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Von: Oliver Stein
Datum: 14. Dezember 2012, 07:29 Uhr
Format: Artikel
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NBA: Die Woche im Rückblick

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Stephen Jackson und Ron Artest, zwei alte Kumpels mit schwachen Nerven

Eigentlich ist die NBA eine friedliche Liga. Doch ausgerechnet in dieser Woche machten zwei altbekannte Krawallbrüder auf sich aufmerksam. Außerdem gibt es Nachhilfe vom GOAT sowie einen NFL-Spieler, der unbedingt in die NBA möchte. sportal.de hat genau hingeschaut.  

Ein Viertel der NBA-Saison ist absolviert, und natürlich gibt es auch heute genug Gründe, mal über das Parkett hinaus zu schauen und sich den buntesten Geschichten der Woche zu widmen. Denn nicht nur auf dem Court passiert einiges - die abstrusesten und interessantesten Dinge geschehen oftmals abseits der eigentlichen Spiele.

Ein T.O. gehört in die NFL- oder?

Wie zum Beispiel das Modell Terrell Owens zeigt. Owens, in seiner aktiven Zeit als Footballspieler bei den San Francisco 49ers sowie den Dallas Cowboys einer der besten Wide Receiver der Liga und Mitglied im Team des Jahrzehnts der Jahre 2000 bis 2010, hat aufgrund mangelnder Jobangebote aus der NFL im Sommer versucht, umzusatteln. Während seines Sommerurlaubs stand er jeden Morgen am Eingang des Trainingsgeländes der Clippers, um sich um einen Vertrag zu bewerben.

Wie Clippers-Star Blake Griffin in einer Fernsehshow zu berichten wusste, sorgte dies bei den Basketballern für große Belustigung. Denn trotz eines Ausflugs ins Trainingscamp der Sacramento Kings, bei dem er allerdings auch in keinem Summer League-Spiel zum Einsatz kam, scheint Owens Talent zum Basketballspielen eher gering zu sein - schaut man sich einen bekannten Clip bei Youtube an, in dem sich Owens von einem 1,40 Meter großen Mann schwindelig spielen lässt.

Sportler, die in zwei der großen amerikanischen Sportarten für Aufsehen sorgten, gab es natürlich bereits - aber Größen wie Deion Sanders oder Bo Sanders spielten neben ihren Auftritten in der NFL eben Baseball. Einzig Danny Ainge, früher Spieler und heutzutage Manager der Boston Celtics, hatte bereits während seiner Collegezeit für drei Jahre bei den Toronto Blue Jays in der MLB angeheuert - bevor ihn die Celtics aus seinem Vertrag kauften und er zusammen mit Larry Bird zu einem der besten Forwards der Ligageschichte wurde. Wie es aber auch anders gehen kann, musste ausgerechnet der beste Basketballer aller Zeiten erfahren - Michael Jordans Ausflug in die Welt des Baseballs stellte sich schnell als schlechte Idee heraus - und so kehrte Jordan zu den Bulls zurück, um seinen zweiten Threepeat zu feiern.

Nachhilfe vom GOAT

Apropos Jordan. Der Altmeister und mittlerweile Besitzer der Charlotte Bobcats, einem der jüngsten Teams in der Liga, scheint genug vom Rumsitzen zu haben und hat sich fürs Zupacken entschieden. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das Staunen bei seinem Team war groß, als der beste Basketballer aller Zeiten plötzlich in Trainingsklamotten auf dem Court stand und seinen Talenten wie Michael Kidd-Gilchrist und Bismack Biyombo diverse Post-Moves und Dribblings erklärte.

Vor allem körperlich hatte Jordan, dessen aktive Zeit in die wohl körperlich härteste Periode der Ligageschichte fiel, einige Tipps auf Lager – die vor allem Biyombo imponierten. "'Was soll ich sagen... er ist tatsächlich ziemlich gut!'',so Biyombo nach dem Workout zu den Kollegen von ESPN. Nichts anderes allerdings hätte der geneigte Fan erwartet - schließlich gilt Jordan nach wie vor als the Greatest of all Times.

Körperlich ist dann auch gleich unser nächstes Stichwort. Oft genug erlebt man, dass sich NBA-Spieler nicht sonderlich gut unter Kontrolle haben. Bestes Beispiel der Malice at the Palace, bei dem sich Spieler der Detroit Pistons und der Indiana Pacers nicht nur untereinander, sondern sogar mit Fans schlugen - und die Strafen von einigen Spielen Sperre bis hin zu einer kompletten Saison-Ausschluss (Metta World Peace aka. Ron Artest) reichten.

Kein Boogie mit DeMarcus

Ähnliche Probleme scheint auch Center DeMarcus "Boogie" Cousins von den Sacramento Kings zu haben. Im Spiel der Kings gegen die Dallas Mavericks erreichte der Frustlevel des hochbegabten Talents zum wiederholten Male ein gefährliches Stadium – was sich in diesem Falle in einem Faustschlag unter die Gürtellinie von Dallas' O.J. Mayo entlud. Mayo äußerte sich nur mit den Worten, Cousins habe "mentale Probleme, die sein Talent zu oft überschatten" zu dem Vorfall - was Cousins aber nicht daran hinderte, am nächsten Tag mit Sätzen wie "Ich bin ein Franchise Player... und was ist er? Der hat mir gar nichts zu sagen" zu kontern.

