Nach der Niederlage in Spiel eins war die Laune in Miami angespannt. Wie man sich aus so einer Situation eindrucksvoll befreit und die Kritiker zum Verstummen bringt, zeigte der Titelverteidiger beim 103:84-Sieg in Spiel zwei der NBA Finals - unter den wachsamen Augen von sportal.de.
Von Beginn an stand fest - eine weitere Niederlage würde die Miami Heat nicht nur an den Rand einer Niederlage in der Finalserie bringen, sondern den Spekulationen über die Zukunft des Star-Projekts am South Beach wieder einmal Tür und Tor öffnen. Dies vermied man beim 103:84-Sieg gegen die Spurs eindrucksvoll.
''Kein Spaß in den Playoffs''
Um die Gerüchte und Schuldzuweisungen im Falle einer Niederlage zu vermeiden waren von den Spielern die verschiedensten Rezepte zu vernehmen. Man solle ''mit einer guten Portion Angst spielen, das stachelt an'' riet Chris Bosh, in Spiel eins noch mit einer sehr enttäuschenden Leistung aufgefallen. ''Spaß muss in den Playoffs ausfallen!'', so Dwyane Wade, der zu mehr Ernsthaftigkeit aufrief. Lebron James mahnte hinter vorgehaltener Hand immer wieder vor Spurs-Guard Tony Parker, und Shane Battier bemerkte martialisch: ''Die Jungs sind Killer, macht euch nichts vor. Und genau so müssen wir auch spielen!''
Beim Gegner, den San Antonio Spurs, war die Stimmung nach dem Auswärtserfolg in Spiel eins natürlich um einiges gelöster. Matt Bonner beschäftige die Fangemeinde mit Fotomontagen von ''Rentner'' Tim Duncan, Coach Gregg Popovich bezeichnete seinen Allstar als ''älter als Schmutz'' und Tony Parker gab zu:''Natürlich haben wir jede Menge Spaß. Wir wissen es zu schätzen, dass wir hier sind und genießen jeden Moment. Speziell nach der emotionalen Serie gegen Memphis (die Redaktion: Memphis hatte die Spurs vor zwei Jahren sensationell aus der Favoritenrolle und den Playoffs gekippt).''
Ginobili leitet Untergang ein
Halbzeit eins verlief wie eine Blaupause von Spiel eins - beide Teams agierten konzentriert in der Verteidigung, fanden mit zunehmender Spieldauer immer besser ihren Rhythmus und lagen zur Halbzeit nur fünf Punkte auseinander. Und auch im dritten Viertel ließ zunächst nichts auf eine Klatsche schließen - Mitte des Abschnitts führten die Spurs mit drei Punkten.
Ein Turnover des an diesem Tage indisponiert auftretenden Manu Ginobili 2:31 vor Ende des Viertels war es dann, der den Untergang der Spurs einleitete. Ein Dreier von Ray Allen brachte das 67:62 und fortan mussten die Heat nur noch auf den Rückspiegel achten. Ein 33:5-Lauf innerhalb von 7:32 Minuten des dritten und vierten Viertels stellte die Weichen gegen machtlose Spurs auf Heimsieg. Beim Stand von 91:67 und noch 7:43 zu spielenden Minuten resignierte dann auch Spurs-Coach Popovich und wechselte seine komplette Starting Five aus.
Bei Titelverteidger Miami herrscht nach der Auftaktniederlage nun also wieder gute Laune, schließlich hatte man auch bei den Finalsiegen 2006 und 2012 das jeweils erste Spiel verloren. Topscorer waren am heutigen Tage waren bei Miami Mario Chalmers mit 19 sowie Lebron James mit 17 Punkten - James verpasste sein zweites Triple-Double der Finals bei 8 Rebounds und 7 Assists nur knapp. Aber auch Chris Bosh konnte mit seinem Double-Double (12 Punkte, 10 Rebounds) für Wiedergutmachung sorgen.
Trefferquote,Teamwork, Turnover
Die Spurs hingegen haben nun gerade mal zwei Tage Zeit, diesen doch eher untypischen Kollaps in Halbzeit zwei aufzuarbeiten und einen neuen Plan für die kommenden drei Heimspiele auszutüfteln. Zu viele Turnover (16), zu wenig Assists und vor allem eine Trefferquote von nur 41 Prozent aus dem Feld waren die Hauptgründe für die Niederlage der Texaner. Bei den Spurs wusste einzig Danny Green (17 Punkte) zu überzeugen, der mit 6 von 6 aus dem Feld (5 von 5 Dreier) fehlerlos blieb. Tim Duncan (3 für 13), Kawhi Leonard (4 für 12) und Tony Parker (5 für 14) blieben alle weit unter ihren Möglichkeiten.
Spiel drei ist für die Nacht von Dienstag auf Mittwoch in San Antonio angesetzt - und für unsere Leser natürlich im Liveticker von sportal.de zu verfolgen!
