John Isner wurde seinem Ruf als Marathon Mann beim Fünfsatzsieg über David Nalbandian in der zweiten Runde der Australian Open wieder einmal gerecht. Doch sein Erfolg wurde von einer kontroversersen Schiedsrichterentscheidung gegen den Argentinier überschattet.
John Isner gilt auf der ATP Tour als Experte für extrem lange Matches, seit er 2010 in Wimbledon nach elf Stunden und fünf Minuten Nicolas Mahut im fünften Satz ohne Tiebreak mit 70:68 niederringen konnte.
Diesen Ruf bestätigte er nun erneut beim kontroversen Fünfsatzsieg über David Nalbandian in der zweiten Runde der diesjährigen Australian Open. Zwar waren die vier Stunden und 41 Minuten gemessen an der epischen Schlacht über drei Tage eher ein Sprint, doch Isner und seinem Gegner wurde einiges abverlangt.
Zweimal hatte der Amerikaner einem Satzrückstand hinterherhecheln müssen, ehe er Nalbandian mit 4:6, 6:3, 2:6, 7:6 und 10:8 niedergerungen hatte und sich der Argentinier von einer Entscheidung des Unparteiischen völlig aus dem Tritt bringen ließ.
Viel Drama im fünften Satz
Alleine der entscheidende Satz hatte satte 99 Minuten gedauert und für reichlich Drama und Gesprächsstoff gesorgt. Beim Stand von 6:7 hatte Nalbandian eine Toiletten-Pause einlegen müssen. "Ich hatte es nicht mehr halten können", erklärte er hinterher lachend auf der Pressekonferenz, dass die Situation für ihn zu diesem Zeitpunkt blasentechnisch auf Messers Schneide stand.
Das tat das Match bis zum 8:8 dann auch, bis Isner plötzlich drei Breakbälle gegen sich hatte, aber alle drei abwehren konnte. Als der Amerikaner Nalbandians vierten Breakball des Spiels mit einem Ass abwehrte, eskalierte die Situation. Der Linienrichter hatte den Ball im Aus gesehen, wurde aber von Stuhlschiedsrichter Kader Nouni overruled. Als der Argentinier eine Challenge einforderte, wurde ihm diese verwehrt.