Und bei Cousins ist so etwas kein Einzelfall. Erst in seiner dritten Saison in der NBA, hat er bereits einen Trainer verschlissen - Gerüchte besagen, dass Paul Westphal bei den Kings gefeuert wurde, weil er Cousins wenige Tage zuvor von einem Auswärtsspiel mit der Begründung, der Spieler wolle nicht in die Richtung des Teams gehen, nach Hause geschickt hatte - und hat sich immer wieder lautstark dazu geäußert, den erfolglosen Club verlassen zu wollen. Außerdem musste Cousins bereits vor zwei Wochen eine Sperre absitzen, nachdem er Sean Elliott, dem TV-Kommentator der San Antonio Spurs, nach einem Spiel Schläge angedroht hatte.

Cousins gilt als eins der größten Talente auf den beiden großen Positionen unter dem Korb - doch Talente hat die Liga schon viele gesehen, vor allem solche, die wegen ihres Charakters nie über eine Rolle als Ergänzungsspieler hinaus gekommen sind. Bleibt zu hoffen, dass Cousins schnellstmöglich einen Coach findet, der ihm seine Grenzen aufzeigt - denn an guten Tagen ist Boogie Cousins zu allerlei aufregenden Tanzstunden fähig.

Jackson kommt Artest "zur Hilfe"

Ein weiterer Spieler mit schwachen Nerven ist sicherlich auch Stephen Jackson. Jackson, in der Vorsaison aus Milwaukee nach San Antonio gekommen, war beim angesprochenen Malice in the Palace der zweite Hauptdarsteller neben Ron Artest – und um eben jenen ging es auch bei Jacksons jüngster Verfehlung.

Artest hatte sich nämlich in einem Spiel der Lakers gegen Oklahoma mit Thunder-Forward Serge Ibaka in die Wolle gekriegt. Für die beiden Spieler war das Techtelmechtel nach zwei technischen Fouls bereits vergessen - nicht aber für Jackson. "Irgendjemand sollte serg Abaka (sic) mal erklären, dass er nicht der Mittelpunkt der Welt ist. Nächstes mal, wenn er mit mir läuft, gibt’s von mir eine ins Gesicht. Das ist ein Versprechen", so Jackson per Twitter.

Sowohl die Liga als auch sein Club, die sonst penibel anständigen Spurs, verurteilten Jacksons Kommentar aufs schärfste. Während es von der Liga eine Geldstrafe in Höhe von 25.000 Dollar gab, scheint die Strafe der Spurs noch nicht beschlossen zu sein - doch ohne Sperre und Gehaltsabzug wird dieser Ausraster wohl nicht ad acta zu legen sein, schließlich legt die NBA seit einigen Jahren größten Wert auf die Vermeidung von Konfrontationen und Auseinandersetzungen zwischen Spielern. Den Anfang hat Jackson zumindest gemacht - entschuldigte er sich doch per Twitter mit den Worten "Sorry an Ibaka, die NBA und meine Fans - das war unprofessionell. Ich bin kein Gangster, sondern einfach ein Mensch, der sagt, was er denkt."

Noah macht es richtig - in der Ruhe liegt die Kraft

Wie man mit Frustmomenten besser umgehen kann, hat ausgerechnet Joakim Noah bewiesen - ansich auch kein Kind von Traurigkeit, was handgreifliche Auseinandersetzungen angeht. In den Playoffs der letzten Saison hatte Noah sich bei einem Auswärtsspiel in Philadelphia eine Knöchelverletzung zugezogen, die nicht nur sein weiteres Mitwirken in den Playoffs, sondern auch seine Teilnahme an den Olympischen Spielen verhinderte.

Noah hatte vor allem die Reaktion der 76ers-Fans als Motivation zur schnellen Genesung genutzt. "Ich verstehe es, ein Fan zu sein. Aber dass ich ausgebuht und ausgelacht wurde, obwohl ich mich schwer verletzt hatte, empfand ich als sehr respektlos. Also wollte ich es den Fans zeigen, sobald ich wieder in der Stadt bin." Und Noah tat genau das - ohne sich dabei daneben zu benehmen.

Hatte Noah in jüngeren Jahren noch öffentliche Gefechte ausgetragen - in Erinnerung bleibt dabei eine lange schwelende Auseinandersetzung mit Bostons Kevin Garnett - hat sich der Franzose mittlerweile beruhigt und trumpft lieber mit spielerischen Leistungen aus. Wie in Philadelphia, wo er nach guten 21 Punkten, 7 Rebounds und 5 Assists den Fluch der Halle besiegt zu haben scheint - nachdem er laut Aussagen von Teamkollegen bereits am Morgen vor dem Spiel seine Mitspieler heiß gemacht hatte. "Das war wohl heute persönlich für ihn. Wir haben uns alle ein wenig gewundert - im Bus, beim Frühstück, beim Einwerfen, Joakim war wahnsinnig heiß auf das Spiel", so Bulls-Spieler Jimmy Butler gegenüber ESPN.

Für diese Woche war es das aus der besten Basketballliga der Welt, doch natürlich werden wir Sie weiter regelmäßig über Lach- und Sachgeschichten aus der NBA auf dem Laufenden halten!