Bundesliga
2. Bundesliga
3. Liga
DFB-Pokal
Champions League
Europa League
International
Frauen Bundesliga
Live-Ticker
Ergebnisse
WM-Stand 2026
Termine 2026
Historie
Live-Ticker
Ergebnisse
Weltrangliste
Live-Ticker
Ergebnisse
Bundesliga
BBL-Pokal
Euroleague
NBA
WM
EM
Live-Ticker
Ergebnisse
MLB
NFL
NHL
NBA
Ergebnisse
DEL
NHL
WM
Live-Ticker
Ergebnisse
Bundesliga
Champions League
DHB-Pokal
Live-Ticker
Ergebnisse
WM 2025
EM 2026
Nordische Kombination
Ski Langlauf
Skispringen
Biathlon
Ski Alpin
Ergebnisse
Liveticker
Kalender
Ergebnisse
StatistikSpielplanTabelleErgebnisseLive-Ticker
StatistikSpielplanTabelleErgebnisseLive-Ticker
SpielplanTabelleErgebnisseLive-Ticker
ErgebnisseLive-Ticker
SpielplanTabelleErgebnisseLive-Ticker
SpielplanTabelleErgebnisseLive-Ticker
Ligue 1Serie APrimera DivisionPremier LeagueErgebnisseLive-Ticker
Datum: 29. Juni 2012, 09:38 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa
Diskussion:
Sport Live-Ticker
Heute finden keine weiteren Live-Ticker-Events statt.
kommende Live-Ticker:
11
Jun
Fußball: WM 2026 Gruppe A
21:00
12
Jun
Fußball: WM 2026 Gruppe A
04:00
Formel 1: GP von Barcelona-Katalonien
13:30
17:00
Fußball: WM 2026 Gruppe B
21:00
13
Jun
Fußball: WM 2026 Gruppe D
03:00
Formel 1: GP von Barcelona-Katalonien
12:30
16:00
Fußball: WM 2026 Gruppe B
21:00
14
Jun
Fußball: WM 2026 Gruppe C
00:00
Fußball: WM 2026 Gruppe D
06:00
Formel 1: GP von Barcelona-Katalonien
15:00
Fußball: WM 2026 Gruppe E
19:00
Fußball: WM 2026 Gruppe F
22:00
 
Sport Ergebnisse
Fussball Ergebnisse
alle Sport-Ergebnisse im Überblick
 
 

Nach dem Aus bei der EM 2012: Bundestrainer Joachim Löw im Interview

Joachim Löw,DFB,Bundestrainer
Joachim Löw

Nach dem Halbfinal-Aus bei der EM 2012 wurde viel über die personellen Wechsel in der DFB-Elf diskutiert. Im Interview nimmt Joachim Löw Stellung zu seinen Entscheidungen und spricht über die Fehler der DFB-Elf.

Nach der Niederlage im Halbfinale der EM gegen Italien zieht Bundestrainer Joachim Löw ein durchaus positives Fazit. Im Interview nimmt er Stellung zu den personellen Wechseln, erklärt, warum die Italiener den Tick besser waren und wagt einen Blick in die Zukunft.

Wie ist Ihre Gefühlslage am Tag nach dem EM-K.o.?

Löw: Die Enttäuschung ist nicht einfach verflogen. Alle waren nach dem Spiel tief enttäuscht. Das kann man nicht einfach abschütteln. Das braucht eine gewisse Zeit, das zu verarbeiten.

Was ist falsch gelaufen gegen Italien, Herr Löw?

Löw: In der ersten Halbzeit sind wir nach dem Gegentor etwas in Unordnung geraten, und so ist das zweite Tor der Italiener gefallen. Da waren wir zweimal in der Abwehr unaufmerksam. Dann war es schwierig, dass Spiel gegen die starken Italiener noch zu drehen. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft ein großes Herz bewiesen. Trotz alledem ein Lob, wie sie zurückgekommen ist.

Sie haben wieder mit personellen Umstellungen überrascht, war es am Ende ein Tick zu viel?

Löw: Im Nachhinein hätten wir dieses oder jenes machen können. Mario Gomez hatte drei Tore in dem Turnier erzielt, war auch im Training sehr gut und nach dem Griechenland-Spiel sehr motiviert. Mit Toni Kroos wollten wir die Zentrale stärken gegen Pirlo und De Rossi. Bis zum 0:1 war das Spiel völlig ausgeglichen. Nach dem Gegentor sind wir nicht mehr ins Spiel gekommen. Zwangläufig mussten nach der Pause die Wechsel folgen. Wir mussten alles riskieren, mit neuen Spielern alles versuchen.

