne Peyne soll endlich die erste britische Schwimm-Medaille dieser Spiele holen und damit das millionenschwere Schwimm-Programm der Gastgeber rechtfertigen. Leichte Probleme machte im Training noch der höher als noch bei der deutschen Meisterschaft angebrachte Ziel-Anschlag. Diesen richtig zu treffen kann im Schlussspurt rennentscheidend sein.
Zehnkampf: Eaton auf Weltrekord-Kurs
"Das ist jetzt schon eine absolute Katastrophe", sagte Medaillenkandidat Pascal Behrenbruch nach der dritten Disziplin Kugelstoßen, eigentlich seine große Stärke. "Jetzt muss ich mal schauen, wo ich diese fehlenden Punkte wieder herbekomme." Da ihm das auch im Hochsprung und über 400 Meter nicht gelang, ist die Medaille völlig außer Reichweite. Um 10 Uhr geht es mit 110 Meter Hürden weiter, Weltrekordler Ashton Eaton wird nicht aufzuhalten sein und die Frage lautet nur: Kann er seinen Rekord brechen?
200 Meter: Die Bolt-Show geht weiter
Um 21:55 Uhr übernimmt dann wieder Usain Bolt die Herrschaft im Olympiastadion. Der Jamaikaner will als erster Sprinter der olympischen Geschichte zweimal Gold über 100 und 200 Meter gewinnen, nach dem joggend zu Ende gelaufenen Halbfinale hat Bolt die Favoritenrolle wieder sicher.
Frauen-Fußball
Die deutsche Mannschaft konnte sich ja nicht für Olympia qualifizieren, ohne deutsche Beteiligung geht das Finale zwischen Japan und den USA im Wembleystadion aber nicht über die Bühne gehen. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus wurde für das Finale (20:45 Uhr) nominiert. Trotz des Weltmeister-Titels für Japan gehen die Amerikanerinnen favorisiert ins letzte Spiel. Olympia ist die Domäne der Amerikanerinnen. Seit der Premiere 1996 in Atlanta standen sie immer im Endspiel, und verloren nur einmal - 2000 in Sydney gegen Norwegen.
