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Datum: 13. November 2012, 10:13 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Novak Djokovic bei den ATP Finals von Roger Federer in Bestform nicht zu schlagen

Novak Djokovic, ATP World Tour Finals, Roger Federer
Novak Djokovic gewann gegen Roger Federer die ATP Finals

Zum zweiten Mal in Folge beendet Novak Djokovic das Tennis-Jahr als Nummer eins der Weltrangliste und das völlig zu Recht. Roger Federer bekannte nach dem verlorenen Finale bei den ATP-Finals, dass er nicht besser spielen könne, für Djokovic reichte es dennoch nicht.

17.800 Zuschauer in der ausverkauften Londoner O2-Arena sahen ein hochklassiges und dramatisches Match, das Novak Djokovic gegen Titelverteidiger Federer mit 7:6 (8:6), 7:5 gewann.

Der Serbe krönte damit seine großartige Saison, in der er nahtlos an das famose Jahr 2011 anknüpfte. Djokovic beendete die Saison mit einer Matchbilanz von 75:12 Siegen und stellte damit einen persönlichen Rekord auf. Gegen Spieler aus der Top 10 der Weltrangliste zeigte er mit 24:10 Erfolgen seine Dominanz.

Djokovic: "Ich hatte eine fantastische Saison"

Der Erfolg bei den ATP World Tour Finals war sein sechster Turniersieg in dieser Saison und sein 34. insgesamt, er gewann mit den Australian Open ein Grand Slam-Turnier und sicherte sich dazu noch drei Masters-Titel. "Wir haben uns beide heute zum Maximum gepusht. Ich hatte eine fantastische Saison und könnte das Jahr nicht schöner beenden als so", sagte Novak Djokovic.

Für den 25-Jährigen war der Triumph in London der zweite Erfolg beim Turnier der acht Saisonbesten nach 2008, damals noch am Austragungsort Shanghai. Djokovic holte sich den Titel in der O2-Arena unbesiegt in allen Partien und sicherte sich 1,76 Millionen Dollar Preisgeld. Er verkürzte im direkten Duell mit Federer, der Nummer zwei der Welt, auf 13:16. "Ich gratuliere Novak zu einem großartigen Jahr, zu einem großartigen Turnier und einem großartigen Match. Ich kann nicht besser spielen als heute", erklärte Roger Federer.

Roger Federer mit Blitzstart

Dem 17-fachen Grand-Slam-Turniersieger liegt der Schauplatz London eigentlich. Hier hat der 31-Jährige in diesem Sommer nicht zuletzt seinen siebten Wimbledon-Rekordtitel gewonnen. Nach dem verlorenen Olympia-Finale gegen Andy Murray bestritt Federer nun schon sein drittes großes Endspiel des Jahres an der Themse.

Wie schon gegen Lokalmatador Murray im Halbfinale hatte der Mann aus Basel die Mehrheit der 17.800 Zuschauer in der ausverkauften Arena auf seiner Seite - und er legte los, als merke er nichts von einem langen Jahr in seinen Knochen: Nach acht Minuten stand es 3:0 für den Fed-Express. Doch dann kämpfte sich Djokovic in die Partie.

Der Australian-Open-Champion wirkte zum Saison-Endspurt wieder erstaunlich frisch und machte seinem Ruf als Mann für die Big Points - der Djoker mit den Nerven wie Drahtseile - alle Ehre. Erst vor einer Woche hatte er Federer wieder als Nummer eins der Weltrangliste abgelöst und behauptet die Führung damit wie in der Vorsaison zum Jahresende.

Djokovic: Unschlagbar, wenn er den ersten Satz gewinnt

Djokovic gelang das Rebreak zum 2:3 und von da an begann ein hochspannendes und hochklassiges Endspiel. Djokovic konnte Federer dann zum 5:4 erneut das Service abnehmen, kassierte aber prompt einen Aufschlagverlust, er stürzte, musste sich Schürfwunden am Ellbogen behandeln lassen, um dann in einem dramatischen Tiebreak schließlich seinen insgesamt dritten Satzball zu nutzen.

Statistisch betrachtet war der Gewinn des ersten Durchgangs fast schon eine Vorentscheidung. 26 Mal hatte Novak Djokovic in seiner Karriere in einem Finale eines ATP-Turniers den ersten Satz gewonnen und immer hatte er dann auch als Sieger den Platz verlassen. Es sollte auch im 27. Anlauf klappen.

Federer vergibt zwei Satzbälle

Federer schlug zwar sofort mit einem Break zum 1:0 im zweiten Durchgang zurück - angepeitscht von seinen zahlreichen Fans in der Halle. Diesen Vorteil konnte er aber im zweiten Durchgang wieder nicht halten - bei 5:4 und 40:15 vergab er sogar zwei Satzbälle. Der Serbe war am Ende der Nervenstärkere der beiden und spielte nahezu fehlerlos. Er verwandelte nach 2:14 Stunden Spielzeit seinen ersten Matchball mit einem Rückhand-Longline-Passierball.

Rekordchampion des Turniers der acht Saisonbesten bleibt Federer mit sechs Titeln (2003, 2004, 2006, 2007, 2010 und 2011) - hinter ihm folgen in der ewigen Bestenliste Ivan Lendl und Pete Sampras (je fünf).