Nach den ersten Spielen sind Sie viel gelobt worden, jetzt gab es Kritik. Denken Sie nochmal selbstkritisch nach über die Aufstellung, die persönliche Position?

Löw: Das kommt in der Aufarbeitung, dass man sich Gedanken macht, was anders hätte laufen können. Klar wird jetzt viel über die Aufstellung diskutiert. Diese Verantwortung übernehme ich auch. Die Tore, so wie sie entstanden sind, hatten nicht unbedingt mit der Aufstellung zu tun. Gerade auch Mario Gomez hatte mit drei Toren bis dato ein sehr gutes Turnier gespielt.

Was bedeutet das Halbfinal-Aus für die Mannschaft?

Löw: Grundsätzlich hatten wir zwei sehr gute Jahre. Die Mannschaft hat sich hervorragend entwickelt. Wir haben gegen eine wieder starke italienische Mannschaft verloren. Es gibt keinen Grund, etwas anzuzweifeln. Wir hatten die jüngste Mannschaft, haben trotz allem ein starkes Turnier gespielt. Wir haben in einer starken Gruppe alle Spiele gewonnen. Die Mannschaft wird auch diese Niederlage verkraften und sich weiterentwickeln.

Wie haben Sie die Italiener gesehen?

Löw: Wir wussten, die Italiener sind viel besser als 2010. Sie haben eine offensivere Philosophie, zwei überragend gute Stürmer und mit Pirlo einen hervorragenden Taktgeber. Sie spielen die Bälle schnell hinter die Abwehr, so ist auch das zweite Tor entstanden. Wenn sie dann in Führung liegen, sind sie sehr clever. Wir hätten früher das 1:2 machen müssen, das ist uns nicht gelungen. Italien war den Tick besser, das muss man so anerkennen. Mit den Torabschlüssen haben sie die Fehler ausgenutzt, die wir gemacht haben.

Wir sehr ärgert es, dass der letzte Schritt wieder nicht geschafft wurde?

Löw: Das ist ein normaler Entwicklungsprozess. Man kann den Titel jetzt nicht immer herbeireden. Spanien hat lange darauf gewartet. Wir haben alles versucht, alles gegeben. Die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit alles getan. Wir haben große Moral bewiesen. Bei den letzten vier Mannschaften ist die Luft ganz dünn, ein Moment der Unaufmerksamkeit kann genügen.

Ist die Unerfahrenheit Ihrer Verteidiger entlarvt worden gegen abgezockte Italiener?

Löw: Im verlorenen WM-Halbfinale 2010 gegen Spanien war es ein Eckball mit Kopfballtor. Jetzt hat bei den zwei Toren eine Kleinigkeit gefehlt. Unerfahrenheit würde ich das nicht unbedingt nennen. In einem Spiel auf so einem Niveau darf der eine oder andere Fehler nicht passieren. Beim ersten Tor hätten wir anders reagieren können. Nichtsdestotrotz hat Mats Hummels ein hervorragendes Turnier gespielt. Diese Flanke hätte man verhindern können, keine Frage. Aber ich möchte da jetzt keine Schuldzuweisung machen. Er hat seine Sache für sein erstes Turnier überragend gut gemacht.

Haben Sie sich taktisch zu sehr nach den Italienern gerichtet und die eigene rechte Seite dadurch zu brach liegen lassen?

Löw: Das war auch, weil Italien über die linke Seite nur Defensivspieler hatte. Ich wollte, dass Jérome Boateng ein bisschen weiter nach vorne rückt und die Abwehr ein bisschen auflöst. Wir waren schon auch relativ gut im Spiel und hatten mit Mesut Özil und Toni Kroos zwei zentrale offensive Spieler, die auch praktisch als zwei Zehnen agierten. Das war meine Idee. Das ist nicht zu hundert Prozent aufgegangen. Die Tore sind aber aus anderen Gründen entstanden. Die Idee, Pirlo und De Rossi im Mittelfeld so zu stören und selber von dort Akzente zu setzen, war nicht so falsch.

Haben Sie persönlich noch Worte an die Mannschaft gerichtet?

Löw: Nein, gestern Abend hat nur noch Wolfgang Niersbach, unser Präsident, einige Worte gesagt. Mit einzelnen Spielern musste man in der Kabine sprechen, sie aufrichten und trösten.

Werden Sie jetzt persönlich Ruhe suchen und flüchten vor allem?

