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Hätte sich Mats Hummels im EM-Halbfinale vor dem Führungstor von Mario Balotelli nicht von Antonio Cassano austanzen lassen, gäbe es dieses Duell womöglich gar nicht mehr. Hummels spielte zuvor eine starke Euro, das Ausscheiden wurde dann aber auch an Hummels festgemacht. Danach fiel der Dortmunder, wie er vor einigen Tagen in der Sport Bild selbst äußerte, in ein mentales Loch, das bei ihm auch für sportliche Schwankungen sorgte.
Beim BVB wirkte Hummels bisher nicht so souverän wie noch in den Meisterjahren, teilweise unterliefen ihm im Aufbauspiel haarsträubende Fehler (sportal.de-Notenschnitt 3,3), was er auch in den Länderspielen gegen Argentinien, Färöer und Österreich nicht ganz abstellen konnte. Nun fehlt Hummels verletzt, gegen Irland legte sein Konkurrent Per Mertesacker einen souveränen Auftritt hin, ohne tatsächlich gefordert zu werden.
Gegen Schweden und Zlatan Ibrahimovic (20:45 Uhr live bei sportal.de) wird das anders sein, doch dieses Duell ist völlig offen. Löw entschied sich schon vor der EM nur für Hummels, weil er Mertesacker nach der langen Verletzungspause noch nicht bereit sah für ein komplettes Turnier. Hummels spielt dem Bundestrainer immer noch zu risikoreich, auch die selbstbewusste und forsche Art des Dortmunder kommt in DFB-Kreisen nicht so gut an.
Vergleicht man die Potentiale der beiden Spieler, so spricht vieles für Hummels: Er ist jünger, interpretiert die Rolle des Innenverteidigers viel moderner, er ist schneller als Mertesacker und bei eigenen Standardsituationen strahlt er mehr Gefahr aus als der zweite Arsenal-Spieler im DFB-Kader. Beide spielen selten Foul, für Mertesacker spricht die größere Erfahrung und die Verinnerlichung des Löwschen Systems.
sportal.de-Prognose: Der Fall Podolski zeigt: Löw muss von einer Alternative schon zu 100 Prozent überzeugt sein, ehe er dauerhaft von verdienten Kräften absieht. Spielt Mertesacker gegen Schweden erneut fehlerfrei, wird er auch im Test gegen die Niederlande im November in der Startelf stehen.





