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Er wollte an The Open teilnehmen. Schließlich stand und steht das Turnier ja sowohl Profis als auch Amateuren offen. Als er dann in einem seiner Golfbücher ein Anmeldeformular für die The Open-Qualifikation fand, beschloss er, sich zu melden. Beim Ausfüllen des Startantrags musste er jedoch zu einer Notlüge greifen. Für die Teilnahme als Amateur hätte er ein Handicap und eine Clubmitgliedschaft nachweisen müssen, für die als Profi bedurfte es keinerlei Zertifikate. Er lieh sich die Startgebühr von 30 Pfund von seiner Frau und meldete kurzerhand als Profi ohne Clubzugehörigkeit. Überprüft wurden seine Angaben nicht.
Aus den Gummistiefeln auf den Platz
Vom Profi-Status war Flitcroft natürlich meilenweit entfernt. Zu seinem Abschlag kam er fast zu spät, konnte auf dem Parkplatz gerade noch seine Gummistiefel gegen die blauen Plastiktreter tauschen. Und auch seine Schlagkünste genügten selbst nicht hoch angesetzten Ansprüchen nicht, wie sein Flightpartner später telegraph.co.uk erklärte. "Erst hielt er den Schläger, als wenn er damit jemanden umbringen wollte, dann schlug er den Ball gerade hoch in die Luft, er kam genau vertikal wieder runter und landete gerade mal einen Meter vor ihm."
In dem Stil sollte die Runde weiter gehen, die ein anderer Augenzeuge dieses denkwürdigen Auftritts so zusammenfasste: "Ein Regen von Triple- und Quadrupel-Bogeys wurde durch ein einziges Par ruiniert." Nach 18 Löchern lag Flitcroft mit 121 satte 49 Schläge über Par. Schlechter war vor ihm und nach ihm nie ein Spieler in der Open-Qualifikation gewesen.
Presse begeistert - Golfverband humorlos
Natürlich stürzte sich sofort die Presse auf den neuen Rekordhalter. Reporter und Fotografen stürzten sich auf Flitcroft, der das Bad in der Menge sichtlich genoss. Sein ohnehin lockeres Gebiss hatte er mittlerweile aus dem Mund genommen und begründete seinen denkwürdigen Score zur Erheiterung der Menge mümmelnd mit "Kreuz- und Muskelschmerzen".
Der Mann, der sein Geld zwischenzeitlich auch als Comedystuntman einer Theatertruppe verdient hatte, war in seinem Element. In seinem urigen Humor lobte er laut Daily Mail außerdem artig Golfclub und Greenkeeper für "die hohe Qualität der Grüns, die in Beschaffenheit und Geschwindigkeit dem Teppich in meinem Wohnzimmer ähneln, auf denen ich jeden Abend trainiert habe".
Die Medien hatten ihren Spaß, noch Tage lang schrieben die Zeitungen über seinen großen Coup, interviewten seine Freunde und Familie. Nur die The Open-Veranstalter konnten über Flitcroft überhaupt nicht lachen - am wenigsten Keith Mackenzie. Der Funktionär, laut britischen Quellen stocksteif und zu 10 Prozent aus Fleisch, weiteren 10 Prozent aus Knochen und 80 Prozent aus Regelbuch bestehend, sah das ehrwürdige Turnier durch den Vorfall der Lächerlichkeit preisgegeben und sprach über Flitcroft eine Sperre für alle The Open-Plätze aus. Darüber hinaus erwirkte er eine generelle Sperre beim britischen Golfverband.