Löw: Zur Ruhe kommen ist ganz gut. Man braucht einige Tage Abstand, um die Dinge einzuordnen. Ich bin mir nicht sicher, wann die Aufarbeitung stattfindet. Ein bisschen wird es schon brauchen.

Machen Sie sich Gedanken, ob Sie Ihren bis 2014 laufenden Vertrag erfüllen?

Löw: Solche Dinge wie Vertrag sind mir jetzt nicht durch den Kopf gegangen. Ein Trainer muss immer für eine Niederlage die Verantwortung übernehmen, klar. Dennoch denke ich, dass wir alle ein gutes Turnier gespielt haben. Wir haben vieles gut gemacht. Wir sollten auch grundsätzlich nicht zu viel infrage stellen. Unser Weg und die Dinge, die wir gemacht haben, waren schon auch sehr gut. Jetzt muss man ein bisschen Abstand gewinnen, um zu sehen, welche neuen Reize und welche neuen Möglichkeiten da sind.

Fehlt nach 16 Jahren ohne Titelgewinn etwas Grundsätzliches?

Löw: Normalerweise würde ich sagen, nein. Die Mannschaft hat sich in den letzten Jahren nach vorne gearbeitet. Vor einigen Jahren waren wir fußballerisch nicht in der Lage, großen Nationen Paroli zu bieten. Mittlerweile haben wir diese Nationen fußballerisch eingeholt, das ist eine große Leistung der Mannschaft. Den einen oder anderen Gegner zu überholen, wird sicherlich das Ziel sein. In einem Finale oder Halbfinale entscheiden kleine Dinge, da haben wir den einen oder anderen Fehler zu viel gemacht.

Werden Sie dieses Erlebnis noch lange Richtung WM mitschleppen?

Löw: Also, im Hinblick auf 2014 ist das ein bisschen weit. Irgendwann beginnt wieder ein neuer Abschnitt, kommen neue Spieler und eine neue Aufgabe. Wo mit so viel Leidenschaft und Ehrgeiz gearbeitet wird wie bei uns, da sitzt die unmittelbare Enttäuschung tief.

Sind Sie trotzdem im August gegen Argentinien wieder dabei?

Löw: Jetzt so eine Frage zu stellen, das finde ich jetzt, ja... Wenn man in der Vorrunde ausscheidet, wird gefragt, was wird dann? Über solche Dinge mache ich mir jetzt mal keine Gedanken. Natürlich mache ich mir Gedanken, welche neuen Ansätze zu finden sind, was man korrigieren kann. Dann wird man wieder nach vorne schauen, klar.

Fehlt ein Leithammel?

Löw: Nein, das denke ich nicht. Wir haben schon sehr gute Führungsspieler. Es ist eine andere Art von Führung heutzutage. Selbst als die Bayern-Spieler kamen mit ihrer Enttäuschung, sind sie mit Ehrgeiz vorangegangen. Einige hatten eine schwere Saison. Trotz allem haben diese Spieler die Mannschaft gut geführt und vorangetrieben. Da sehe ich nicht die Problematik.

Was bleibt nach dem Turnier?

Löw: Grundsätzlich haben wir eine gute Entwicklung, das dürfen wir nicht vergessen. Wir haben viele Nationen eingeholt in den vergangenen Jahren. Heute haben wir es versäumt, den letzten Schritt zu machen. Aber es wird andere Möglichkeiten geben.

Bei der WM 2014? Wie geht es bis dahin weiter?

Löw: Da kann man relativ wenig sagen. Das EM-Turnier muss man aufarbeiten. Brasilien ist ein ganzes Stück weg. Jetzt gibt es wieder die Qualifikation. Es waren einige junge Spieler bei der EM dabei, die Erfahrung gesammelt und gut gespielt haben wie Marco Reus. Andere wie Mario Götze haben auch gute Perspektiven. Da wird es personell keinen völligen Einschnitt geben. Wir haben eine ganz junge Mannschaft.

Bekommen Sie alle Spieler wieder in die Spur?

Löw: Alle sind jetzt irgendwie enttäuscht. Aber im Fußball geht es weiter. Alle werden die Motivation finden, sich neue Ziele zu setzen. Das Turnier wird von mir insgesamt positiv bewertet. Wir haben vier Spiele gewonnen und eins verloren. Die Mannschaft hat uns zwei Jahre viel Freude bereitet. Es gibt keinen Grund, alles infrage zu stellen. Wir waren 50 Tage zusammen, die Mannschaft war ehrgeizig, hochkonzentriert und respektvoll im Umgang untereinander.