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SEITE 3 VON 3:
3. Modell 2: das neue Sportal-Modell - 32 Teams plus ein neuer UEFA Cup
Von: Daniel Raecke
Datum: 04. Dezember 2012, 07:30 Uhr
Format: Artikel
Diskussion:
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Modell 2: das neue Sportal-Modell - 32 Teams plus ein neuer UEFA Cup

(Seite 3 von 3)

Der Dritte und Vierte jeder Gruppe, so die Besonderheit, würde sich für die Champions League-Gruppenphase der folgenden Saison automatisch qualifizieren. Der Fünfte und Sechste hingegen müsste sich für diese über die nationale Liga qualifizieren und selbst dann durch ein Qualifkationssystem. So wäre der Kampf um Platz Vier in jeder Gruppe für die Zukunft eines Clubs ebenso wichtig wie der Wettbewerb um den Viertelfinaleinzug, zumal nur acht Plätze in der Gruppenphase in einer Qualifikation ausgespielt würden.

Der Sieger würde nach dem Viertelfinale dann in einer Art Final Four-Turnier innerhalb von einer Woche an einem neutralen Ort ausgespielt. Ein echter Saisonhöhepunkt für den europäischen Fußball.

Modell 2: das neue Sportal-Modell - 32 Teams plus ein neuer UEFA Cup

Denkbar wäre aber auch eine noch weiter gehende Variante. Vorteil einer Champions League mit 32 Clubs in ähnlichem Modus wie in Modell 1) beschrieben wäre zunächst natürlich die größere Fluktuation, weil mehr Qualifikationsplätze zur Verfügung stünden. Allerdings müsste in vier Achtergruppen wohl der jeweils Fünfte einer Gruppe auch noch in die nächste Saison einziehen, zumindest in die Qualifikationsrunden, damit der Anreiz in der unteren Tabellenhälfte einer Gruppe nicht verloren ginge. Blieben aber immer noch 12 neu zu vergebende Plätze, die in der Quali ausgespielt würden.

Nachteil: Würden Viertelfinale mit einem Spiel und das Final Four wie oben ausgeführt ausgespielt, müsste ein Champions League-Finalist ohne Qualifikation 17 Saisonspiele bestreiten (anstatt aktuell und wie im ersten Modell 13). Die zusätzlich erforderlichen Spieltermine könnten allerdings durch den zweiten Teil des Modells erzeugt werden, dass nebenbei auch der viel gescholtenen Europa League eine neue Zukunft bescherte.

Und die sieht so aus: Inspiriert von einer Diskussion, die auch von unseren Lesern in den letzten Wochen geführt wurde, ließen sich die nationalen Pokalwettbewerbe und die Europa League zu einem neuen UEFA Cup verschmelzen. Dabei würden in der ersten Saisonhälfte alle nationalen Pokale ausgespielt. Je nach Stand des jeweiligen Landes in der UEFA-Fünfjahreswertung kämen ein bis drei Teams je Pokal in den zwischen Neujahr und Saisonende ausgespielten UEFA Cup.

Vorteil: Die nationalen Pokale böten für jedes Team den direkten Weg nach Europa noch in der gleichen Saison. Und es gäbe nicht mehr die Trostpreisfunktion der Europa League wie jetzt, wo aus gleich drei Runden der Champions League (3. Qualirunde, Playoffs, Gruppenphase) Mannschaften in die Europa League degradiert werden. Nachteil: Die nationalen Pokale würden durch die Abwesenheit der Champions League-Clubs an Attraktivität verlieren beziehungsweise ihren Charakter ändern. Aber es gibt kaum einen Pokal in Europa, den FA Cup eingeschlossen, der nicht ohnehin an Bedeutungsverlust leidet.

Wie genau sähe dann dieser halbjährige UEFA Cup aus? Um alle Spiele in eine Rückrunde zu zwängen, gäbe es vor allem zwei Untermodelle. Entweder es nähmen 128 Teams daran teil (also tatsächlich drei aus den größeren Ligen), die dann in einfach gelosten Spielen im KO-System spielen würden, also ohne Hin- und Rückspiel mit Heimvorteil - was relativ viel Anarchie für UEFA-Verhältnisse wäre. Oder man würde nur 64 Clubs teilnehmen lassen, also ein oder zwei aus jedem Verband (entweder nur den Pokalsieger oder auch den jeweiligen Finalisten), und dann in Hin- und Rückspielen in insgesamt acht Spielterminen auf ein Final Four reduzieren, das wie in der Champions League am Saisonende ausgetragen würde.

Der Sieger des neuen UEFA Cups sollte übrigens unbedingt direkt für die Champions League der kommenden Saison qualifiziert sein, was den dann eindeutig zweitklassigen, aber wenigstens spannenden und vielen Clubs zugänglichen Wettbewerb stark aufwerten würde.

Fazit

Anders als im Platini-Modell gäbe es in beiden unserer Modelle also weiterhin zwei Wettbewerbe - nur wäre die Europa League keine schlechte Kopie der Champions League, in der nicht einmal Kabel Eins mehr als ein Spiel pro Woche übertragen will, sondern ein Cup mit ganz eigenem Charakter, der es fast allen Teams unseres Kontinents ermöglichen würde, zu Saisonbeginn vom Europapokal zu träumen - noch in der gleichen Saison.

Nebenbei wäre die Champions League sportlich relevanter und das Teilnehmerfeld würde sich durch die Regelung, nach der bis zu 20 Clubs in der Königsklasse den "Klassenerhalt" schaffen könnten, nach und nach auf hohem Niveau stabilisieren - was wiederum die Spannung erhöhte. Und die Chance verringerte, dass man vor einem Champions League-Abend sitzt, an dem es in acht Spielen um nichts geht. Außer um Trostpreise.

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