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Datum: 08. Juni 2012, 19:21 Uhr
Format: Artikel
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Nadal und Djokovic im French Open-Finale

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Rafael Nadal spielt sogar im Sitzen erfolgreich

Sein Halbfinale gegen David Ferrer saß Rafael Nadal buchstäblich auf einer Po-Backe ab. In der gerade einmal 106 Minuten langen Partie war ihm einfach alles gelungen – sogar ein Punktgewinn auf dem Hintern sitzend. Das konnte man von Roger Federer nicht behaupten, dessen viele Fehler das Aus gegen Novak Djokovic bedeuteten.

Im Eiltempo entledigte sich Rafael Nadal seiner Halbfinal-Aufgabe. Dabei hatte er es in David Ferrer mit einem absoluten Sandplatzspezialisten, der für seinen unermüdlichen Kampfgeist berühmt ist, zu tun bekommen.

Doch gegen den erneut bärenstark auftrumpfenden Nadal war auch er diesmal machtlos. Nur 1:46 Stunden Spielzeit hatte Nadal gebraucht, ehe er mit 6:2, 6:2, 6:1 den Platz als Sieger verlassen konnte. Das hatte auch eine zwischenzeitliche Regenunterbrechung nicht verhindern können.

"Das war mein bisher bestes Match hier in diesem Jahr", analysierte Nadal. "Ich konnte nicht erwarten, so in einem Roland-Garros-Halbfinale gegen einen der besten Spieler der Welt zu gewinnen. David tut mir sehr leid. Er ist einer meiner besten Freunde auf der Tour."

Ferrer ohne Chance gegen bärenstarken Nadal

Doch auch Freundschaft schützt gegen Nadal nicht vor Demontagen. Der Weltranglistenzweite blieb auf dem Weg zu seinem möglicherweise siebten French Open-Titel weiter ohne Satzverlust.

Ferrer hielt nur bis zum 2:1 im ersten Satz mit, als er sogar noch zwei Breakbälle hatte. Dann aber legte Nadal richtig los. Und bei ihm klappte einfach alles. Egal, ob er auf dem Hintern sitzend einen Halbvolley spielte und tatsächlich danach auch den Punkt machte oder einfach Winner in Serie produzierte.

Er zeigte genau das Tennis, das die französische Zeitung L'Equipe vor einigen Tagen als "bestialisch" bezeichnet hatte und das ihn zu seinem bereits siebten French Open-Sieg seiner Karriere treiben könnte.

Djokovic schlägt schwachen Federer

Doch um diesen Roland Garros-Rekord aufstellen zu können, muss er erst einmal an Novak Djokovic vorbei. Der Weltranglistenerste träumt von einem ganz persönlichen Rekord, dem Djoko-Slam. Als erst dritter Tennisprofi überhaupt nach den Ikonen Donald Budge (1938) und Rod Laver (1962 und 1969) will er alle vier Grand-Slam-Titel auf einmal halten.

Den Grundstein dazu legte Djokovic in der Neuauflage des letztjährigen Halbfinal-Krimis gegen Roger Federer. Damals hatten sich beide Kontrahenten einen epischen Krimi geliefert, an dessen Ende sich Federer durchsetzte. Diesmal war das Aufeinandertreffen der beiden deutlich weniger spannend und der Sieger hieß am Ende mit 6:4, 7:5, 6:3 Djokovic. Die Partie war intensiv, aber keinesfalls hochklassig. Das lag zum einen am nasskalten Wetter, zum anderen an Federer.

Der hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Sein ansonsten so gutes Auge ließ ihn einige Male im Stich, Bälle, die er schon ins Aus hatte fliegen sehen, senkten sich doch noch ins Feld. Zudem ließ er sich satte sieben Mal im Verlauf der Partie seinen Service abnehmen und produzierte insgesamt 46 Unforced Errors.

Breaks konnte Federer nie bestätigen - Big Points an Djokovic

Federer gelang zum 3:2 das erste Break, allerdings kassierte der Roland-Garros-Sieger von 2009 prompt das Rebreak und Djokovic durchbrach das Service des Schweizers erneut zum 6:4. Im zweiten Satz lag der 30-jährige Schweizer sogar schon mit Doppelbreak 3:0 und noch mit 5:4 in Front, fing sich aber insgesamt unerklärliche vier Aufschlagverluste ein.

Djokovic, der vor allem in den Big Point-Momenten deutlich cooler und konzentrierter agierte, verbuchte nur 17 Unforced Errors – das war letztlich der Schlüssel zum Sieg, den bezeichnenderweise nach 2:05 Stunden auch ein Returnfehler seines Gegners besiegelte.