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Haas weiß, was ihn in Wimbledon erwartet, entsprechend realistisch sieht er seine Chancen beim dritten Grand-Slam-Turnier des Jahres. "Ich will dort ein wenig Schaden anrichten", so der 34-Jährige. Ganz abschreiben sollte man ihn aber trotzdem nicht. Haas bringt mit seinem starken Aufschlag, seinem guten Serve-and-Volley-Spiel und seinem einzigartigen Spielverständnis Fähigkeiten mit, die wie für Rasen gemacht ist. Bekommt er eine gute Auslosung und hat das Glück, dass in seinem Viertel des Draws der ein oder andere gesetzte Spieler früh scheitert, ist der Einzug ins Achtelfinale möglich.
Nur das Ivaniević-Wunder macht Hoffnung
Oder geht vielleicht doch mehr? Goran Ivaniević war wie Haas ein großer Spieler, gewann 22 Titel, erreichte, wie Haas, als beste Platzierung seiner Karriere Rang zwei in der Welt. 2001 war der damals 29-Jährige auf der Zielgeraden seiner Karriere, sportlich wenn überhaupt noch zweitklassig. Er war in der Weltrangliste so weit abgerutscht, dass es nicht für einen Hauptfeld-Platz in Wimbledon reichte. Die Veranstalter zeigten sich gnädig, gaben Ivaniević, zum Zeitpunkt auf Platz 125 der Welt, eine Wildcard. Am Ende gewann der Kroate das Turnier.
Ein ähnliches Märchen mit Haas als Hauptdarsteller ist nahezu auszuschließen. Nach Halle und Wimbledon werden auch noch die Olympischen Sommerspiele im Tennis ab dem 28. Juli auf Rasen ausgetragen, ebenfalls auf der Anlage des All England Lawn Tennis an Croquet Club. Einige bezeichnen diese drei Turniere als "Rasen-Grand-Slam". Während Haas vermutlich gar nicht starten darf, gibt es für Federer nichts Größeres als Olympia-Gold. Es sind vermutlich seine letzten Spiele und bisher hat der Grand-Slam-Rekordchampion erst ein olympisches Gold geholt. Es ist sein letzter großer Antrieb.
Man könnte die Turniere auch mit einem Drei-Gänge-Menü vergleichen. Halle war die Vorspeise, Wimbledon wird entsprechend das Hauptgericht sein und Olympia die Nachspeise. Und niemand, der die letzten beiden Gänge voll auskosten will, würde sich mit einer Vorspeise den Bauch vollschlagen. Zumal Halle in diesem Vergleich kaum mehr als ein trockener Salat ist.
Nils Lehnebach





